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09.10.2019

Arbeitsrecht: Watson Farley stellt Praxis mit Lutz Abel-Partner neu auf

Watson Farley & Williams verstärkt zum Januar ihr Münchner Büro mit dem Arbeitsrechtler und Datenschutzexperten Dr. Philipp Byers. Der 40-Jährige leitet derzeit noch die Arbeitsrechtspraxis bei Lutz Abel. An der Seite von Byers, der als Equity-Partner beginnt, wechseln auch zwei Associates, von denen eine zuletzt bei Media Saturn tätig war. Der Weggang macht bei Lutz Abel den Neuaufbau nötig. Der Zugang des Ecovis-Partners Thomas Müller (41) ebenfalls zum Januar steht bereits fest.

Philipp Byers

Philipp Byers

Byers begann seine Karriere 2009 bei RP Richter, der Vorgängerkanzlei der heutigen Baker Tilly. Weitere Stationen waren Wagensonner sowie die Münchner Boutique Meister, wo Byers begann, sich auf den Beschäftigtendatenschutz zu spezialisieren. Seit 2014 trieb Byers bei Lutz Abel den Ausbau der arbeitsrechtlichen Praxis voran. Mit Henning Abraham gewann er einen Partner für das Hamburger Büro. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Arbeitgebern, insbesondere mittelständischen Unternehmen.

Der Mittelstand wird ihn auch bei Watson Farley auslasten. Gemeinsam mit den beiden Partnern Dr. Nikolaus Krienke und Dr. Andreas Wiegreffe, die sowohl von München als auch von Hamburg aus tätig sind, soll Byers künftig vor allem zu Restrukturierungen beraten. Zuletzt beriet die Praxis unter anderem das Städtische Klinikum München und den ADAC. Seine Erfahrung im Arbeitnehmerdatenschutz und in der arbeitsrechtlichen Compliance ergänzen die bisherige Aufstellung des Teams, das sich vor allem am Münchner Standort zuletzt im Wandel befand.

Frank-Peter Reissinger

Frank-Peter Reissinger

Bereits im März wechselte Partnerin Dr. Anne Kleffmann zu Latham & Watkins. Jüngst wurde bekannt, dass auch der of Counsel Dr. Frank-Peter Reissinger (75) die Kanzlei zum September verlassen hat: Der angesehene Arbeitsrechtler und Beiten-Gründungspartner folgte seinem Sohn Dr. Fabian Reissinger ins Münchner Büro von Fieldfisher. Dieser war nach vier Jahren als Associate Anfang 2019 von Watson Farley zu Fieldfisher gewechselt, wo er im Mai zum Partner ernannt wurde. Mit dem Zugang von Byers und den beiden Associates Kathrin Wenzel und der Media Saturn-Syndizi Manuela Kerscher zählt das neu aufgestellte Arbeitsrechtsteam von Watson Farley drei Partner und neun Associates.

Ausbau und standortübergreifende Zusammenarbeit

Für Lutz Abel bedeutet der Weggang von Byers einen herben Verlust, schließlich hatte sich der Praxisgruppenleiter in den vergangenen Jahren mit diversen Mandaten auch überregional einen Namen gemacht. Dazu zählte unter anderem die Beratung des Sky-Betriebsrats im Statusverfahren zu Mitbestimmungsrechten im Aufsichtsrat sowie die Vertretung des VW-Ingenieurs Rudolf Krebs im Zuge des Dieselskandals.

Thomas Müller

Thomas Müller

Nach dem Weggang Byers wird bei Lutz Abel der Hamburger Partner Abraham die Leitung der Praxisgruppe übernehmen. In München verstärkt sich die Kanzlei zum Jahreswechsel mit Müller von Ecovis als Salary-Partner. Der 41-Jährige hat dort seit 2012 die arbeitsrechtliche Beratung aufgebaut und war 2016 zum Equity-Partner ernannt worden. Begonnen hatte Müller seine Anwaltskarriere in der Münchner Kanzlei Dr. Rehbock & Kollegen, wo er noch überwiegend auf Arbeitnehmerseite tätig war. Bei Ecovis liegen seine Schwerpunkte aktuell in der Beratung mittelständischer Unternehmen zu Restrukturierungen, sozialversicherungsrechtlichen Themen und im Beschäftigtendatenschutz.

Müller soll somit auch dazu beitragen, die Lücke, die Byers im Arbeitnehmerdatenschutz hinterlässt, zu schließen. Diese Aufgabe kommt auch dem Hamburger Datenschutzexperten André Schmidt zu, mit dem das Hamburger Arbeitsrechtsteam bereits in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet hatte. Ebenfalls zum Jahresbeginn 2020 wird Claudia Knuth in Hamburg zur Partnerin ernannt. Das Team wird dann aus vier Partnern und drei Associates bestehen. Die weitere Verstärkung des Mittelbaus ist ebenfalls geplant, ebenso eine engere Zusammenarbeit der beiden Standorte der Arbeitsrechtspraxis, Hamburg und München. (Annette Kamps)

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