Artikel drucken
04.11.2019

Verbindliches Angebot: Mutares nähert sich ÖBB-Tochter mit Binder Grösswang

Der Münchner Turnaround-Investor Mutares ist weiter auf Shoppingtour: Für die achte Transaktion in diesem Jahr hat er sich Q Logistics ausgesucht, eine Logistiktochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Für Mutares, dessen Aktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden, war es die erste Transaktion mit einer Verkäufergesellschaft, die sich in Staatshand befindet. DieTransaktion bedarf noch der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.

Thomas Schirmer

Thomas Schirmer

Die ÖBB-Tochter Q Logistics ist in der grenzüberschreitenden Transportlogistik tätig. Sie hält unter anderem 165.000 Quadratmeter Warehouse- und 105.000 Quadratmeter Umschlagsflächen vor und hat auch Fahrzeuge und Waggons im Einsatz. Mit rund 920 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen, das auch eine Tochtergesellschaft in Tschechien hat, im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 250 Millionen Euro.

Die Industrieholding Mutares erwirbt kleine und mittelständische Firmen oder einzelne Firmensparten mit niedriger Profitabilität, die dann restrukturiert und neu positioniert werden. Inzwischen sind in ihren Beteiligungen rund 4.700 Mitarbeiter tätig, der konsolidierte Umsatz kletterte zuletzt auf 865 Millionen Euro.

Jan Thöle

Jan Thöle

Berater Mutares
Inhouse Recht (München): Jan Thöle (General Counsel)
Inhouse Steuern (München): Denis Ahluwalia (Tax Manager)
Binder Grösswang (Wien): Dr. Thomas Schirmer (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Ivo Rungg (IT/IP), Dr. Johannes Barbist (Öffentliches Recht), Dr. Christian Wimpissinger (Steurrecht), Horst Lukanec (Arbeitsrecht), Christine Dietz (Kartellrecht), Gottfried Gassner (Restrukturierung), Dr. Michael Horak (IT/IP), Alexander Kramer (Immobilienrecht); Associates: Wolfgang Guggenberger, Felix Fuith (beide Corporate/M&A), Dr. Philipp Spring (IP/IT), Dr. Regina Kröll (Öffentliiches Recht), Clemens Willvonseder (Steuerrecht), Sabine Apfl-Trompeter (Arbeitsrecht)
Noerr: Dr. Ralph Schilha (München), Sebastian de Schmidt (Frankfurt; beide Kapitalmarkrecht) − aus dem Markt bekannt
Luther (München): Sebastian Janka (Federführung), Roland Schiller (beide Kartellrecht)
Ernst & Young (Wien): Markus Schragl , Alexander Stieglitz, Matthias Gold 

Clara Gordon

Clara Gordon

Berater ÖBB
Wolf Theis (Wien): Dr. Clara Gordon, Dr. Dieter Spranz (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Unterrieder (Arbeitsrecht), Dr. Karl Binder (Immobilienrecht), Dr. Kurt Retter, Wolfram Schachinger (beide Öffentliches Recht), Dr. Georg Kresbach (IT/IP), Dr. Jochen Anweiler (Kartellrecht), Carolin Ziegler; Associates: Thomas Malle, Manuela Regner, Paul Berger (alle Corporate/M&A), Lisa Babler (Arbeitsrecht), Georg Knafl (Öffentliches Recht), Paulina Pomorski, Bernhard Schmidt (beide IP/IT), Hanna Gerstner (Kartellrecht)

Berater ÖBB Vorstand
Schönherr (Wien): Wolfgang Höller (Federführung), Miriam Simsa (beide Restrukturierung), Hanno Wollmann (Wettbewerbsrecht); Associates: Philipp Wetter, Clemens Stegner (beide Bank- und Finanzrecht), Marco Thorbauer (Steuerrecht)
Inhouse Recht (ÖBB-Holding; Wien): Dr. Katharina Schelberger  (Leiterin Konzernrecht)

Hintergrund: Der Privatisierungstransaktion war ein kompetitiver Bieterprozess vorausgegangen. Dafür hatte die ÖBB die Tochter aus ihren Konzernstrukturen herausgelöst. Die ÖBB setzte dafür mit Wolf Theiss auf eine vertraute Beraterin, die sie wiederholt in Bezug auf die Q Logistics konsultiert hatte. Die hier federführende Counsel Gordon und Partner Spranz strukturierten den Verkaufsprozess und begleiteten mit ihrem Team die Transaktion von den Vendor Due Diligence über Vertragserstellung und -verhandlung bis hin zur Abstimmung der kartellrechtlichen Eingaben. 

Der ÖBB-Vorstand ließ sich zum Verkauf durch eine Business Judgement-Opinion unterstützen. Schönherr war dabei erstmals im Konteext einer Konzernrestrukturierung für die ÖBB-Holding tätig.

Mutares hingegen wurde erstmalig von Binder Grösswang beraten. Der Kontakt kam über eine Empfehlung zustande und die Sozietät konnte dann im Pitch überzeugen. Eingebunden war auch der IP-Experte Horak, der sich im Frühjahr, aus eigener Sozietät kommend, Binder Grösswang angeschlossen hatte.

Mutares-General Counsel Thöle mandatierte für internationale Zukäufe, wie etwa die Übernahme von zwei Knorr Bremse-Firmen in England, zuletzt regelmäßig die CMS-Gruppe, wohingegen er innerdeutsche Transaktionen zunehmend ohne externe M&A-Berater anging, beispielsweise Add-on-Akquisitionen wie die FDT FlachdachTechnologie oder Plattform-Investments wie zuletzt die Übernahme der Keeeper Group von der Wrede Industrieholding und den Ankauf der Kirchhoff Group von privaten Vorbesitzern.

Den Kartellrechtler Janka kennt Thöle noch aus dessen früherer Kanzlei Noerr, die das Beteiligungshaus regelmäßig auch im Kapitalmarktrecht berät. Janka war erst kürzlich zur Wettbewerbin Luther gewechselt und konnte die Mandatsbeziehung dorthin überführen.

Die steuerliche Federführung hatte neben dem Inhouse-Experten Ahluwalia ein Team um Markus Schragl, der die Abteilung Transaction Tax von EY Österreich leitet. Die Tax-Experten von Binder Grösswang waren dann an der Schnittstelle zum Kaufvertrag tätig.

Beurkundet wurde die Transaktion vom Dr. Rupert Brix von Brix Mayer in Wien. (Sonja Behrens)

 

  • Teilen