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06.04.2021

Folgen der Niedrigzinsen: Versicherungskammer kauft mit Hogan Lovells Ferngas-Gruppe

Auf der Suche nach verlässlichen Erträgen kauft Deutschlands größter öffentlicher Versicherer ein Gasnetz. Der den Sparkassen verbundene Konzern Versicherungskammer Bayern meldete kurz vor Ostern den Erwerb der Ferngas-Gruppe vom Finanzinvestor First Sentier Investors (FSI). Der Preis beläuft sich auf 720 Millionen Euro. Die kartellrechtliche Genehmigung der Behörden steht noch aus.

Alexander Rieger

Alexander Rieger

Die Ferngas-Gruppe betreibt ein Gasnetz mit mehr als 3.000 Kilometer Leitungen in Nordbayern, Thüringen und angrenzenden Gebieten. First Sentier, die bis Mitte des vergangenen Jahres noch First State hieß, hatte das Netz Ferngas Nordbayern und Erdgasversorger Thüringen-Sachsen (EVG) 2014 von E.on und VNG übernommen. 

An dem regulierten Unternehmen waren dem Vernehmen nach zahlreiche Infrastrukturinvestoren interessiert. Einige der größten unter ihnen waren früh aus dem Rennen. Bekannt ist, dass neben der Versicherungskammer noch der private Versicherer Swiss Life, JP Morgan und der italienische Fernleitungsnetzbetreiber Snam bis zuletzt mitgeboten haben.

Dass mit der Versicherungskammer Bayern ein Unternehmen aus der Versicherungsbranche den Zuschlag erhielt, überrascht wenig. Die Versicherungsbranche leidet ebenso wie Banken seit Jahren unter den Folgen der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die die Renditen der Kapitalanlagen drückt. Viele Versicherungen sind deswegen auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten. Regulierte Assets wie Gasleitungen bieten fixe Renditen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Versicherungskammer will Investitionen der künftigen Tochtergesellschaft fördern, unter anderem in die Wasserstofftechnologie. Ferngas beliefert nach Angaben der Versicherungskammer gut 60 örtliche Energieversorger und große Firmenkunden.

Berater Versicherungskammer Bayern
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Alexander Rieger (Federführung; Infrastruktur/M&A), Dr. Stefan Schröder (Regulierung; Düsseldorf), Dr. Carla Luh (Infrastruktur/Finanzierung; Hamburg), Dr. Jörg Herwig, Alexander Koch (Luxemburg; beide Corporate/M&A), Dr. Marc Schweda (Kartellrecht; Hamburg), Dr. Matthias Schönhaus, Gerard Neiens (Luxemburg; beide Steuerrecht), Prof. Dr. Thomas Dünchheim (Öffentliches Recht/Umweltrecht; beide Düsseldorf), Pierre Reuter (Bankaufsichtsrecht; Luxemburg), Bernd Klemm (München), Dr. Kerstin Neighbour (beide Arbeitsrecht), Prof. Dr. Fabian Pfuhl (IP), Markus Franken (Immobilienrecht); Associates: Johannes Groß, Pascal Wagenführ, Camilla Fröhlich, Alexandra Willm, Konstantin Weber (alle Infrastruktur/M&A), Christian Hermanussen (Infrastruktur/Finanzierung; Hamburg), Benoit Serraf (Corporate/M&A; Luxemburg), Tobias Grossevollmer, Finn Poll-Wolbeck (beide Regulierung; beide Düsseldorf), Dr. Jan-Christoph Rudowicz (Kartellrecht; Hamburg), Dr. Sebastian Gräler, Ines D. Mittermeier (beide Öffentliches Recht/Umweltrecht; beide Düsseldorf), Annika Lind (Immobilienrecht), Dr. Thomas Frank (München), Charlotte Baecker (beide Arbeitsrecht), Anne Schmitt (IP), Anja Brunthaler (Steuerrecht; Düsseldorf), Simon Recher (Bankaufsichtsrecht)

Tobias Larisch

Tobias Larisch

Berater First Sentier Investors (FSI)
Latham Watkins (Düsseldorf): Dr. Tobias Larisch (Federführung; Corporate/M&A), Conrad Andersen (Finanzierung; London), Anne Kleffmann (Arbeitsrecht; München), Otto von Gruben (Immobilienrecht; Hamburg), Dr. Susan Kempe-Müller (Corporate/IP; Frankfurt), Joachim Grittmann (Regulierung; Frankfurt), Dr. Ulf Kieker (Steuerrecht; München), Rebecca Crowley (Finanzierung; London), Dr. Jana Dammann (Kartellrecht; Hamburg); Associates: Dr. Stephan Hufnagel (Co-Federführung; München), Jörg Ruff, Jaschar Mirkhani, Katharina Intfeld, Florian Feistle, Felix Gasten (alle Corporate/M&A), Alexander Wilhelm (Regulierung; Frankfurt), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht; München), Dr. Maximilian Berenbrok (Immobilienrecht), Dr. Stefan Bartz (Compliance; beide Hamburg), Pia Sösemann (Corporate/IP; Frankfurt)
EY (Hamburg): Dr. Florian Ropohl (Federführung); Associates: Lukas Göckeritz, Kai Dittmer, Fabian Schröder (alle Steuern)

Berater Swiss Life
White & Case (Düsseldorf): Thomas Burmeister (Regulierung/M&A), Dr. Jörg Kraffel (Berlin; beide Federführung), Dr. Carsten Rodemann (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater JP Morgan
Herbert Smith Freehills (Düsseldorf): Dr. Christoph Nawroth (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Snam
Orrick Herrington & Sutcliffe (Düsseldorf): Dr. Oliver Duys (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers (Düsseldorf): Oliver Dörfler; Associate: Martin Ratzke (beide M&A Tax)

Thomas Burmeister

Thomas Burmeister

Hintergrund: Für die Energiepraxis von Latham ist es das erste Mandat des Investors FSI. Larisch war mit seinem Associate Hufnagel Mitte 2020 über einen Pitch ins Mandat gekommen. Zu ihren Aufgaben gehörten neben der Vendor Due Diligence insbesondere auch die Organisation des Verkaufsprozesses.

Das zum Verkauf stehende Unternehmen kannte der federführende Partner Larisch bereits. Auf der Seite von E.on beriet er 2014 noch als Freshfields Bruckhaus Deringer-Partner zum Verkauf an die Australier, die sich damals von Hengeler Mueller beraten ließen. Konstant für FSI tätig ist vor allem EY-Steuerpartner Ropohl.

Im Bieterprozess standen Larisch und seinem Team zum Schluss, mit Ausnahme von White & Case, nur wenige der sonst in diesem Feld tätigen Kanzleien wie Hengeler Mueller, Clifford Chance oder auch Linklaters gegenüber.

Die Versicherungskammer, die das Rennen machte, setzte auf das Infrastruktur-Team von Hogan Lovells. Die Federführung lag beim Frankfurter Partner Rieger, der im Dezember 2020 auf Empfehlung ins Mandat gekommen war. Die Abstimmung der regulatorischen Fragen der Transaktion übernahm das Team um den Düsseldorfer Gasregulierungsspezialisten Schröder, der 2020 von DLA Piper zu Hogan Lovells gewechselt war. (Martin Ströder; mit Material von dpa)

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