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27.09.2018

Immuntherapie: Boehringer investiert mit Gleiss und Maybach Görg Lenneis Geréd in Innsbruck

Boehringer Ingelheim übernimmt das Innsbrucker Pharma-Start-up Vira Therapeutics. Bereits seit zwei Jahren hatte Boehringer mit dem auf Immuntherapien zur Behandlung von Krebs spezialisierten Unternehmen kooperiert. Seinen Zukauf lässt sich der Ingelheimer Pharmariese 210 Millionen Euro kosten.

Mathias Görg

Mathias Görg

Ziel der seit 2016 bestehenden Kooperation war die Entwicklung sogenannter onkolytischer Viren, die zu den vielversprechenden neuen Therapieansätzen in der Krebsforschung zählen. Der Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF) war seitdem einer der Kerninvestoren des österreichischen Unternehmens. Im Rahmen der Kooperation war zudem eine Kaufoption vereinbart worden, die Boehringer nun wahrgenommen hat.

Der Pharmariese mit Hauptsitz in Rheinland-Pfalz beschäftigt weltweit rund 50.000 Mitarbeiter. 2017 setzte er mehr als 18 Milliarden Euro um, ein knappes Fünftel floss direkt wieder in die Forschung – beispielsweise in die Kooperation mit Vira Therapeutics.

Vira Therapeutics war 2013 aus der Medizinischen Universität Innsbruck heraus gegründet worden. Die Forscher bereiten für klinische Studien Viren vor, die Tumorzellen infizieren und im Idealfall ganz abtöten.

Berater Boehringer Ingelheim
Gleiss Lutz: Dr. Martin Viciano Gofferje (Federführung; Corporate/M&A; Berlin), Dr. Alexander Schwarz (Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Herwig Lux (IP; Stuttgart)
Maybach Görg Lenneis Geréd (Wien): Dr. Mathias Görg, Marian Maybach – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht: Dr. Jan Bolt (Federführung; Head of IP Litigation), Dr. Mario Stillig, Bernd Mayer – aus dem Markt bekannt

Berater Vira Therapeutics
CMS Hasche Sigle (München): Stefan-Ulrich Müller (Corporate/M&A), Stefan Lüft (IP; beide Federführung); Associates: Jessica Mohaupt, Anton Hieber, Sabine Renz (alle Corporate/M&A)
Weisenheimer Legal (Wien): Robert Leuthner (Corporate/M&A)

Hintergrund: Da alle steuerlichen und viele lizenzrechtlichen Fragen schon zuvor geklärt worden waren und bereits eine Kaufoption vorlag, waren überwiegend die M&A-Anwälte gefragt. Den Großteil der Dealvorbereitungen trieb die transaktionserfahrene Rechtsabteilung von Boehringer Ingelheim selbst voran. Die Federführung lag, wie schon zuvor, bei Dr. Jan Bolt, der seit März 2017 die Abteilung IP Litigation des Pharmaunternehmens leitet.

Für weitere Fragen unterstützte Gleiss Lutz-Partner Viciano Gofferje die Inhousejuristen. Als Co-Leiter der Healthcare-und-Lifescience-Gruppe hatte er  schon bei der Kooperationsvereinbarung an der Seite von Boehringer Ingelheim gestanden. Die Kanzlei berät regelmäßig in komplexen Transaktionen auf dem Gesundheitsmarkt, darunter zuletzt zur Übernahme des insolventen Klinikkonzerns Paracelsus durch den Private-Equity-Investor Porterhouse. Zum österreichischen Recht beriet wie schon zu Beginn der Kooperation die Wiener Kanzlei Maybach Görg Lenneis Geréd.

Berater treu geblieben

Auch aufseiten von Vira Therapeutics änderte sich bei den Beratern wenig. Mit Weisenheimer Legal engagierte Vira Therapeutics zwar eine andere Kanzlei, blieb jedoch ihrem Anwalt Robert Leuthner treu. Dieser hatte 2017 gemeinsam mit Martina Flitsch und Dominik Leiter eine neue Kanzlei gegründet, die nicht nur einen Schwerpunkt in der Start-up-Beratung hat, sondern zudem über große Branchenerfahrung im Lifescience-Sektor verfügt. (Annette Kamps)

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