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14.07.2021

Bank99: Buchberger Ettmayer verhilft Post-Tochter zu mehr Privatkunden

Im März hatte die ING angekündigt, sich von ihrem Privatkundengeschäft in Österreich zu trennen. Nun hat sich mit der Bank99 eine Käuferin gefunden. Rund 150.000 Kunden und 340 Mitarbeiter gehen bis Ende des Jahres auf die Tochtergesellschaft der Österreichischen Post über.

Stefan Arnold

Stefan Arnold

Mit der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden rechnen beide Parteien bis spätestens Ende 2021. Vom Verkauf betroffen sind vor allem Girokonten, Konsum- und Hypothekarkredite sowie Wertpapierveranlagungen. Reinen Sparkunden hatte die Bank im Juni bereits gekündigt. Die Spareinlagen hatten den größten Teil des Bankportfolios ausgemacht, waren jedoch aufgrund der aktuellen Markt- und Zinssituation nicht mehr lukrativ für die Bank. Ihr Firmenkundengeschäft wird die ING in Österreich behalten. 

Die Bank99 unternimmt mit der Übernahme einen weiteren Schritt zur Erweiterung ihrer Produktpalette und Kundenbasis. Derzeit zählt die Bank rund 80.000 Kunden, zu wenig, um eine Bank profitabel zu führen. Mit der Transaktion wechseln auch die Mitarbeiter, die bislang im Privatkundengeschäft tätig waren, zur Bank99 – und mit ihnen erhebliches Know-how im Onlinebanking. Seit 2020 bietet die Post über ihre Tochtergesellschaft Finanz- und Bankdienstleistungen in den Postfilialen an. Die Bank entstand 2020 aus der ehemaligen Brüll Kalmus Bank, welche die Post zu 80 Prozent von der Grazer Wechselseitigen (Grawe) übernommen hatte. Sie betreibt rund 1.800 Filialen.

Berater Österreichische Post/Bank99
Buchberger Ettmayer
(Wien): Stefan Arnold (Corporate/M&A), Dr. Dieter Buchberger (Bank- und Finanzrecht; beide Federführung), Karin Bruchbacher (Wettbewerbsrecht); Associates: Johann Gasser, Andreas Flaig (beide Bank- und Finanzrecht), Thomas Androsch (Corporate/M&A), Stefan Niederstrasser (Datenschutz; letztere drei Rechtsanwaltsanwärter)
KPMG Law: Dr. Daniel Kaut (Corporate/M&A; Nürnberg), Matthias Henke (Bank- und Finanzrecht; Düsseldorf), Torge Albrecht; Associates: Lara Glowienka (beide Corporate/M&A; beide Hamburg), Susan Pischel-Bowien (Bank- und Finanzrecht; Düsseldorf)

Andreas Hable

Andreas Hable

Berater ING 
Linklaters
(Hamburg): Mario Pofahl (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Michael Leicht (TMT), Dr. Andreas Dehio (Bankaufsichtsrecht), Matthew Devey (Arbeitsrecht; alle drei Frankfurt), Oliver Rosenberg (Steuerrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Maximilian Mann, Martina Farkas (beide Corporate/M&A), Jan Jans, Karel Nihom (beide Bankaufsichtsrecht; beide Amsterdam), Jasmin Pommer (TMT), Julian Emmerich (Bankaufsichtsrecht; beide Frankfurt)
Binder Grösswang (Wien): Dr. Andreas Hable (Federführung; Corporate/M&A), Christian Wimpissinger (Steuerrecht), Dr. Stephan Heckenthaler, Dr. Stefan Frank (beide Bank- und Finanzrecht), Horst Lukanec (Arbeitsrecht); Associates: Moritz Salzgeber (Corporate/M&A), Manuel Müllner (Arbeitsrecht), Erik Pinetz (Steuerrecht; Rechtsanwaltsanwärter)
Inhouse Recht: Herman Veerbeek (Federführung; Head Team Specialized Products, Restructuring & Litigation; Amsterdam), Manfred Schick (General Counsel), Sebastian Graf (Deputy General Counsel; beide Frankfurt)  – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung des Wiener Partners Arnold und der Österreichischen Post gehen bereits auf seine Zeit bei Baker & McKenzie zurück. Die mit KPMG Law kooperierende Einheit Buchberger Ettmayer war 2019 als Spin-off des Wiener Baker-Büros entstanden. Auch innerhalb der KPMG gab es bereits Kontakte zur Österreichischen Post. Bei der Gründung ihrer Bank im vergangenen Jahr hatte die Post auf Binder Grösswang gesetzt.

Mario Pofahl

Mario Pofahl

Auch die Mandatsbeziehung zwischen ING und Binder Grösswang ist seit Jahren gefestigt, lag bislang allerdings bei den Bankrechtlern. Bei dieser Transaktion hielt Corporate-Partner Hable die Fäden in der Hand. An der Seite von Linklaters beriet er die ING mit einem großen, praxisübergreifenden Team zu allen österreichischen Aspekten des Verkaufs. Neben den bankenregulatorischen Themen standen vor allem arbeitsrechtliche Fragen im Zusammenhang mit dem Betriebsübergang der Mitarbeiter im Vordergrund.

Geführt wurde die Gesamttransaktion aufseiten der ING von Linklaters. Dadurch dass die Banklizenz bei der deutschen ING Diba liegt, fanden die Vorbereitungen zur Ausgliederung des Geschäfts und Übertragung auf die Käuferin in Deutschland statt. Die Zusammenarbeit zwischen Binder Grösswang und Linklaters ist in grenzüberschreitenden Causen seit Jahren erprobt. (Annette Kamps)

 
 
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