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27.05.2021

Künstliche Intelligenz: Wiener Start-up bietet Anwaltsvermittlung und Online-Rechtsberatung

Mittels künstlicher Intelligenz findet ,In Case of Law‘ für Unternehmen den passenden Anwalt. Die Leistungen eines Inkassobüros kann es gleich ganz ersetzen. Hinter dem Start-up steht der ehemalige ÖBB-Inhouse-Jurist Max Kindler (44), der auch Mitbegründer und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigung österreichischer Unternehmensjuristen (VUJ) ist. 

Max Kindler

Max Kindler

Bestimmte Beratungsleistungen wie etwa Inkassobriefe kann die Software gänzlich ohne menschliches Zutun erledigen. Das macht die rechtlichen Dienstleistungen günstiger und damit insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant. Interessierte Unternehmen und Anwälte können sich kostenfrei auf der Plattform registrieren. Im Rahmen eines algorithmusgestützten Matchings werden KMU und Anwälte zusammengeführt. 25 Prozent des Anwaltshonorars behält die Vermittlerin ein. Derzeit sind sechs Kanzleien registriert. Zu den Unternehmen, die über die Plattform bereits zu Mandanten wurden, gehören der Arbeiter-Samariter-Bund und der SKN St. Pölten. 

Bisher beschränken sich die Produkte auf Forderungsabwehr und -management. Bis zum Sommer sollen unter anderem ein Vertrags- und ein vergaberechtliches Tool hinzukommen. Perspektivisch sind auch datenschutz- und markenrechtliche Angebote geplant. 

Aktuell zählt ‚In Case of Law‘ Mitarbeiter, davon ist nur Kindler selbst Jurist, der Rest sind Mitinvestoren sowie ein Entwickler. Drei zusätzliche Entwickler arbeiten auf Honorarbasis mit dem Unternehmen zusammen. Bis Ende des Jahres soll die Zahl der Mitarbeiter auf neun bis zehn wachsen. Möglich machen soll dies unter anderem eine weitere Finanzierungsrunde. Bereits Anfang 2022 plant das Unternehmen, seine Dienstleistungen auch in der Schweiz und in Deutschland anzubieten. (Claudia Otto)

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