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26.02.2020

Getriebe: Chinesischer Hersteller erwirbt mit Dorda Mehrheit an VDS

Der chinesische Motorenhersteller Weichai sichert sich den Zugang auf die Technologie stufenloser Getriebe. Dazu erwirbt das Unternehmen einen 51-prozentigen Anteil an dem oberösterreichischen Entwicklungsspezialisten VDS Group. Genehmigungen für diese Transaktion stehen noch aus.

Martin Brodey

Martin Brodey

Mit VDS erweitert die Weichai-Gruppe ihr Getriebeportfolio um Stufenlosgetriebe. In den vergangenen Jahren hatten mehrfach Traktoren agrartechnische Auszeichnungen gewonnen, in denen Übersetzungen des Unternehmens aus Wolfern verbaut sind. Neben der Entwicklung neuer Produkte hat der 2009 gegründete Betrieb auch eine eigene Fertigung für Prototypen und Kleinserien.

Die Weichai-Gruppe ist ein chinesisches Großunternehmen mit 50.000 Mitarbeitern, das zum staatlichen Shandong-Konzern gehört. Den Anteil an VDS kauft Weichai Power, eine von drei Töchtern, die in Hongkong an der Börse gelistet ist. Der Umsatz von Weichai Power lag im ersten Halbjahr 2019 bei rund 90 Milliarden Yuan (umgerechnet knapp 11,8 Milliarden Euro), davon entfielen 61 Prozent auf den chinesischen Markt.

Gleichzeitig mit dem Mehrheitserwerb von VDS sicherte sich Weichai Power auch einen Anteil von 80 Prozent an Aradex. Das deutsche Elektrotechnikunternehmen ist unter anderem auf leistungsstarke Elektromotoren spezialisiert. Shandong und Weichai Power machten bereits 2012 Schlagzeilen, als sie für über 700 Millionen Euro circa 25 Prozent des deutschen Gabelstaplerherstellers Kion kauften. Inzwischen hält Weichai Power an dem Unternehmen aus Wiesbaden 45 Prozent der Aktien.

Berater Weichai
Dorda (Wien): Dr. Martin Brodey, Dr. Christian Ritschka (beide Federführung); Associate: Heinrich Dóczy (Rechtsanwaltsanwärter; alle Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Schanghai): Malika Liu (Legal Counsel)

Michael Pachinger

Michael Pachinger

Berater VDS-Eigentümer
SCWP Schindhelm (Wien): Dr. Immanuel Gerstner (Federführung), Dr. Lukas Leitner (beide M&A), Dr. Thomas Ruhm (Corporate), Dr. Michael Pachinger (IP/IT; Wels)

Hintergrund: Weichai mandatierte Dorda auf eine Empfehlung hin. Neben den Transaktionsanwälten waren weitere Juristen für Due-Diligence-Aufgaben zuständig, die sich unter anderem um IP-rechtliche Themen kümmerten.

Das oberösterreichische Unternehmen VDS ist ein langjähriger Mandant von SCWP-Partner Pachinger. Über ihn kam nun auch der Auftrag für die Transaktionsberatung zustande. Pachinger beriet das Unternehmen bislang bereits in IP- und IT-rechtlichen Belangen sowie zu Linzenzen, auch grenzüberschreitend.

Die notarielle Beurkundung übernahm Dr. Thorsten Antenreiter vom Wiener Notariat Kaindl Dürr Schuller-Köhler Antenreiter. (Raphael Arnold)

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