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29.05.2017

Schlecker-Prozess: Auch das Verfahren gegen Christa Schlecker wird eingestellt

Im sogenannten Schlecker-Verfahren hat das Stuttgarter Landgericht nun auch das Strafverfahren gegen Christa Schlecker eingestellt. Die Ehefrau von Drogeriekettengründer Anton Schlecker zahlt im Gegenzug eine Geldauflage von 60.000 Euro. Vergangene Woche waren bereits zwei mitangeklagte Wirtschaftsprüfer aus dem Prozess ausgeschieden, nachdem das Verfahren gegen sie eingestellt worden war.

Klaus Volk

Klaus Volk

Christa Schlecker musste sich wegen Beihilfe zum Bankrott verantworten. Sie soll ein Beraterhonorar von Firmen des Schlecker-Imperiums kassiert haben, obwohl die Unternehmen schon zahlungsunfähig waren. In ähnlicher Höhe wie das Beraterhonorar, nämlich 60.000 Euro, liegt nun auch die Geldauflage. Neben Schlecker und ihren Verteidigern hat auch die Staatsanwaltschaft der Einstellung nach Paragraph 153 a Abs. 2 StPO zugestimmt. „Die Schwere der Schuld stand dieser, von der Strafprozessordnung vorgesehenen Möglichkeit der Beendigung der Hauptverhandlung nicht entgegen“, hieß es in einer Erklärung des Gerichts.

Übrig geblieben sind nun von ehemals sechs nur noch drei Angeklagte, nämlich Anton Schlecker und die Kinder Meike und Lars. Zwei Wirtschaftsprüfer von EY konnten in der vergangenen Woche schon den Gerichtssaal verlassen, nachdem das Verfahren gegen sie ebenfalls gegen Geldauflagen eingestellt worden war. In dem Prozess geht es um die Pleite des Drogerieimperiums der Schleckerfamilie vor einigen Jahren. Anton Schlecker und seine Kinder sollen sich des Bankrotts, des Betrugs und der Insolvenzverschleppung schuldig gemacht haben.

Vertreter Christa Schlecker
Prof. Dr. Klaus Volk (München)
Lohberger & Leipold (München): Dr. Stephan Beukelmann

Staatsanwaltschaft Stuttgart
Thomas Böttger, Christoph Buchert

Landgericht Stuttgart, 11. Große Wirtschaftsstrafkammer
Dr. Roderich Martis (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Nach dem Ausscheiden von Christa Schlecker und den beiden Wirtschaftsprüfern haben sich auch die Reihen der Verteidiger gelichtet. Christa Schlecker, die von dem Münchener Duo Volk und Beukelmann vertreten wurde, kam ebenso mit einem blauen Auge davon, wie die beiden ehemals mitangeklagten EY-Berater, die beide Anwälte der Kanzlei Dierlamm mandatiert hatten.

Es bleiben nun noch die Verteidiger von Grub Brugger & Partner, Heiss & Leppla und Wannemacher & Partner (für Anton und Meike Schlecker) und die Stuttgarter Kanzleien Quedenfeld und Eisenmann Wahle Birk & Weidner (für Lars Schlecker). (Christiane Schiffer)

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