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02.10.2020

Kartellrecht: Kölner Cleary-Anwalt wechselt als Partner zu Cerha Hempel

Das Kartellrechtsteam von Cerha Hempel bekommt internationale Verstärkung: Dr. Michael Mayr schließt sich der Wiener Kanzlei zum Oktober als Salary-Partner an. Er kommt von der hoch angesehenen Kölner Kartellrechtspraxis der US-Kanzlei Cleary Gottlieb Steen Hamilton.

Michael Mayr

Michael Mayr

Cerha Hempel setzt damit verstärkt auf grenzüberschreitendes Know-how. Denn Mayr bringt über 15 Jahre Erfahrung bei der internationalen Großkanzlei mit, wo er 2004 seine Karriere in Brüssel startete. Zuvor hatte der gebürtige Österreicher in Wien promoviert. Seit 2015 arbeitete er als Rechtsanwalt am Kölner Standort von Cleary, der für das Kartellrecht mit den Partnern Dr. Romina Polley, Dr. Wolfgang Deselaers und Prof. Dr. Dirk Schröder hoch angesehen ist.

Ein Schwerpunkt von Mayrs Beratung sind internationale Fusionskontrollverfahren. Er gehörte unter anderem zum Team um Polley, das der Hardware-Riese IBM 2019 in einem Phase-2-Verfahren zum geplanten Erwerb des Mainframe-Geschäfts von T-Systems vor dem deutschen Bundeskartellamt beauftragte. Für Google arbeitete er zuletzt an den Zusammenschlussverfahren zum Erwerb von Looker für 2,6 Milliarden US-Dollar und zum Kauf von Fitbit.

Auch in Zusammenschlussanmeldungen mit Österreichbezug war Mayr schon bei Cleary in Köln immer wieder tätig. Dieses Geschäft plant er fortzusetzen und um Causen aus den zentral- und osteuropäischen Ländern zu erweitern, in denen Cerha Hempel aktiv ist. Auch die kartellrechtliche Compliance wird ein wichtiges Arbeitsfeld sein.

Cerha Hempel kommt mit Mayr im Kartellrecht auf drei Partner, einen Counsel und drei Associates. Im naheliegenden Bereich Beihilfenrecht sind außerdem auf Partnerebene Dr. Hans Kristoferitsch und Dr. Stefan Huber tätig. Zu Jahresbeginn 2018 hatte sich zuletzt die Salary-Partnerin Dr. Anna Wolf-Posch der Kanzlei angeschlossen. Sie kam vom Wiener Standort von Freshfields Bruckhaus Deringer.

Umbau bei Cleary in Deutschland

Cleary hatte bereits Ende 2018 einen Counsel aus dem Kartellrechtsteam verloren. Damals verließ Dr. Tilman Kuhn die Kanzlei, um in Düsseldorf für White & Case eine neue Praxis aufzubauen.

Die Kanzlei richtet sich derzeit in Deutschland neu aus und passt ihre Personalstruktur in verschiedenen Bereichen an: Sie fuhr 2019 unter anderem die kapitalmarktrechtliche Beratung zurück und stutzte die Zahl der Partner in den Bereichen Kapitalmarktrecht und Corporate/M&A zurück. Zudem wechselten der erfahrene Counsel Manuel Metzner zu Baker & McKenzie sowie der Counsel Matthias Schrader und der Associate Dr. Johannes Schmidt zu Willkie Farr & Gallagher. Andererseits holte Cleary auf der Associate-Ebene in den vergangenen Monaten vier junge Juristen für Corporate/M&A und Konfliktlösung hinzu.

Eingebettet ist das in eine Reform ihres bislang international einheitlichen Vergütungssystems. Ihr traditionelles Lockstep-System behält Cleary zwar bei, baut aber Elemente ein, um für umsatzstarke Partner in den USA attraktiv zu bleiben. Denn im Herbst 2019 hatte der Wechsel eines vierköpfigen New Yorker Teams um Ethan Klingsberg zu Freshfields Bruckhaus Deringer dort für Aufsehen gesorgt. (Raphael Arnold)

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