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11.06.2018

Im Gespräch: Michael Lagler zu den Stellschrauben des Managements

Seit eineinhalb Jahren ist Michael Lagler Managing-Partner bei Schönherr in Wien. Im Interview spricht er über die strategischen Aufgaben seines Amtes, die nationalen wie internationalen Entwicklungschancen der Kanzlei und warum ihm das Personalwesen so am Herzen liegt.

Michael Lagler

Michael Lagler

JUVE: Was haben Sie seit Ihrer Amtseinführung vor knapp eineinhalb Jahren bereits umgesetzt?
Dr. Michael Lagler: Ich stehe als Managing-Partner dem Strategieausschuss der Kanzlei vor, mit dem ich sehr eng zusammenarbeite. Unserer einzigartigen Corporate-Governance-Struktur und der effizienten Arbeit im Team ist es auch zu verdanken, dass ich meine Beratungstätigkeit vollständig aufrechterhalten kann. Wir haben auf allen Ebenen die Kooperation verstärkt, sowohl im Management als auch in den Praxisgruppen. Die starke Zusammenarbeit unserer Spezialisten und die enge Verzahnung der Teams erlaubt es uns, als Full-Service-Kanzlei auf höchstem Niveau zu beraten.

Mit welcher Strategie halten Sie die Kanzlei auf Kurs?
Wir bekennen uns klar zur CEE-Region und wollen unsere Präsenz in den bestehenden Schönherr-Jurisdiktionen weiter stärken – aus eigener Kraft und durch Quereinsteiger. Im Personalbereich sind klare Aussagen zu den Werten und Erwartungen der Kanzlei wichtig, um eine bessere Vorhersehbarkeit von Karrieren zu schaffen. Eine weitere Säule unserer Strategie ist Innovation. Wir haben den ‚innovation hub @ schoenherr‘ gegründet und arbeiten innerhalb der Kanzlei an maßgeschneiderten Lösungen. Ziel ist es, zum Beispiel mittels Technologie Prozesse besser, schneller und günstiger zu machen.

Bleiben Sie auch für Personalwesen zuständig?
Ja, denn das ist unser wichtigstes Kapital. Ich bin überzeugt, dass die Personalentwicklung eines der zentralsten Leitungsinstrumente ist. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, unsere Juristen und Mitarbeiter zu motivieren, Denkanstöße zu geben und Karrieren weiterzuentwickeln. Oder dort einzugreifen, wo es notwendig ist.

Gibt es konkrete Fachbereiche, die die Kanzlei aus- oder abbauen möchte?
Wir haben nicht vor abzubauen. Wirtschaftliche Entwicklungen können aber immer zu Schwankungen in einzelnen Bereichen führen. Es ist uns bisher sehr gut gelungen, durch Flexibilität und Marktwissen darauf zu reagieren. Wir haben neue Mandatsbereiche frühzeitig erkannt und aufgebaut. Wir arbeiten verstärkt daran, unser rein juristisches Wissen mit Industrie-Know-how zu verbinden und dieses hervorzuheben. Bei uns sind führende Experten für verschiedene Branchen und Sektoren wie Energie, Banken, Versicherungen, Health Care oder Immobilien tätig. In Bereichen, wo wir Potenzial sehen, stocken wir natürlich personell auf. So haben wir unser Versicherungsrechtsteam mit mehreren neuen Juristen verstärkt. Ein weiterer aufstrebender Bereich ist ‚New Technologies‘, wozu auch Datenschutz zählt. Der Beratungsbedarf in diesem Bereich nimmt enorm zu.

Ihr Vorgänger Dr. Christoph Lindinger stand 16 Jahre an der Spitze der Kanzlei. Dürfen wir das bei Ihnen auch erwarten?
Das wäre sicher zu lang. Ich bin vorerst für drei Jahre gewählt worden und bin nun in der ersten Hälfte meiner Funktionsperiode. Die Arbeit als Managing-Partner macht mir Spaß. Die Partnerschaft entwickelt sich sehr positiv. Es ist aber trotz der großartigen Zusammenarbeit auf den verschiedenen Ebenen dennoch eine Herausforderung, meine Funktion als Managing-Partner, die Mandatsarbeit und mein Familienleben in Einklang zu bringen.

Das Gespräch führte Claudia Otto.

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