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22.02.2021

Frankfurt: Arnold & Porters Corporate-Leiterin wechselt zu Friedrich Graf von Westphalen

Nach dem Rückzug von Arnold & Porter Kaye Scholer aus dem deutschen Markt gewinnt Friedrich Graf von Westphalen & Partner die bisherige Corporate-Chefin der US-Kanzlei: Zum März wechselt Dr. Annette Bödeker (56) in das Frankfurter Büro der deutschen Sozietät, die wie sie selbst einen Schwerpunkt in der Pharma- und Medizintechnikbranche hat.

Annette Bödeker

Annette Bödeker

Bödeker, die als Anwältin und Notarin tätig ist, war 2012 von Orrick Hölters & Elsing (jetzt: Orrick Herrington & Sutcliffe) zu Kaye Scholer gewechselt, um dort die Leitung der deutschen Gesellschaftsrechts- und M&A-Praxis zu übernehmen. Diese Funktion behielt sie auch, nachdem die Kanzlei mit der Wettbewerberin Arnold & Portner fusionierte. Bödecker, die ihre Laufbahn bei Hengeler Mueller begann und später in der Partnerschaft von Linklaters fortgesetzt hatte, war in den vergangenen Jahren regelmäßig an der Seite des Online-Brokers flatex sowie häufig in transatlantischen Deals zu sehen.

In Abstimmung mit den britischen und amerikanischen Büros von Arnold & Porter beriet sie beispielsweise mit Kartellrechtspartner Dr. Sebastian Jungermann zusammen die Gesellschafter des Medizintechnikunternehmens Quantifoil Micro beim Verkauf ihrer Anteile an Sample Preparation Technologies (SPT) sowie zwei Mittelständler beim Anteilsverkauf an den US-Konzern Gardner Denver Medical.

Jungermann wechselte schon zum Februar als Equity-Partner in die Kartellrechtspraxis von Arnecke Sibeth Dabelstein. Zuvor ging der Litigation-Partner Dr. Michael Weigel mit seinem Team zu Oppenhoff & Partner. Dass Arnold & Porter − die Life-Science-Unternehmen wie Novartis und Pfizer zu ihrer Mandantschaft zählt − ihr einziges deutsches Büro schließt, um ihren Ausbau in den USA fokussierter vorantreiben zu können, war im vergangenen September bekannt geworden.

Wachstum mit Fokus Gesundheit und Technologie

Friedrich Graf von Westphalen setzt mit dem Zugang der Corporate-Partnerin Bödeker ihre fachliche Verbreiterung im Gesundheitssektor fort. Sie hatte in den vergangenen Jahren sowohl die Transaktionsberatung von Pharmaunternehmen und Medizintechnikern ausgebaut, als auch deren gerichtliche Vertretung im IP-Recht. Außerdem gehören Apotheken und ihre Verbände zur Mandantschaft. Zudem unterstützt das Arbeitsrechtsteam regelmäßig auch Klinikketten, wie beispielsweise die Paracelsus-Gruppe im Insolvenz- und Restrukturierungsprozess.

Insbesondere ihr Frankfurter Büro hatte die Mittelstandsberaterin zuletzt personell verstärkt. „Nachdem wir den Standort Frankfurt in den vergangenen Jahren vor allem im Immobilienrecht, Arbeitsrecht, im Bereich IP sowie um das Notariat ausgebaut haben, werden wir nun auch im Transaktionsbereich weiter wachsen“, so Co-Managing-Partner Carsten Laschet. Bödeker soll auch eng mit dem Berliner Venture-Capital-Team zusammenarbeiten, da sie in den vergangenen Jahren mit Mandanten aus dem Silicon Valley auch technologienahe Investments begleitete. Friedrich Graf von Westphalen hatte das Berliner Büro im vergangenen Jahr eröffnet. (Sonja Behrens)

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