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13.02.2020

Versicherer: Uniqa stärkt Marktposition in Osteuropa durch Zukäufe mit Schönherr

Der Versicherer Uniqa rückt durch Zukäufe unter die Top 5 der Branche in Polen, Tschechien und der Slowakei vor. Denn das Wiener Unternehmen ist sich mit dem französischen Konkurrenten Axa einig, für rund eine Milliarde Euro dessen Töchter in den drei osteuropäischen Ländern zu kaufen. Die nötigen Genehmigungen stehen noch aus.

Alexander Popp

Alexander Popp

Der Zukauf bringt Uniqa fünf Millionen zusätzliche Privat- und Firmenkunden, die jährlich Prämien in Höhe von 800 Millionen Euro für Versicherungen im Lebens- und Sachversicherungssegment bezahlen. Dabei überwiegt mit 65 Prozent das Sachgeschäft. Die Transaktion umfasst außerdem Wertpapierfirmen, Pensionskassen und Servicegesellschaften. Inklusive dieser früheren Axa-Töchter kommen insgesamt 2.100 Mitarbeiter zur Uniqa.

Der Ausbau des Geschäfts in Osteuropa zählte zu dem langfristigen Strategieprogramm, das die Uniqa 2011 vorlegte und das in diesem Jahr ausläuft. Der österreichische Versicherer ist dort seit knapp 20 Jahren aktiv. Gerade in Polen zählte Uniqa mit 1,5 Millionen Kunden bislang aber eher zu den mittelgroßen Gesellschaften.

Vor dem Zukauf kam der Konzern in 15 Ländern in Zentral- und Osteuropa auf 6,8 Millionen Kunden. 29 Prozent der Prämieneinnahmen stammten von dort. Für Österreich wies das Unternehmen 2018 3,6 Millionen Kunden aus. Dort erwirtschaftete der Versicherer 71 Prozent seiner Gesamtprämien in Höhe von insgesamt 4,99 Milliarden Euro.

Berater Uniqa
Schönherr (Wien): Dr. Alexander Popp (Federführung), Soňa Hekelová (Bratislava), Vladimir Cizek (Prag), Paweł Halwa, Krzysztof Pawlak (beide Warschau), Dr. Thomas Kulnigg (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Peter Feyl, Marcin Antczak (Warschau; beide Bank- und Finanzrecht/Kapitalmarktrecht), Volker Weiss (Brüssel), Dr. Hanno Wollmann (beide EU- & Kartellrecht), Barbara Jóźwik (Warschau; Arbeitsrecht); Associates: Gregor Petric, Dr. Alexander Gruber (beide Corporate/M&A), Marco Thorbauer (Steuern), Alexandra Adamickova (Corporate/M&A; Rechtsanwaltsanwärterin; Bratislava), Peter Devínsky (Arbeitsrecht), Michal Lučivjanský, Tomas Silhanek (beide Regulierung), Denisa Uzakova (beide Rechtsanwaltsanwärter; alle Bratislava), Jitka Kadlčíková, Rudolf Bicek, Jiri Marek (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Eva Bajáková, Viktor Pakosta, Jáchym Bém (Rechtsanwaltsanwärter; alle Regulierung), Stanislav Bednář, Libuše Dočekalová (Rechtsanwaltsanwärterin; beide Konfliktlösung), Claudia Bock (EU- & Wettbewerbsrecht), Helena Hangler (Arbeitsrecht), Ondrej Havlicek (Bank- und Finanzrecht/Kapitalmarktrecht), Lenka Kubická (Rechtsanwaltsanwärterin; Arbeitsrecht; Corporate/M&A; letztere elf Prag), Jan Bagatela (Regulierung), Krzysztof Leśniak, Daria Rutecka (Rechtsanwaltsanwärterin; beide Corporate/M&A; letztere drei Warschau)
Go2law (Bratislava): Hugh Owen (englisches Recht)
Inhouse Recht (Wien): Dr. Rita Wittmann (Leiterin Legal & Compliance), Jelena Lazic (Legal Counsel)
PwC Polen (Warschau): Robert Jurkiewicz (Due Diligence Steuern)

Marcin Bartnicki

Marcin Bartnicki

Berater Axa
Clifford Chance (Warschau): Marcin Bartnicki (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Andrzej Stosio (Finanzierungsrecht), Nick Fletcher, Tomasz Derda (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Krzysztof Hajdamowicz (IP/IT), Tomasz Szymura (Steuern), Marta Bieniada (Regulierung), Iwona Terlecka (Kartellrecht), Mathieu Remy (Gesellschaftsrecht/M&A), Pierre-Benoît Pabot du Chatelard (Finanzierungsrecht; beide Paris), Anastasios Tomtsis (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Katarzyna Kuchta (IT/IP; Rechtsanwaltsanwärterin), Łukasz Mamiński, Marta Matynia (beide Kartellrecht), Stanislav Holec (Corporate/M&A; IP), Vladimír Rýlich (Finanzierungsrecht; beide Prag), Katharine Missenden (Kartellrecht; Brüssel)

Hintergrund: Uniqa greift seit vielen Jahren immer wieder auf Schönherr als Berater in Transaktionen zurück – etwa beim Verkauf des Italiengeschäfts 2016 oder dem Erwerb der Bâloise-Töchter in Kroatien und Serbien 2013. In beiden Angelegenheiten war bereits damals Partner Popp tätig. Das polnische Schönherr-Team leitete Halwa, der wie Kulnigg seit Februar Equity-Partner bei der Kanzlei ist.

Auch Axa mandatierte bei Clifford Chance in Warschau ein Team um Partner Bartnicki, das für den französischen Versicherungsriesen bereits mehrfach arbeitete. Bekannt ist unter anderem der Kauf von Liberty Ubezpieczenia 2015. Beim Kauf von BRE Insurance im Jahr zuvor hatte Bartnicki auch eine zehnjährige, exklusive Vertriebsübereinkunft mit der damaligen Verkäuferin MBank verhandelt. 

Weil die Verträge auf englischem Recht basieren, zogen beide Kanzleien dafür Spezialisten hinzu. Schönherr arbeitete mit dem früheren Allen & Overy-Partner Hugh Owen zusammen, der von Bratislava aus M&A-Transaktionen in Zentral- und Osteuropa berät. Im Warschauer Clifford-Team war of Counsel Nick Fletscher für Belange nach englischem Recht zuständig. (Raphael Arnold)

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