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13.12.2013

Insolvenz: Schultze & Braun verwaltet Windparkentwickler Windreich

Das Amtsgericht Esslingen hat in dieser Woche das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Windreich GmbH eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Holger Blümle bestellt. Bereits seit September ist der Stuttgarter Partner von Schultze & Braun als Sachwalter bei Windreich tätig (Az. 5 IN 301/13). Damals hatte der Windparkentwickler noch einen entsprechenden Antrag auf Eigenverwaltung gestellt.

Holger Blümle

Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens steht fest, dass der Plan von Firmengründer Willi Balz gescheitert ist, das Unternehmen in Eigenregie zu sanieren (mehr…). Im September konnte er das Amtsgericht davon überzeugen, dass die Zahlungsschwierigkeiten, die zur Schieflage geführt hatten, nur vorübergehend seien. Schon damals brachten sich zahlreiche Gläubiger von Windreich für ein mögliches Insolvenzverfahren in Stellung.

Auf den erfahrenen Insolvenzverwalter Blümle wartet keine einfache Aufgabe. Presseberichten zufolge steht bereits seit einigen Wochen fest, dass die Sanierung in Eigenregie gescheitert ist. Unabhängig von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll das Prestigeprojekt MEG 1 fertiggestellt werden, so Blümle. Von einem Verkauf des gesamten Windparks, von dem Ex-Firmenchef Balz immer wieder gesprochen hatte, ist derzeit nicht mehr die Rede.

Als nächster brisanter Termin steht am 13. Januar 2014 eine Versammlung der Anleihegläubiger an. Eine größere Gruppe von Privatkunden hat in Windreich-Unternehmensanleihen investiert, die von der Schweizer Bank J. Safra Sarasin platziert wurden. Bei der Bank besteht jedoch der Verdacht eines Interessenkonflikts, weil sie einer der größten Kreditgeber für Windreich gewesen ist und daher ein Eigeninteresse an der Platzierung der Anleihen hatte. Dem Vernehmen nach wollen die Anleihegläubiger auf der Versammlung im Januar einen sogenannten Gemeinsamen Vertreter wählen, der möglichst viele Gläubigerinteressen auf sich vereinen und dann gegenüber Windreich und Insolvenzverwalter Blümle vertreten soll. Im vorläufigen Gläubigerausschuss von Windreich vertritt Klaus Nieding von der Kanzlei Nieding + Barth die Interessen verschiedener Anleihegläubiger.

Derweil stellen verschiedene Privatkunden, vertreten durch die Kanzleien Bergdolt und Schubert und Rotter, Forderungen gegen J. Safra Sarasin. Die Bank hat in den Auseinandersetzungen die Prozesspraxis von Linklaters in Frankfurt mandatiert. (Marcus Jung)

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