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29.03.2021

Teure Brillen: Rodenstock geht dieses Mal an Linklaters-Mandantin Apax

Der Finanzinvestor Apax hat sich den deutschen Brillenhersteller Rodenstock gesichert, ein Portfoliounternehmen des Private-Equity-Hauses Compass Partners. Der Kaufpreis soll sich auf mehr als eine Milliarde Euro belaufen. Sofern die Behörden zustimmen, wollen die Parteien die Transaktion Mitte des Jahres abschließen. 

Ralph Drebes

Ralph Drebes

Rodenstock mit Sitz in München stellt Brillengestelle und Brillengläser her und beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit knapp 4.900 Mitarbeiter. Neben dem Vertrieb unter eigenem Namen entwirft und produziert das Unternehmen auch Brillengestelle für die Marke Porsche Design. Der britisch-amerikanische Vermögensverwalter Compass Partners hatte das Unternehmen 2016 vom Private-Equity-Investor Bridgepoint gekauft. Apax ist nun das vierte Private-Equity-Haus, das Rodenstock kauft, den Anfang hatte 2003 Permira gemacht. 

Käufer Apax investiert über seine Fonds bevorzugt in Healthcare-, IT-, und Technologie-Unternehmen. Insgesamt verwalten die Apax-Fonds ein Vermögen von rund 60 Milliarden US-Dollar. 

Kurz darauf wurde bekannt, dass sich auch Mubadala Investment Company an Rodenstock beteiligen wird. Der Staatsfonds von Abu Dhabi hatte im Herbst 2020 auch in das Hamburger Biotech-Unternehmen Evotec investiert.

Berater Apax
Linklaters (Frankfurt): Dr. Ralph Drebes (Federführung; Corporate/M&A), Ben Rodham (Corporate; London), Matthew Devey (Arbeitsrecht), Dr. Daniel Pauly, Dr. Michael Leicht (beide Medien- und Datenschutzrecht), Marc Trinkaus (Bank- und Finanzrecht), Dr. Jana Hager (Öffentliches Recht; Berlin); Associates: Dr. Albrecht Schaefer, Dr. Christoph Tamcke, Dr. Johannes Porsch (alle Corporate/M&A), Caroline Roggenbuck, Tim Werhann (beide Arbeitsrecht), Atif Wolfgang Bhatti (IP/Konfliktlösung), Patricia Galts (Immobilienwirtschaftsrecht), Jasmin Pommer (Medien- und Datenschutzrecht), Dr. Lasse Petersen, David Ben Kaiser (beide Bank- und Finanzrecht; Berlin)
Ashurst (Brüssel): Gil Even-Shoshan (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Simpson Thatcher & Bartlett (London): Ian Barratt (Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
Ogier (Luxemburg): Laurent Thailly (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt 
PricewaterhouseCoopers (München): Christian Tempich (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Mubadala
Clifford Chance: Mohammed Al-Shukairy (Dubai), Dr. Thomas Krecek; Associate: Lara Stelmach (beide Frankfurt; alle Corporate M&A) – aus dem Markt bekannt

Volker Kullmann

Volker Kullmann

Berater Compass Partners/Rodenstock
Sidley Austin (München): Volker Kullmann (Federführung), Nicole Janssen, Adam Runcorn (London; alle Private Equity), Oliver Currall (London), Roderic Pagel (beide Steuern), Markus Feil (Finanzierung); Associates: Thomas Komanek, Jennifer Geng (beide Private Equity), Xenia Pisarewski (Finanzierung)
Maat Rechtsanwälte (München): Thomas Bader, Jutta Cantauw (beide Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt
Giese & Partner (Prag): Jitka Sytařová; Associate: Jaroslava Trojanová (beide Corporate) – aus dem Markt bekannt
ILCT (Bangkok): Palawi Bunnag; Associate: Supachai Arunthamsakul (beide Corporate ) – aus dem Markt bekannt
Dickson Minto (London): Andrew Nuthall (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers: keine Nennungen 

Berater Rodenstock Management
Poellath (München): Dr. Benedikt Hohaus (Federführung); Associate: Silke Simmer (beide Corporate/M&A)

Hintergrund: Auf Käuferseite kam ein internationales Team von Linklaters um den Frankfurter Partner Drebes zum Zug. Apax setzt bereits seit mehreren Jahren auf eine Beratung von Linklaters, wenn es um Zu- und Verkäufe von Unternehmen geht. So zum Beispiel auch beim Verkauf des Schweizer Labordienstleisters Unilabs oder der Übernahme des Pharmaunternehmens Neuraxpharm aus Luxemburg. 

Die Fusionskontrolle übernahm für Apax der Brüsseler Ashurst-Partner Even-Shoshan. Ashurst ist laut Marktinformationen häufiger für Apax unterwegs, wenn es um Fusionskontrollen geht. 

Auch das Minderheitsinvestment von Mubadala bedarf der behördlichen Freigabe. Der Staatsfonds setzte nach JUVE-Informationen bei seiner Beteiligung auf das gleiche Clifford-Team, mit dem er im vergangenen Jahr auch bei Evotec eingestiegen war.

Sidley Austin steht Compass Partners und seinem Portfoliounternehmen Rodenstock bereits seit mehreren Jahren zur Seite. So beriet die Kanzlei das Unternehmen unter anderem auch 2019 und 2020 zur Refinanzierung von Fremdkapital. Die Beziehung zum Unternehmen geht auf persönliche Kontakte des federführenden Sidley-Partners Kullmann zurück. Er begleitete schon einmal einen Eigentümerwechsel bei Rodenstock: 2007 beriet er − damals als Partner von Kirkland & Ellis −  das PE-Haus Bridgepoint, als dieses Rodenstock von Permira kaufte. 

Benedikt Hohaus

Benedikt Hohaus

Neben Sidley kamen auf Verkäuferseite noch weitere Kanzleien zum Einsatz. Darunter die Münchner Kanzlei Maat, die zu Fragen im Arbeitsrecht beriet. Sie war von Sidley mit ins Boot genommen worden.

Das Management von Rodenstock holte sich mit Poellath einen eigenen Rechtsberater an die Seite, der sie zu gesellschaftsrechtlichen Aspekten, insbesondere zur Managementbeteiligung, beriet. Der Kontakt zwischen Management und Kanzlei kam über den CFO von Rodenstock zustande. Die Sozietät beriet unter der Federführung von Christian Tönnies zuletzt auch den Online-Optiker Mister Spex bei Zukäufen und einer weiteren Finanzierungsrunde.

Zu Fragen des tschechischen und  thailändischen Rechts, die sich im Zusammenhang mit der Transaktion ergaben, wurden mit Giese & Partner und ILCT jeweils Kanzleien in den entsprechenden Jurisdiktionen mandatiert. Beide sind bereits seit mehreren Jahren für Rodenstock im Einsatz, denn in beiden Ländern besitzt der Brillenhersteller Produktionsstandorte. 

PricewaterhouseCoopers kam mit unterschiedlichen Teams auf beiden Seiten zum Zuge und übernahm nach Marktinformationen die Tax und Finance Due Diligence. (Michael Forst; mit Material von dpa)

Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Artikel nachträglich ergänzt.

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