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31.03.2021

Joint Venture mit VW: Brose steigt mithilfe von Hennerkes und Gleiss in den Fahrersitz

Brose und VW wollen einen Global Player für Sitztechnik erschaffen. Der fränkische Autozulieferer beteiligt sich dafür zur Hälfte an der Volkswagen-Tochter Sitech. Auf dem hart umkämpften Markt für Fahrzeugsitze solle das neue Gemeinschaftsunternehmen seinen Umsatz in den kommenden zehn Jahren auf 2,8 Milliarden Euro verdoppeln, heißt es.

„Das Joint Venture wird das Geschäft mit dem Volkswagen-Konzern und künftig mit weiteren Automobilherstellern ausweiten. Wir wollen zusammen profitabel wachsen und zu den Top 3 im globalen Sitzmarkt gehören“, sagte Brose-Chef Ulrich Schrickel. Neben Entwicklungs- und Fertigungsstandorten in Osteuropa, Deutschland und China ist dem Vernehmen nach auch eine Ausweitung der Aktivitäten in Europa, Amerika und Asien geplant. 

Sitech wolle seine Belegschaft bis 2030 von heute 5.200 auf 7.000 Beschäftigte vergrößern. Der Stammsitz der Dachgesellschaft bleibe im polnischen Polkowice. Brose werde den Vorstandschef und den Entwicklungschef stellen, Volkswagen den Produktionschef und den kaufmännischen Vorstand. Die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion wird bis Ende des Jahres angestrebt.

Berater Brose
Inhouse Recht (Coburg): Dr. Florian Niewöhner (Leiter Recht & Compliance), Alexander Thum, Nina Kreisel, Alexander Taubert, Jana Ziegler, Vivian Chen, Yiming Li (beide Brose China)
Inhouse Steuern (Coburg): Daniela Ettenhofer (Leiterin Steuern International), Eva-Maria Kirchner (Leiterin Steuern National), Julian Buchhauser
Hennerkes Kirchdörfer & Lorz (Stuttgart): Prof. Dr. Andreas Wiedemann, Dr. Christian Klein-Wiele (beide Federführung); Associate: Dr. Johannes Otto (alle Corporate)
Gleiss Lutz (Stuttgart): Dr. Alexander Schwarz (Corporate), Dr. Ulrich Soltész (Kartellrecht); Associates: Dr. Fabian Mumme, Dr. Reimund von der Höh (beide Corporate), Kristina Winkelmann (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Wardynski & Partners (Warschau) – aus dem Markt bekannt
Haiwen (Peking) – aus dem Markt bekannt
EY (Freiburg): Daniel Käshammer, Ivo Schmohl, Heike Riesselmann (alle Steuern) – aus dem Markt bekannt

Jörg Rhiel

Jörg Rhiel

Berater Volkswagen
Inhouse Recht (Wolfsburg): Tatiana Getman, Wolfgang Lehning – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Jörg Rhiel, Agnieszka Janicka (Warschau), Alex Cook (Prag), Glen Ma (Schanghai; alle Corporate), Dr. Claudia Milbradt (IP; Düsseldorf), Dr. Dominik Engl (Steuerrecht), Thomas Reischauer (Immobilienrecht), Anne Haas (München), Krzysztof Hajdamowic (Warschau; beide Corporate); Associates: Dr. Nadine Fell, Jakub Veselý (Prag; beide Corporate), Dr. Nicolas Hohn-Hein (IP; Düsseldorf),
Dentons (Düsseldorf): Dr. Florian Wiesner; Associates: Dr. Arne Karsten, Franziska Peters (Berlin; alle Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
KPMG (München):  Tobias Ackert, Thomas Blatnik; Associate: Thomas Schäffer (alle Steuern)

Berater Aufsichtsrat von Volkswagen 
Arqis (Düsseldorf): Dr. Andrea Panzer-Heemeier (Arbeitsrecht), Dr. Christof Schneider (Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Notar
Wicker Schütz (Frankfurt): Dr. Bernhard Schütz – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Das Inhouse-Team von Brose wird seit Jahresbeginn von General Counsel Niewöhner geleitet, der zuvor in unterschiedlichen leitenden Funktionen bei Knorr Bremse tätig war, bevor er bei dem bayrischen Familienunternehmen die Verantwortung für Legal & Compliance übernahm. Niewöhner trat bei Brose in die Fußstapfen von Axel Schmidt, der als Group General Counsel zur Dräxlmaier Group wechselte.

Hennerkes-Partner Wiedemann steht Brose und seiner Eigentümer-Familie schon seit 2014 in juristischen Fragen zur Seite. In gemeinsamer Federführung übernahmen die Partner Wiedemann und Klein-Wiele die rechtliche Koordination des Projekts und die Strukturierung und Gestaltung der Transaktion. 

Gleiss wurde für die grenzüberschreitenden Due-Diligence-Prozesse und die kartellrechtlichen Abstimmungen an Bord geholt. Gleiss und Hennerkes haben bereits in der Vergangenheit in Mandaten zusammengearbeitet. Für die polnisch- und chinesischrechtlichen Aspekte zog das Unternehmen die lokalen Kanzleien Wardynski und Haiwen hinzu.

Clifford-Partner Rhiel ist regelmäßig für die VW-Gruppe im Einsatz, wenn es um die Bildung neuer Allianzen geht. So beriet er Volkswagen 2018 zur Beteiligung am Stuttgarter Digital-Spezialisten Diconium, den der Konzern dann im vergangenen Herbst vollständig übernahm. 2019 begleitete Rhiel die Gründung eines Joint Ventures zwischen VW und dem skandinavischen Unternehmen Northvolt, um in Salzgitter eine Gigafactory zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien hochzuziehen.

Arqis wurde von der Arbeitnehmer-Seite im Aufsichtsrat mandatiert, um die Regeln zum Schutz der Arbeitnehmer zu prüfen.

Für die Fusionskontrolle greift VW weiterhin regelmäßig auf den Dentons-Kartellrechtler Wiesner zurück, der 2019 von Clifford zur Dentons gewechselt war und die Mandatsbeziehung in die neue Einheit mitbrachte. (Sonja Behrens, Eva Lienemann; mit Material von dpa)

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