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27.07.2017

Wiederaufbau in Frankfurt: KWM wächst mit Quereinsteigern von Noerr und Latham

KWM Europe, die im März neu gegründete deutsche Kanzlei im globalen Netzwerk von King & Wood Mallesons, will nach der Insolvenz der Vorgängereinheit wieder wachsen. So holt das Frankfurter Büro zum Oktober die beiden Quereinsteiger Hui Zhao (51) von Noerr und Daniel Ehret (41) von Latham & Watkins und baut damit die Bereiche Gesellschafts- und Finanzrecht aus.

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Hui Zhao

Mit den Neuzugängen will die Corporate-Boutique vor allem ihre Beratung bei deutsch-chinesischen Transaktionen stärken. Eine wichtige Rolle fällt hierbei Zhao zu, der auf die Beratung von M&A-Deals mit Chinabezug spezialisiert ist und Mandanten in chinesischer Sprache beraten kann. Seit 2007 ist er bei Noerr, derzeit als Assoziierter Partner im Frankfurter Büro, wo er für das China-Desk tätig ist. Zuvor arbeitete Zhao für RSM Hemmelrath (inzwischen Roever Broenner Susat Mazars) in Frankfurt und Schanghai, wo er bei ausländischen Investitionen in China und Unternehmenskäufen chinesischer Investoren in Deutschland beriet.

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Daniel Ehret

Auch der Schwerpunkt von KWM liegt auf der Beratung chinesischer Investoren beim Kauf deutscher Unternehmen. Etwa die Chengdu Techcent Environment und deren Großaktionärin Deng, die das damalige Frankfurter Team um den mittlerweile zu Allen & Overy gewechselten Michiel Huizinga bei der Gründung zweier Joint Ventures mit dem Berliner Recycling-Konzern Alba beriet. Bei Noerr arbeiten nach Zhaos Wechsel noch fünf Berufsträger für das China-Desk, davon zwei Partner sowie drei Associates mit Chinesischkenntnissen.

Daniel Ehret war bisher Counsel im Frankfurter Büro von Latham, wo er unter anderem bei Restrukturierungen und Insolvenzen beriet. Er begleitete Banken, Fonds und andere Gläubiger sowie Krisenunternehmen und Insolvenzverwalter bei Restrukturierungen und Refinanzierungen. Etwa Mandantin Wilmington Trust, die er als Agent und Sicherheitenagent in den Insolvenzverfahren Praktiker und Max Bahr begleitete. Darüber hinaus beriet er auch bei Akquisitions- und Unternehmensfinanzierungen ohne Bezug zu Restrukturierungen. 

Die beiden neuen Partner sind der erste Schritt von KWM, nach der Insolvenz des europäischen Arms und der Neugründung des Frankfurter Büros wieder zu wachsen. Im Zuge des Niedergangs Anfang 2017 hatten zahlreiche ehemalige King & Wood-Partner in anderen Einheiten eine neue Heimat gefunden. „Die Zugänge signalisieren unser langfristiges Engagement im deutschen Markt“, sagte Wang Junfeng, Global Chairman von King & Wood. Mit ihnen umfasst der deutsche Standort insgesamt acht Berufsträger, davon sechs Partner. Bis zum Jahresende strebt die Kanzlei laut Partner Dr. Christian Cornett ein weiteres personelles Wachstum auf bis zu 18 Berufsträger an. (Konstanze Richter)

 

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