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09.07.2018

Stundenlöhne: Associates profitieren vom Gehälterkrieg – außer im Osten

Um deutlich über vier Prozent stieg der durchschnittliche Bruttostundenlohn bundesweit für Associates. Um den Mittelwert von 42,57 Euro herum bestehen jedoch weiterhin große regionale Unterschiede. Bei den höchsten Stundenlöhnen konnte Düsseldorf dieses Mal Frankfurt knapp überholen. Das zeigt die azur-Associate-Umfrage 2017, an der im vergangenen Sommer insgesamt 3.007 junge Juristen teilnahmen.

Im Juni 2016 begann eine Welle von Gehaltserhöhungen für Berufseinsteiger und Associates, ausgelöst von Hengeler Mueller, deren Beispiel in den Monaten danach zahlreiche Kanzleien folgten. Diese Welle spülte auch den rechnerischen Stundenlohn, den die Associates von ihren Arbeitgebern ausgezahlt bekamen, nach oben. Denn die Gehaltserhöhungen wurden nicht von einer erhöhten Arbeitszeit aufgesogen. Die Arbeitszeit für Associates verharrte laut azur-Umfrage 2017 bei den schon im Vorjahr beobachteten 54 Wochenstunden.

Spitzenreiter Düsseldorf

Die regionalen Unterschiede beim Stundenlohn sind groß. An der Spitze stehen zwei der wichtigsten Standorte für Wirtschaftskanzleien in Deutschland, Düsseldorf (45,97 Euro) und Frankfurt (45,73 Euro). Der relativ moderate Zuwachs von etwa zwei Prozent in Frankfurt führte dazu, dass die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt sich nun als teuersten Standort bezeichnen kann. Die kräftigste Erhöhung des Stundenlohnes war in Hamburg zu beobachten – ein Standort, der seit knapp einem Jahr besonders viele neue Kanzleien anlockt. 

 

Stundenlohn Associates 2018

 

Außerhalb der Metropolen lag der durchschnittliche Associate-Stundenlohn dagegen um mehr als ein Viertel niedriger. Diese Differenz ist mancherorts gegenüber dem Vorjahr sogar noch gewachsen, etwa in NRW. Am Ende der Skala liegt, wie schon 2016. die östlichen Bundesländer ohne Berlin. Hier sank der rechnerische Stundenlohn im vergangenen Jahr sogar leicht auf 25,68 Euro. Aus dem ländlichen Hessen lagen der Redaktion zu wenige Daten vor.

Arbeitsbelastung Inhouse stieg an

Bei den Inhousejuristen offenbarte die Umfrage eine im Mittel um mehr als eine Stunde gestiegene wöchentliche Arbeitszeit. Sie lag mit gut 47 Stunden immer noch deutlich unter der in den Kanzleien. Die Erhöhung drückte aber die Stundenlöhne wieder knapp unter die Marke von 40 Euro, die im Vorjahr noch übertroffen wurde.

Um den Stundenlohn zu ermitteln, stützte sich die azur-Redaktion auf zwei Angaben der Umfrageteilnehmer: die durchschnittliche Arbeitszeit in Wochenstunden, die auf das ganze Jahr hochgerechnet wurde, und das Bruttojahresfestgehalt. Bonuszahlungen und Nebenleistungen blieben unberücksichtigt. Angenommen wurden 28 voll genutzte Tage Jahresurlaub. (Ludger Steckelbach)

 

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