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19.05.2020

Gastronomie: Vapiano Österreich geht mit Knittl Nigl Winkelmayr an ÖBB-Caterer

Nach der Insolvenz der deutschen Restaurantkette Vapiano und ihrer österreichischen Tochter Mitte April haben die hiesigen Standorte einen neuen Eigentümer: Josef Donhauser, Betreiber des Cateringunternehmens DoN, gliederte zwölf Restaurants in seine Gruppe ein.

Horst Winkelmayr

Horst Winkelmayr

Die DoN-Gruppe erhielt den Zuschlag von Masseverwalter Dr. Stephan Riel. Die übernommenen Standorte sollen unter der Marke Vapiano weiterlaufen und nun sukzessive wiedereröffnen. Den Anfang sollen die beiden Franchiserestaurants in Innsbruck machen, die bislang Franchisenehmer erfolgreich führten und an denen Donhauser die Mehrheit erwarb. Insgesamt sollen rund 500 der ursprünglich 600 Arbeitsplätze erhalten bleiben, davon rund 300 in Vollzeit. 

Donhausers Gruppe betreibt Restaurants, Cafés, Bars sowie Cateringdienste, darunter seit April 2018 das Bordcatering auf den Fernverkehrszügen der ÖBB. Das Unternehmen beschäftigte bislang rund 1.300 Mitarbeiter.

Die österreichische Tochter der Restaurantkette Vapiano war mit 27 Millionen Euro überschuldet. Als Insolvenzursache gilt die Zahlungsunfähigkeit der deutschen Muttergesellschaft. Vapiano hatte in den letzten Jahren immer wieder rote Zahlen geschrieben. Die Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise führten schließlich in beiden Ländern zur Zahlungsunfähigkeit. Großaktionär Hans-Joachim Sander, der in Deutschland mehr als 15 Prozent an Vapiano hält, beteiligte sich nun auch in Österreich intern an der Gesellschaft von Donhauser. 

Berater Josef Donhauser
Knittl Nigl Winkelmayr (Wien): Horst Winkelmayr (Federführung), Dr. Irmgard Schartner (beide Insolvenzrecht), Dr. Carl Knittl (Immobilienrecht)

Berater Hans-Joachim Sander
Urbanek Lind Schmied Reisch (Wien): Dr. Ulla Reisch (Insolvenzrecht)
Leonhardt Rattunde (Berlin): Dr. Torsten Martini (Insolvenzrecht) – aus dem Markt bekannt

Masseverwalter
Riel & Partner (Wien): Dr. Stephan Riel, Denise Rohringer (Masseverwalterstellvertreterin)

Hintergrund: Riel gilt als einer der renommiertesten Insolvenzrechtler Österreichs, zuletzt wurde er etwa bei den Insolvenzen von Odebrecht und Sanochemia bestellt. Als Schuldnervertreter war zunächst der Wiener Restrukturierungsexperte Dr. Friedrich Jergitsch von Freshfields in die Sanierung involviert. Die Eigenverwaltung wurde jedoch wieder zurückgelegt.

Als Vertreter des Käufers führte der Wiener Insolvenzrechtler Winkelmayr die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter. Innerhalb von zwei Wochen war der Kauf trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise unter Dach und Fach. Donhauser und Winkelmayr kennen sich bereits seit vielen Jahren. 

Reisch, die neben Riel zu den führenden Insolvenzverwaltern in Österreich zählt, stand Aktionär Sander gemeinsam mit ihrem deutschen Kollegen Martini zur Seite. Dieser vertritt Sander auch im deutschen Vapiano-Insolvenzverfahren. (Annette Kamps)

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