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20.11.2020

Veteranen der Tabakindustrie: Philip Morris-Anwälte gründen Litigation-Boutique

Sie begannen ihre Laufbahn Ende der 1990er-Jahre bei der Nürnberger Kanzlei G&P Gloeckner Fuhrmann Nentwich, dann machten sie getrennt voneinander Karriere in Großkanzleien, wurden in der Rechtsabteilung des Tabakriesen Philip Morris wieder Kollegen – und haben nun gemeinsam eine Kanzlei gegründet: Till Olbrich (50) und Dr. Philipp Massari (45) wollen sich als Konfliktlösungsboutique Massari Olbrich auf Streitigkeiten mit regulatorischem Einschlag fokussieren.

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Till Olbrich

Olbrich wechselte nach Stationen bei Hengeler Mueller und als Foreign Associate bei der New Yorker Kanzlei Wachtell Lipton Rosen & Katz 2005 zu Philip Morris. Dort war er zuletzt als Deputy General Counsel der Konzernrechtsabteilung in Lausanne für weltweit mehr als 200 Juristen verantwortlich. Massari war unter anderem Associate bei Freshfields Bruckhaus Deringer und Hogan Lovells, bevor er 2013 zu Philip Morris kam.

Wo Boxen allein nicht reicht

Die Anwälte wollen in ihrer Boutique Streitigkeiten über das rein Juristische hinaus betrachten – ihre Erfahrungen aus der Tabakbranche sollen dabei helfen. „Die Konflikte, Krisen und Kontroversen eines weltweit führenden Tabakunternehmens dürften die schwierigsten und vielfältigsten sein, die man sich vorstellen kann“, sagt Olbrich. Perfekte Analyse und juristische Argumente reichten nicht immer. „Man muss nicht nur Boxen können, sondern auch Judo und Karate beherrschen. Eben nicht nur ein Topjurist sein, sondern auch geübt im Umgang mit Medien und politisch versiert.“

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Philipp Massari

Bei Philip Morris waren beide etwa mit Themen wie der Tabakprodukte-Richtlinie oder dem sogenannten Plain Packaging befasst. Olbrich ist weiter in Lausanne ansässig, Massari hat ein Büro in München. Die langjährigen Inhouse-Juristen wollen nicht nur Prozesse operativ führen, sondern vor allem strategisch beraten und „flankierende politische Überzeugungsarbeit“ leisten – zum Beispiel wenn sich Streitigkeiten vor dem Hintergrund laufender Gesetzesvorhaben wie dem Lieferkettengesetz entfalten. (Marc Chmielewski)

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