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04.10.2018

Stetiges Wachstum: Umsätze der österreichischen Kanzleien legten erneut zu

Große Transaktionen prägten das erste Halbjahr 2018. Bei etlichen Kanzleien trieb das auch die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während sich das Wachstum der 20 wichtigsten Wirtschaftskanzleien insgesamt mit 2,8 Prozent auf Vorjahresniveau bewegte, legte Eisenberger & Herzog im Geschäftsjahr 2017/18 um fast 13 Prozent zu.

Die Kanzlei wuchs damit stärker als alle ihre Wettbewerber und erreichte einen Umsatz von 23,8 Millionen Euro. Dazu trugen Unternehmens- und Immobiliendeals erheblich bei, etwa die Beratung der Lufthansa im Zug der Air Berlin-Pleite und der Verkauf eines russischen Einzelhandelsportfolios. Mithalten konnte beim Umsatzplus lediglich PHH Prochaska Havranek. Sie kam ebenfalls auf mehr als zehn Prozent. 

Die umsatzstärkste Kanzlei war wie im Vorjahr Schönherr. Die Wiener Top-Einheit erreichte im Geschäftsjahr 2017/18 einen Umsatz von 59,8 Millionen Euro, ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber ihrem vorangegangenen Geschäftsjahr. Die zweitplatzierte Freshfields Bruckhaus Deringer (FBD) kam auf einen Umsatz von 55 Millionen Euro. (Alle Umsätze im Überblick)

In einem Punkt schlägt das Wiener Büro der Großkanzlei erneut alle hiesigen Wettbewerber um Meilen: beim Umsatz pro Jurist. Hier kam Freshfields in Wien auf 913.000 Euro. Dieser Wert stellt auch die deutschen Büros mit ihrem Umsatz pro Berufsträger (UBT) von gut 827.000 Euro in den Schatten. Den stärksten Zuwachs beim UBT verzeichnete mit 18,4 Prozent KWR Karasek Wietrzyk.

Internationale Einheiten dominieren in Osteuropa

Ein Blick auf das Osteuropageschäft zeigt, dass es im Moment vor allem den internationalen Kanzleien mit Wiener Büro gelingt, voranzukommen. Die CMS-Allianz, DLA Piper und Baker & McKenzie zählen im Mergermarkt-Ranking nach Dealanzahl zu den Top 5; dort findet sich auch Schönherr, bleibt allerdings beim durchschnittlichen Transaktionsvolumen weit hinter den anderen Top-5-Einheiten zurück.

Bei Wolf Theiss fällt vor allem auf, dass der Umsatz der Osteuropabüros im Geschäftsjahr 2017 (zu Ende Dezember) erneut zurückging – sogar stärker als das heimische Österreichgeschäft. Allerdings schlägt bei der Kanzlei der starke Transaktionsmarkt des ersten Halbjahrs 2018 wie bei Schönherr voraussichtlich erst im aktuellen Geschäftsjahr zu Buche. (Raphael Arnold)

Mehr Zahlen und Hintergründe zu den 20 umsatzstärksten Kanzleien lesen Sie in der aktuellen Handbuch-Ausgabe des JUVE Magazins für Wirtschaftsjuristen sowie online. In der Online-Version können Sie selbst bestimmen, was Sie am meisten interessiert und sich die Tabelle nach unterschiedlichen Kriterien sortiert anzeigen lassen.

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