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13.02.2020

Wölbern Invest: Strafverfahren gegen Ex-Bird & Bird-Partner endgültig eingestellt

Das Landgericht Hamburg hat einen Schlussstrich unter die strafrechtliche Aufarbeitung des Wölbern-Skandals gezogen. Es segnete die Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen Bird & Bird-Partner Frank Moerchen ab. Der 72-Jährige muss dafür 20.000 Euro zahlen. Damit endet das letzte Strafverfahren um den Anlegerskandal des früheren Emissionshauses Wölbern Invest (Az. 618 KLs 6/17).

Iris-Maria Killinger

Iris-Maria Killinger

Moerchen war einer von mehreren Beratern des ehemaligen Chefs von Wölbern Invest, Prof. Dr. Heinrich Schulte. Dieser war 2015 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er knapp 150 Millionen Euro aus dem Vermögen zahlreicher geschlossener Immobilienfonds abgezogen hatte. Moerchen, damals Partner bei der Kanzlei Bird & Bird, war unter anderem mit einem Counsel der Kanzlei einer der Berater Schultes. Beide wurden später gemeinsam mit dem Ex-Generalbevollmächtigten K. von Wölbern Invest wegen Beihilfe zur Untreue angeklagt. Die Verfahren gegen den Counsel B. und den Generalbevollmächtigten K. sind bereits seit rund einem Jahr abgeschlossen: B. zahlte 60.000 Euro, dafür wurde das Verfahren eingestellt. K. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Verfahren gegen Moerchen war schon direkt zu Beginn des Prozesses abgetrennt worden. Anlass dafür war der schlechte Gesundheitszustand des damals 71-Jährigen, der auch knapp ein Jahr lang in Untersuchungshaft gesessen hatte. Dies waren im Wesentlichen auch die Gründe, warum das Gericht das Verfahren nun gegen eine Zahlung von 20.000 Euro (Paragraf 153a der Strafprozessordnung) einstellte.

Vertreter Moerchen
KSK Rechtsanwälte (Hamburg): Michael Klose, Dr. Iris-Maria Killinger

Staatsanwaltschaft Hamburg
Circe Kalcher

Michael Klose

Michael Klose

Landgericht Hamburg, 18. Kammer
Malte Hansen (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Die Hamburger Strafverteidiger Killinger und Klose vertreten Moerchen schon lange. Die beiden arbeiten in Bürogemeinschaft mit Dr. Haydar Güler und treten unter KGK Rechtsanwälte auf. Alle drei haben Beratungsschwerpunkte im Wirtschaftsstrafrecht und sind auch bundesweit tätig. So verteidigten Klose und Killinger auch einen Fondsmanager im S&K-Verfahren und trieben dessen Revision erfolgreich zum Bundesgerichtshof, gemeinsam mit Dr. Johannes Corsten von Kempf Schilling.

In den bereits Anfang 2019 beendeten Verfahren gegen B. und K. waren Nikolai Venn von Freyschmidt Frings Pananis Venn und Dr. Patrick Teubner von Krause & Kollegen mandatiert. (Christiane Schiffer)

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