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23.11.2018

Prozess wird fortgesetzt: Wegnerpartner erreicht Etappensieg für „Mr. Adlon“

Der von Anno August Jagdfeld geführte Adlon-Fonds hat im Streit mit der Signal Iduna Versicherung einen Etappensieg errungen. Das Oberlandesgericht in Hamm hat in der Berufungsverhandlung dem Fundus-Fonds 31 Recht gegeben (Az. 8 U 41/18). Nun muss der Prozess am Landgericht Dortmund neu aufgerollt werden – und ebnet möglicherweise einer Milliardenklage den Weg.

Mario Wegner

Mario Wegner

Die rund 4.400 Anleger des Adlon-Fonds können damit weiter auf Schadensersatz hoffen. Gemeinsam mit dem persönlich haftenden Gesellschafter des Fonds, Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld, werfen sie der Signal Iduna Versicherung eine Rufmordkampagne vor. Das Verfahren, in dem Jagdfeld im Namen seiner Anleger rund 720.000 Euro fordert, ist allerdings nur ein Nebenkriegsschauplatz. In einer weiteren Klage vor dem Dortmunder Landgericht fordert er persönlich zusätzlich eine Milliarde Euro von der Versicherung. Mit dem nun erzielten Zwischenurteil steigen auch die Chancen, dass dieser Prozess ins Rollen kommt.

In der Vorinstanz hatte das Landgericht Dortmund die Klage des Fonds abgewiesen, da ein Gesellschafterbeschluss fehlte. Weil dieser jedoch im Mai 2018 nachgeholt wurde, hob das OLG das Urteil aus formalen Gründen auf.

Der Prozess am Landgericht Dortmund dürfte nun im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt werden, ebenso wie das von Jagdfeld persönlich geführte parallel laufende Verfahren. Die Mitgesellschafter im Adlon-Fonds werten das Urteil als positives Signal, ihren Schadensersatzanspruch doch noch durchsetzen zu können. Die Signal Iduna sieht das naturgemäß anders. Dort hieß es: „Herr Jagdfeld wird von uns keinen Cent Schadensersatz erhalten.“

Vertreter Jagdfeld
Wegnerpartner (Berlin): Mario Wegner, Dr. Adrian Müller-Helle; Associates: Maximilian Aßinger, Friderike Kuhlmann

Vertreter Signal Iduna
Aderhold (Dortmund): Dr. Gunther Lehleiter, Prof. Dr. Lutz Aderhold, Dr. Christian Hoppe
Hanno Weiberg (Dortmund)
Inhouse (Dortmund): Dr. Rainer Bertram

Oberlandesgericht Hamm, 8. Zivilsenat
Dr. Rüdiger Hütte (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Die Berater von Wegnerpartner und Aderhold sind bereits seit Beginn mit dem Verfahren betraut. Am Landgericht Dortmund wird sich Willi Pawel als Vorsitzender Richter nun erneut mit dem Fall beschäftigen müssen. Bei ihm liegt auch das parallele Verfahren, in dem eine weitaus höhere Schadensersatzsumme von einer Milliarde Euro gefordert wird.

In den vorangegangenen Verfahren war Inhouse-Jurist Hanno Weiberg als langjähriger Leiter Konzernrecht in die Prozesse involviert. Zwischenzeitlich ist er in den Ruhestand gegangen, begleitet die Verfahren aber weiterhin als Anwalt. Als Vertreter der Inhouse-Abteilung ist nun Dr. Rainer Betram, seit August neuer Leiter Recht & Compliance der Signal Iduna, mit dem Verfahren befasst. (Ulrike Barth)

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