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08.06.2017

Stühlerücken bei Novartis: Neuer deutscher Chefjurist kommt von Boehringer Ingelheim

Mehrere Wechsel in den Rechtsabteilungen des Novartis-Konzerns haben ein Personalkarussell in Gang gesetzt: Nachfolger des deutschen Novartis-Chefjuristen Andreas Schillack, der zur Generikasparte Sandoz wechselte, wird Mitte Juni der Boehringer Ingelheim-Jurist Dr. Oliver Blattner (42). Aus der Zentrale in Basel ist zudem Alexander Meier (46) nach elf Jahren bei Novartis zu der IP-Kanzlei Hoyng ROKH Monegier gewechselt. 

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Oliver Blattner

Schillack hatte zum April die neu geschaffene Position des Head Legal Western Europe bei Sandoz, der Generikasparte des Novartis-Konzerns, übernommen. Sein Nachfolger als Leiter der Rechts- und Compliance-Abteilung von Novartis in Deutschland, Blattner, hatte bei Boehringer zuletzt innerhalb der Rechtsabteilung das Human-Pharma-Geschäft verantwortet. Blattners Nachfolgerin bei Boehringer, Sheila Denton, kommt aus den eigenen Reihen. 

Blattner wird Leiter Recht und Compliance der Division Pharma des Schweizer Konzerns in Nürnberg und ist als ‚Country Legal Head‘ auch für alle Juristen der anderen Divisionen – Oncology, Alcon, Hexal, Novartis Business Services – in Deutschland zuständig. In Nürnberg arbeiten 20 Mitarbeiter in der Pharmarechtsabteilung, in den weiteren Divisionen sind rund ein Dutzend weitere Juristen beschäftigt.

Von Basel nach München und Amsterdam

Meier war bei Novartis in Basel zuletzt Head of Legal, Global & Pharma Drug Development. Er stieß 2006 zum Novartis-Konzern, ab 2008 führte er im bayrischen Holzkirchen die rechtlichen Geschicke bei Hexal, bevor er 2011 nach Basel wechselte. Dort hatte er zuletzt eine Doppelrolle inne: Er leitete die Rechtsabteilung und ein Team für pharmaspezifische Entwicklungsfragen.

Vor seiner Zeit bei Novartis war Meier bei den Münchner Pharma- und Medizinrechtskanzleien Harms & Melzer (später Harms Hasskarl Melzer) und Kaltwasser tätig. Bei Hoyng ROKH Monegier ist er nun als Counsel im Amsterdamer Team der Pharmaregulierungsexpertin Carla Schoonderbeek angesiedelt. Daneben wird Meier aber auch im Münchner Büro tätig sein, das die Kanzlei vor einem Jahr eröffnet hat. Er wird überwiegend im europäischen Recht beraten, deckt daneben aber auch deutsches regulatorisches Pharmarecht ab.

Alexander Meier

Alexander Meier

Die IP-Kanzlei Hoyng ROKH Monegier war im Sommer 2015 durch die Fusion von Hoyng Monegier und Reimann Osterrieth Köhler Haft (ROKH) entstanden. In Deutschland ist die Kanzlei mit Büros in Düsseldorf, Mannheim und München an den Standorten der drei wichtigsten Patentgerichte präsent. International beschäftigt die Kanzlei mit Büros in Amsterdam, Brüssel, Paris und Madrid rund 100 IP-Anwälte. 

Nachfolger von Meier bei Novartis wird Sean Reilly, der seit 26 Jahren bei Novartis ist und zuletzt als General Counsel für Novartis Pharmaceuticals fungierte. Seine Rolle wird künftig Roy Papatheodorou ausfüllen, der wiederum zuvor als Head Legal Transactions direkt an den Group General Counsel Felix Ehrat berichtet hat. Nachfolger von Papatheodorou wird Augusto Lima, der von Anheuser-Busch InBev zu Novartis stößt. Auch bei der Novartis-Tochter Hexal hatte es zuletzt einen Wechsel an der Spitze der Rechtsabteilung gegeben: Im April übernahm dort Michael Groh von GlaxoSmithKline. (Silke Brünger, Marc Chmielewski)

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