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22.10.1998

Caemmerer und Bender in deutsch-schweizer Fusion mit Lenz Iselin Riggenbach

Zum November schloss sich die deutsche Sozietät Caemmerer und Bender mit Büros in Karlsruhe, Freiburg und Erfurt mit der Baseler Anwalts- und Notarpraxis Lenz Iselin Riggenbach zusammen und setzt sich somit an die Spitze grenzüberschreitender Aktivitäten im Dreiländereck zwischen Südwestdeutschland Nordwestschweiz und Elsass.
Die Kanzlei, die von jetzt an in Deutschland den Namen Caemmerer Bender Lenz trägt, in der Schweiz allerdings den lokal eingeführten Namen von Dr. Peter Lenz zuerst nennt, hat mit der Fusion die Zahl ihrer Berufsträger auf 30 erhöht.
Erstmals ist die Sozietät in der Lage, Mandanten neben der interdisziplinären Beratung von Steuerberatern/Wirtschaftsprüfern und Anwälten auch die integrierte notarielle Dienstleistung anbieten zu können. Dies hat neben dem offensichtlichen Aspekt des Services aus einer Hand, wie ihn Kanzleien nach dem diesjährigen Verfassungsgerichtsentscheid an Standorten mit Anwaltsnotariat bereits anbieten, den Vorteil der massiven Kostenersparnis.
Notarielle Beglaubigungen belaufen sich in der Schweiz auf rund ein Zehntel der deutschen Kosten, so dass für Mandanten aus der Region ein greifbarer Vorteil entsteht. “Der Zusammenschluss mit Schweizer Anwälten und Notaren ist aber nicht nur im Hinblick auf Vorteile bei der Beurkundung interessant. „Wir sehen darin in erster Linie einen strategisch bedeutenden Schritt, im interessanten und natürlich zusammenhängenden Wirtschaftsraum des Dreiländerecks an vorderster Stelle präsent zu sein,” kommentiert Caemmerer-Partner Dr. Michael Pap.
Dabei könnte auch die Aussicht auf mögliche weitere Expansion zu einem späteren Zeitpunkt eine Rolle gespielt haben. Zunächst aber, wie Dr. Oliver Melber, ebenfalls Partner in Karlsruhe, betont, steht eine Phase der Konsolidierung bevor, die eine vollständige Integration der Sozietät ermöglichen soll. Diese könnte durch die bisherige Ausrichtung der Schweizer Kollegen erleichtert werden, die keine vollständig neuen Arbeitsbereiche oder Rechtsgebiete mit einbringen, sondern vorhandene Kompetenzen verstärken und ergänzen.
Aus Schweizer Sicht zählte vor allem das Argument, Mandanten bei ihren grenzüberschreitenden Aktivitäten nicht mehr verweisen zu müssen, sondern aktiv begleiten zu können. Auch die hinzugewonnene manpower war ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Entscheidung. Ausschlag gebend bei der Wahl des Fusionspartners war allerdings die gegenseitige Sympathie. Die Chemie musste stimmen, oder wie es der Baseler Seniorpartner Dr. Peter Lenz ausdrückt: “Es war Liebe auf den ersten Blick.”
Mit ihrem Votum für einen Schweizer Fusionspartner nehmen die Badener zudem einen Trend vorweg, wie einige Anwälte der Region meinen. Die Schweiz als Finanzplatz – die Bankenfusion zeigt es – wird immer bedeutender. Und man ist sich einig, wer hier frühzeitig den Markt besetzt, könnte zukünftig einen entscheidenden Vorteil haben.

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