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20.07.2021

Umsatz 2020: Clifford Chance in Deutschland nur fast auf Vorjahresniveau

Mit einem kleinen Minus von 1,05 Prozent schließt Clifford Chance das abgelaufene Geschäftsjahr ab. In Deutschland erreichte die Kanzlei einen Umsatz von 188 Millionen Euro, also 2 Millionen weniger als 2019/2020, was das beste Jahr seit Langem gewesen ist. Die Produktivität sank ebenfalls leicht. 

Peter Dieners

Peter Dieners

Dabei blieb die Zahl der Partner mit 65,9 FTE (Full Time Equivalents) im Vergleich zum Vorjahr unverändert, insgesamt wuchs die Mannschaft auf 186,1 Anwälte – im Vorjahr waren es noch 182,5. Entsprechend sank die Produktivität, gemessen am Umsatz pro Berufsträger (UBT), um 2,5 Prozent von 765.000 Euro auf zuletzt 746.000 Euro. Letzteres dürfte für die deutsche Praxis ärgerlich sein, denn von 2015/16 bis 2019/20 hatte sie sich kontinuierlich über eine steigende Produktivität freuen können. Diese war allerdings auch das Ergebnis einer stetig abnehmenden Personaldecke von 271,0 auf 252,0 Berufsträger.

Ende 2020 verließen mit der Finanzierungspartnerin Barbara Mayer-Trautmann und dem Transaktionsexperten Markus Muhs zwei langjährige und umsatzstarke Partner die Kanzlei in Richtung der US-Kanzlei Milbank. Die entstandene Lücke schloss die Kanzlei Mitte des Jahres wieder – von Kirkland & Ellis wechselten Dr. Volkmar Bruckner und Dr. Mark Aschenbrenner. Insbesondere die Abgänge dürften zum leichten Minus gegenüber dem Vorjahr beigetragen haben.

Zu den umsatzstarken Transaktionsmandaten des vergangenen Geschäftsjahres gehörte der Börsengang der Clifford-Mandantin Synlab. Auch Tristan Capital Partners ging mit Clifford im großen Stil auf Shopping-Tour und übernahm ein milliardenschweres Immobilienpaket. Außerdem begleitete sie Norsk Hydro beim 1,38-Milliarden-Euro-Verkauf des Geschäftsfelds Rolling an KPS Capital Partners.

Was der deutschen Praxis verwehrt blieb, schaffte Clifford auf internationaler Ebene: Im sechsten Jahr infolge konnte sie den Umsatz und den Gewinn steigern. Mit rund einem Prozent Umsatzwachstum auf 2,05 Milliarden Euro blieb aber auch hier das Wachstum gering. Der Gewinn lag kanzleiweit bei 802 Millionen Euro, was einer Entnahme von 2,07 Millionen Euro pro Equity-Partner entspricht. Seit der Umstrukturierung im Geschäftsjahr 2015/16 hat der Umsatz der Kanzlei um 35 Prozent und der Gewinn um 59 Prozent zugelegt. (Eva Flick)

 

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