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18.02.2021

Stadion-Deal: HSV verkauft Grundstück an die Stadt Hamburg

Der Hamburger Sportverein (HSV) hat sein Stadiongrundstück im Stadtteil Bahrenfeld verkauft. Käufer ist die Stadt Hamburg, die dafür 23,5 Millionen Euro an den Zweitligisten zahlte. Der Klub und die Stadt unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung. Der bereits im Herbst 2020 beschlossene Verkauf erfolgte nach Zustimmung der Bürgerschaft. Das Volksparkstadion selbst bleibt Eigentum des Vereins.

Thomas Hildebrandt

Thomas Hildebrandt

Die Stadt Hamburg räumt dem HSV ein Erbbaurecht über das rund 75.000 Quadratmeter große Grundstück ein. Die Laufzeit endet frühestens 2087. Wohl eher kein Zufall, denn in diesem Jahr feiert der 1887 gegründete Traditionsklub sein 200-jähriges Bestehen. Zudem gibt es eine Verlängerungsoption für das Erbbaurecht bis zum Jahr 2117. Der Erbbauzins beträgt 1,8 Prozent, das sind etwa 423.000 Euro pro Jahr.

Mit dem Geld aus dem Verkauf will der HSV das Volksparkstadion fit machen für die Fußballeuropameisterschaft, die im Jahr 2024 in Deutschland stattfinden wird. Hamburg ist einer der zehn Austragungsorte. Gespielt werden soll außerdem in Dortmund, Köln, Berlin, Frankfurt, Leipzig, Düsseldorf, Stuttgart, München und in Gelsenkirchen. Modernisiert respektive erneuert werden sollen das LED-Flutlicht, die Beschallung des Stadions, Serverräume, die Sanitärräume sowie das Stadiondach, heißt es in einer Mitteilung. Die Kosten sollen  zwischen 20 und 30 Millionen liegen. Die Unicredit, die 2016 ein Schuldscheindarlehen von 40 Millionen Euro für den Klub platzierte, war bezüglich der Sicherheiten involviert. Neben der Ablösung des Stadionkredits wurde ein Teil dieses Geld ebenfalls in die Modernisierung des Volksparkstadions gesteckt.

Dank der aktuellen Vereinbarung mit der Stadt kann der Klub nun weiter trotz coronabedingter Umsatzeinbußen in den Umbau der Spielstätte investieren. Gleichzeitig verpflichtet er sich, im Zusammenhang mit der Fußball-EM keine weiteren finanziellen Forderungen an die Stadt Hamburg zu stellen. 

Berater Stadt Hamburg
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Hilke Schapp, Michael Freyer 

Berater HSV
Leinemann & Partner (Hamburg): Dr. Thomas Hildebrandt (Federführung), Dr. Christoph Priebe, Dr. Amneh Abu Saris; Associate: Vera Martens (alle Baurecht)
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Philipp Winter (General Counsel)

Thomas Flatten

Thomas Flatten

Berater UniCredit
White & Case (Frankfurt): Dr. Thomas Flatten; Associate: Michael Bittner (beide Finanzierung)

Hintergrund: Der HSV hat schon in der Vergangenheit bei baurechtlichen Themen häufiger auf die Spezialisten von Leinemann gesetzt. So berät Hildebrandt und sein Team auch die Betreibergesellschaft des ,Athleticum am Volkspark‘ hinter dem das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Philips und der HSV stehen, bei der Planung und Realisierung eines sportmedizinischen Kompetenzzentrums. Die Beratung umfasst unter anderem mietrechtliche Themen, den Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Hamburg und die Abstimmung von Nachbarschaftsvereinbarungen.

White & Case-Partner Flatten hat die Unicredit schon 2016 beraten, als die Bank die Emission der HSV-Anleihe begleitete. Auch andere Partner der Kanzlei sind regelmäßig für das Kreditinstitut tätig. (Laura Bartels)

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