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01.06.2017

Spin-off in Köln: Osborne Clarke verliert Vergaberechtspraxis

Osborne Clarke hat zum Juni ihre komplette Vergaberechtspraxis verloren. Das sechsköpfige Team, darunter die Partner Dr. Oliver Esch (44) und Dr. Karsten Lisch (43), gründete die Boutique Esch Bahner Lisch. Dritte Namenspartnerin ist Dr. Hanna Bahner (38), die bisher Counsel bei Osborne Clarke war. Grund für den Spin-off sollen vor allem Mandatskonflikte gewesen sein. Osborne Clarke plant zunächst keinen Wiederaufbau einer Vergaberechtspraxis. 

Oliver Esch

Oliver Esch

Gut ein Jahr nach der Gründung von Blomstein durch ehemalige Freshfields Bruckhaus Deringer-Anwälte macht sich damit erneut eine Großkanzlei-Vergaberechtspraxis selbstständig. Mit sieben Anwälten verfügt die Kölner Kanzlei Esch Bahner Lisch schon bei ihrer Gründung über ein relativ großes Team.

Karsten Lisch

Karsten Lisch

Esch war seit 2009 Partner bei Osborne Clarke. Ausgehend von einer Spezialexpertise bei Vergaben im Rettungsdienstsektor erweiterte er sein vergaberechtliches Beratungsspektrum unter anderem auf Medizinproduktehersteller und Kommunen. Der Aufbau der Vergaberechtspraxis durch Esch fand auch bei Wettbewerbern Anerkennung. Vor zwei Jahren wurde dann Lisch zum zweiten Partner ernannt. Er ist auf IT-Vergaben spezialisiert und berät in diesem Feld vor allem Hochschulen.

Konflikt zwischen Vergabe- und IT-Rechtlern

Die bisherige Counsel Bahner hat bisher wie Esch vornehmlich Behörden, Krankenkassen und Rettungsdienste in Vergabeverfahren beraten. Zur Praxisgruppe gehörten bisher drei weitere Associates, die allesamt mit in die neue Einheit wechseln. Hinzu kommt als Associate ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der kürzlich als Rechtsanwalt zugelassen wurde.

Hanna Bahner

Hanna Bahner

Grund für den Abgang waren vor allem Mandatskonflikte. Zwar hat die Vergaberechtspraxis wie die Gesamtkanzlei einen Schwerpunkt im IT-Sektor. Doch während die Vergaberechtler vor allem auf Auftraggeberseite tätig sind, berät die Kanzlei ansonsten eher IT-Unternehmen – und diese sind eher potenzielle Bieter. Anders als etwa beim Freshfields-Spin-off Blomstein soll eine starke Fokussierung aufs Transaktionsgeschäft keine Rolle bei der Trennung gespielt haben. Osborne Clarke hat bisher keine Pläne, die Vergaberechtspraxis wieder aufzubauen. (Christina Schulze)

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