Artikel drucken
11.04.2019

Umsatz: Litigation- und Corporate-Beratung treiben Noerr-Kennzahlen hoch

Noerr ist im Geschäftsjahr 2018 ein kräftiger Umsatzsprung gelungen: Die Kanzlei setzte mit ihren sechs deutschen Standorten im vergangenen Jahr 229,4 Millionen Euro um und damit 12,8 Prozent mehr als 2017. Haupttreiber der guten Entwicklung waren vor allem die Bereiche Corporate/M&A und Litigation. Die Produktivität stieg um 10 Prozent.

Torsten Fett

Torsten Fett

Während der Umsatz kräftig zulegte, verharrte die Zahl der Berufsträger (Full Time Equivalents (FTE) 2018: 366,1) etwa auf Vorjahresniveau (FTE 2017: 357,2). Dementsprechend legte die Produktivität zu: Beim UBT lag Noerr 2018 bei rund 627.000 Euro und damit rund 10 Prozent über dem Vorjahresniveau (569.000 Euro).

Ein Teil des Erfolgs ist auch auf das Hamburger Büro zurückzuführen, das Noerr im Frühjahr 2017 mit einem Team von White & Case eröffnet hatte und das nun erstmals mit einem vollständigen Jahresumsatz in den Zahlen enthalten ist. Mandate wie die Beratung von US-Investor J.C. Flowers beim Erwerb der HSH-Bank von Hamburg aus zeigen, dass der Plan der Kanzlei aufgegangen ist, die Mandatsqualität mithilfe des neuen Standorts weiter zu steigern.

Dies ist auch an anderen Stellen gelungen, zum Beispiel im Bereich Corporate/M&A: Hier ist Noerr inzwischen häufiger in Großtransaktionen zu sehen, etwa an der Seite von Bayer beim Verkauf der Digital-Farming-Sparte an BASF – ein Mandat, das auch für die wachsende Beratung von Digitalisierungsthemen steht, für die sich die Kanzlei früher als die meisten Wettbewerber positioniert hatte.

Besonders stark zum Umsatz trug auch der Bereich Compliance bei, inklusive des Trendthemas Datenschutz, sowie die Beratung bei Börsengängen. Nach eigenen Angaben war Noerr 2018 an knapp einem Drittel der IPOs im Prime Standard der Frankfurter Börse beteiligt, darunter Home 24 und Westwing.

Im Fachbereich Konfliktlösung, der traditionell stark ist und etwa die Mercedes Benz Bank im ersten deutschen Musterfeststellungsverfahren vertrat, sorgte ein gewisser VW-Effekt für zusätzliches Umsatzwachstun: Noerr ist bekanntermaßen eine der Kanzleien, die den Autobauer bei der Abwehr von Verbraucherklagen unterstützt.

Alexander Ritvay

Alexander Ritvay

In den JUVE Top 100 der umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland belegte Noerr zuletzt Platz 5. Mit dem jüngsten Ergebnis könnte sie sich an Linklaters vorbei auf Platz 4 schieben, falls der Umsatz der Magic-CircleKanzlei im vergleichbaren Zeitraum wie in den vergangenen Jahren nur einstellig wachsen sollte. Im vergangenen Geschäftsjahr lag Linklaters‘ Umsatz bei rund 207 Millionen Euro. Das mit Noerr vergleichbare Geschäftsjahr der Magic-Circle-Kanzlei endet allerdings erst Ende Mai.

Pünktlich zum nun laufenden Geschäftsjahr hat ein neues Führungs-Duo das Ruder bei Noerr übernommen: Der Frankfurter Compliance-Experte Dr. Thorsten Fett löste nach 15 Jahren den Münchner Partner Dr. Tobias Bürgers als Co-Sprecher ab. Damit steht Fett seit Jahresbeginn an der Spitze der Kanzlei zusammen mit dem Berliner Corporate-Partner Dr. Alexander Ritvay, der bereits seit 2013 Co-Sprecher von Noerr ist. (Christin Stender)

  • Teilen