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04.02.2019

Oktoberfestparty: Urteil gegen Ex-Linklaters-Partner rechtskräftig

Im Strafverfahren gegen den ehemaligen Linklaters-Steuerrechtspartner Thomas E. hat der Bundesgerichtshof dessen Revision als offensichtlich unbegründet verworfen. Damit ist das Urteil des Landgerichts München I wegen Vergewaltigung und vorsätzlicher Körperverletzung rechtskräftig. E. muss für drei Jahre und drei Monate in Haft (Az. 1 StR 535/18).

Das Verbrechen geschah im Anschluss an eine Linklaters-Oktoberfestparty im September 2014. Das LG München sah es als erwiesen an, dass der ehemalige Steuerrechtspartner Thomas E. nach dem Wiesn-Besuch eine studentische Hilfskraft im Garten eines griechischen Restaurants vergewaltigt hatte. Der Bundesgerichtshof hat nun die Revision E.s gegen das Urteil nach Paragraph 349 Abs. 2 Strafprozessordnung als offensichtlich unbegründet verworfen.

Thomas E. hatte die Vergewaltigung während des gesamten Prozesses bestritten. Die Aussagen des Opfers, das im Prozess als Nebenklägerin auftrat, hielt das Gericht jedoch in jeder Hinsicht für glaubhaft. Völliges Unverständnis äußerte das Münchner Gericht für E.s fehlende Bereitschaft zu einem Täter-Opfer-Ausgleich. In Kombination mit einem Geständnis und einer Entschuldigung hätte dies zu einer Bewährungsstrafe geführt, hieß es.

Kurz vor der gescheiterten Revision war bekannt geworden, dass Linklaters vor britischen Gerichten eine einstweilige Verfügung gegen einen ehemaligen leitenden Business Development Manager erwirkt hat. Das berichtet ‚The Lawyer‘. Der britische Ex-Manager habe Dokumente veröffentlichen wollen, die den „anhaltenden Kampf der Kanzlei mit der Behandlung von Frauen am Arbeitsplatz“ offenbaren würden. Dabei sollte es sich den Berichten zufolge um Vorfälle in New York, London und München handeln.

Linklaters erklärte, sie habe die Einstweilige Verfügung beantragt, um die Rechte der an den Ereignissen beteiligten Personen zu schützen.

Vertreter Thomas E.
Stevens Betz Müller Zenger (München): Dr. Alexander Stevens, Dr. Alexander Betz, Florian Zenger

Vertreter Nebenklägerin
von Máriássy Dr. von Stetten (München): Dr. Annette von Stetten

Bundesgerichtshof, 1. Strafsenat
Dr. Rolf Raum (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Die Anwälte waren bereits in der Instanz für ihre Mandanten tätig. (Christiane Schiffer)

Wir haben den Artikel am 7. Februar ergänzt.

 

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