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30.04.2021

Wien: Crédit Agricole Assurance steigt mit Arnold in Shopping Center Süd ein

Das größte Einkaufszentrum Österreichs, die Wiener Shopping City Süd (SCS), geht zu 45 Prozent an die französische Crédit Agricole Assurances. Insgesamt wird die Immobilie mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Der bisherige Alleineigentümer, Unibail-Rodamco-Westfield (URW), wird das Management des Einkaufszentrums weiter beibehalten. 

Florian Arnold

Florian Arnold

Dass der französisch-niederländische Immobilienkonzern URW das Property- und Asset-Management fortführt, ist Teil des Joint-Venture-Vertrags, den beide Parteien Ende April miteinander schlossen. Das Closing soll im dritten Quartal 2021 stattfinden, sobald die behördlichen Freigaben vorliegen.

Die Transaktion ist ein Eckpfeiler der Strategie von URW, seine Schuldenlast zu verringern. Bis zum Jahresende 2022 plant die Gruppe, europäische Vermögenswerte im Wert von 4 Milliarden Euro zu verkaufen. Sie hatte die SCS 2008 für einen Kaufpreis zwischen 600 und 800 Millionen Euro von der Hans-Dujsik-Privatstiftung erworben.

Das gesamte SCS-Areal macht jährlich einen Umsatz von 1,16 Milliarden Euro. Auf einer Verkaufsfläche von 235.000 Quadratmetern arbeiten rund 5.000 Menschen in 330 Shops. Mit rund 25 Millionen Besuchern pro Jahr zählt das Shoppingcenter zu den zehn besucherstärksten Einkaufszentren in Europa. Selbst die Corona-Krise konnte das SCS bislang solide meistern, auch weil der Betreiber schnell Zentren für Corona-Tests einrichtete. In den vergangenen Monaten gab es sogar zahlreiche Neueröffnungen, darunter von Maisons du Monde, Mister Spex und Dyson.

Berater Crédit Agricole Assurance
Arnold (Wien): Dr. Florian Arnold (Federführung; Immobilienrecht), Dr. Bernhard Vetter von der Lilie (Bank- und Finanzrecht); Associates: Georg Huber, Andreas Eder, Verena Stagl, Christoph Jelemensky, Sandra Catic (letztere zwei Rechtsanwaltsanwärter; alle Immobilienrecht), Dr. Roman Gruber, Dr. Beatrix Schima, Felix Fisecker (letztere zwei Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/MA), Dr. Thomas Raubal (Wettbewerbsrecht)

Peter Oberlechner

Peter Oberlechner

Berater Unibail-Rodamco-Westfield
Wolf Theiss (Wien): Dr. Peter Oberlechner (Federführung), Birgit Kraml (beide Immobilienrecht), Dr. Günter Bauer (Wettbewerbsrecht), Leopold Höher (Bank- und Finanzrecht), Hartwig Kienast, Dr. Clara Gordon, Carolin Ziegler (alle Corporate/M&A); Associates: Christian Frick, Sandra Seldte, Victor-Leon Eggenberger, Natascha Johannik, Tina Vollmann, Stefanie Winnar (letztere drei Rechtsanwaltsanwärterinnen; alle Immobilienrecht); Sebastian Hinterdorfer (Rechtsanwaltsanwärter; Wettbewerbsrecht), Thomas Malle (Rechtsanwaltsanwärter; Corporate/M&A)
Gide Loyrette Nouel (Paris): Didier Martin, Baptiste Ferraud (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht: Alexander Sedelmayer (Head of Legal Austria; Wien), Damien Leveille-Nizerolle (Paris) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Transaktion erwies sich als sehr komplex, da die SCS zahlreiche Liegenschaften umfasst, die von unterschiedlichen Rechtsträgern gehalten werden. Die bestehenden Rechtsverhältnisse sind seit Gründung 1976 historisch gewachsen. Neben den Anteilskaufverträgen, dem Joint-Venture-Vertrag, den Asset- und Property-Management-Verträgen umfasste die Beratung daher eine gesellschaftsrechtliche Umstrukturierung mit zahlreichen Schritten. Weiters erfolgten Zusammenschlussanmeldungen in mehreren Ländern. 

Arnold kam über eine Empfehlung ins Mandat. Steuerlich setzte das französische Unternehmen auf TPA, die finanzielle Due Diligences erledigte EY Österreich.

URW hatte bereits in der Vergangenheit auf die rechtliche Beratung von Wolf Theiss gesetzt, so auch bei dieser komplexen, grenzüberschreitenden Transaktion. Erst kurz zuvor hatten Oberlechner und sein Team den Salzburger Immobilieninvestor Walter Schisernig beim Kauf des ehemaligen Hofer-Logistikzentrum in Loosdorf beraten. Mit der steuerrechtlichen Betreuung der Transaktion waren aufseiten von URW die KPMG sowie PwC betraut. 

Die französischrechtliche Betreuung von URW lag bei der Pariser Kanzlei Gide Loyrette Nouel. Deren Partner Martin beriet den Immobilienkonzern vor einem Jahr bei einem milliardenschweren Einstieg von Crédit Agricole Assurances und La Française in ein gemeinsames Unternehmen, das fünf Einkaufzentren in Frankreich betreibt. 2019 beriet ein Warschauer Gide-Team URW bei einer Refinanzierung über 200 Millionen Euro.

Im Vorfeld der Transaktion hatte sich bpv Hügel-Partner Dr. Florian Gibitz um die Ausgliederung einiger Assets gekümmert. (Annette Kamps)

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