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12.04.2017

Vier auf einen Streich: CBH eröffnet in Berlin, München, Hamburg und Stuttgart

CBH holt zum großen Expansionsschritt aus: Gleich vier weitere Standorte eröffnet die Kölner Kanzlei. Voraussichtlich Anfang Juli geht sie in Berlin, Hamburg und München an den Start, in Stuttgart hat sie bereits im April ein neues Büro eröffnet. Der Großteil der insgesamt 14 neuen Anwälte kommt von Preu Bohlig & Partner. In Berlin fusioniert CBH mit Merz Jacobsen.

Stefan­ Hertwig

Stefan­ Hertwig

Bislang ist CBH vor allem aus dem Kölner Büro heraus tätig. Einen zweiten Standort hat die auf mittelständische Mandanten fokussierte Einheit seit der Wendezeit in Cottbus. In Hamburg eröffnet CBH nun Anfang Juli mit dem kompletten Büro von Preu Bohlig. Das Team um die Partner Dr. Detlef von Schultz und Sebastian Eble ist vor allem auf Marken-, Design- und Wettbewerbsrecht spezialisiert. Mit Philipp von Mettenheim hat es zudem Expertise im Medienrecht.

Ebenfalls mit Preu Bohlig-Anwälten eröffnet CBH im Juli ein Büro in München. Hier verstärkt der bekannte Patentexperte Dr. Stephan Gruber die Mittelstandsberater. Hannes Jacobsen hat einen Beratungsschwerpunkt an der Schnittstelle von Patent- und Kartellrecht. Er ist bislang bei Preu Bohlig Associate und wechselt als Partner zu CBH.  

Die IP-Anwälte treffen bei CBH auf ein gut positioniertes Team im Soft-IP sowie auf die maßgeblichen deutschen Berater im Arbeitnehmererfinderrecht um Namenspartner Prof. Dr. Kurt Bartenbach. Bei Patentprozessen konnte das Kölner Team allerdings bislang den führenden Praxen in Düsseldorf und München kaum Paroli bieten. Mit Gruber erhält es nun wesentliche Verstärkung. „Für den gesamten IP- und Medienrechtsbereich ist die Verstärkung aus unserer Sicht ein Quantensprung“, sagte CBH-Geschäftsführer Prof. Dr. Stefan Hertwig. 

Jenseits von IP

Bereits zum April hat CBH in Stuttgart ein Büro mit dem Preu Bohlig-Partner Richard Haug eröffnet. Er ist spezialisiert auf Lizenz- und Entwicklungsverträge für die Automotiveindustrie, berät aber auch gesellschafts- und insolvenzrechtlich. Er wird von einer Associate unterstützt.     

In Berlin kommt es voraussichtlich auch Anfang Juli zur Fusion von CBH mit der örtlichen Kanzlei Merz Jacobsen. Sie hat Schwerpunkte im Kartell- und Verwaltungsrecht sowie im Notariat. Besondere Berührungspunkte mit CBH bestehen vor allem im Kartellrecht und bei der baurechtlichen Begleitung von Infrastrukturprojekten. CBH-Partner Hertwig wird künftig in Berlin arbeiten. Er will seine Kontakte ins Bundesverkehrsministerium intensivieren und die Kanzlei besser für Infrastrukturausschreibungen durch Bundesbehörden rüsten. Zudem stößt Arbeitsrechtler Dr. Thomas Ritter von Heinz & Ritter hinzu.

Vom Zusammenschluss mit Merz Jacobsen und Thomas Ritter erhoffen sich die Beteiligten erhebliche Synergien und Akquisitionseffekte, vor allem im Bau- und Immobilienrecht sowie im Arbeits-, Gesellschafts-, Bank- und Kapitalmarktrecht.

Fest steht bereits, dass Eble, von Schulz, Gruber, Jacobson und Haug als Partner zu CBH kommen. Ob noch weitere Neuankömmlinge von Preu Bohlig als Partner bei CBH einsteigen, ist ebenso Gegenstand von Gesprächen wie der künftige Status der Merz Jacobsen-Anwälte. Aktuell arbeiten an beiden CBH-Standorten 76 Berufsträger. 

Paul Assies

Paul Assies

„Wir sind überzeugt, dass dies der richtige Schritt im Rahmen der Weiterentwicklung unserer Kanzlei ist. Es handelt sich um einen sorgfältig vorbereiteten Meilenstein in der Geschichte von CBH, der von der Partnerversammlung einstimmig beschlossen wurde“, so Hertwig. Sein Partner in der Geschäftsführung Paul Assies fügte hinzu: „Wir sind sicher, dass der Schritt auf die nationale Bühne enormes Potenzial hat und die Marke CBH weiter stärken wird.“

Exodus bei Preu Bohlig

Für Preu Bohlig bedeuten die Abgänge zu CBH einen weiteren starken Schwund bei ihren Berufsträgern. Nach strategischen Diskussionen hatte sich 2016 das auf Patentprozesse spezialisierte Düsseldorfer Büro als Kather Augenstein abgespalten. Anfang 2017 gründete zudem der Corporate-Partner Sebastian Freiherr von Bechtolsheim im München seine eigene Kanzlei. In Hamburg tat es ihm der IP- und Medienrechtler Dr. Oliver Scherenberg gleich. Mit Gruber verliert Preu Bohlig ein weiteres Schwergewicht für Patentprozesse und mit dem Hamburger Büro den Schwerpunkt ihrer marken- und wettbewerbsrechtlichen Arbeit.

In Zukunft arbeiten 13 Partner und 11 Associates bei Preu Bohlig an den vier Standorten Berlin, Düsseldorf, München und Paris. Durch die Abgänge agiert die Kanzlei mit einem zunehmend auf die Begleitung von IP-rechtlichen Prozessen fokussierten Ansatz im Markt. Nur noch am Düsseldorfer Standort berät ein Anwalt zu gesellschaftsrechtlichen Fragen.

Den Ereignissen waren intensive strategische Diskussionen um die Kanzleistruktur, Vergütung, den künftigen Beratungsschwerpunkt und die internationale Strategie vorausgegangen. Vor allem der Start des neuen Europäischen Patentgerichts im Dezember stellt Kanzleien wie Preu Bohlig mit starkem Schwerpunkt im Patentrecht vor große Herausforderungen. Daraufhin hatte die Kanzlei 2016 ein Büro in Paris eröffnet. (Mathieu Klos)

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