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12.01.2021

Entsorgungswirtschaft: Grüter und KPMG Law verhelfen Remex und K+S zu Joint Venture

Das Kasseler Bergbauunternehmen K+S bündelt seine Entsorgungsaktivitäten mit jenen der Remondis-Tochter Remex. Das Gemeinschaftsunternehmen namens Reks wird in Zukunft die Weiterverarbeitung und den Vertrieb von mineralischen Abfällen für den Bergbau übernehmen. Der Zusammenschluss muss noch von den Kartellämtern genehmigt werden.

Ina-Maria Böning

Ina-Maria Böning

K+S wird Reks unter anderem die Kapazitäten seiner Entsorgungsanlagen überlassen. Die Remondis-Tochter Remex wiederum bringt ihre Tochter Aurec in das Joint Venture ein. Aurec bereitet am K+S-Standort Bernburg bereits mineralische Abfälle für die Verfüllung von Hohlräumen. Das Unternehmen verfügt darüber hinaus über ein engmaschiges Vertriebsnetz. Beide Partner sollen an Reks mit jeweils 50 Prozent beteiligt sein.

Die Entsorgung von mineralischen Abfällen im Bergbau gilt als Wachstumsmarkt, in dem sich Reks behaupten soll. Die Transaktion werde zu einem nennenswerten Buchgewinn sowie zu einem Barmittelzufluss von rund 90 Millionen Euro vor Steuern führen, hieß es von K+S. Auch Remondis bringt die Transaktion Vorteile. Die Tochter Remex erhält durch das Joint Venture langfristige Entsorgungssicherheit für ihre mineralischen Abfälle. Der Abschluss des Deals wird für den Sommer 2021 erwartet.

Dem K+S-Konzern hilft die Transaktion auch, Schulden zu verringern – eine Baustelle, an der der Konzern schon länger arbeitet. Neben einer Reihe kleinerer Maßnahmen war der Durchbruch im Herbst mit einer Verkaufsankündigung für das US-Salzgeschäft von K+S gelungen. Die Industrieholding Stone Canyon legt dafür 3,2 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Der Deal soll ebenfalls im Sommer 2021 abgeschlossen werden.

Der Entsorgungskonzern Remondis aus Lünen bei Dortmund ist in den vergangenen Jahren durch Zukäufe und Gemeinschaftsunternehmen stark gewachsen. Zuletzt wurde bekannt, dass die Metallrecycling-Tochter TCR Recycling ein Joint Venture mit dem Hamburger Kupferkonzern Aurubis eingegangen ist. Die geplante Übernahme des Dualen Systems Deutschland (DSD) hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf jedoch im vergangenen Jahr aus kartellrechtlichen Gründen untersagt (Az. VI-Kart 3/19 (V)). 

Berater Remex Mineralstoff
Grüter (Duisburg): Dr. Ina-Maria Böning (Federführung), Eugen Löffler (beide Corporate/M&A), Dr. Stephan Kessen (Kartellrecht); Associate: Charlotte Weber (Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Kristin Huckshold (Leiter Recht), Christopher Kuhlmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht)
Quadrilog (Düsseldorf): Christoph Joußen, Simone Skornia-Schauland (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt

Boris Schilmar

Boris Schilmar

Berater K+S
KPMG Law (Düsseldorf): Dr. Dr. Boris Schilmar, Sebastian Stöhr (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Gerrit Rixen (Kartellrecht; Köln), Dr. Martin Trayer (Arbeitsrecht), Dr. Ulrich Keunecke (Bank- und Finanzrecht; beide Frankfurt), Jan-Erik Schapmann (Corporate/M&A); Annette Lionnet (Vertragsrecht; Nürnberg), Dr. Hannes Schwinn (Stuttgart), Alexander Roos (beide Kartellrecht), Isabella Ries (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt); Associates: Falk Hoffmann (Leipzig), Henning Klaus Wilhelm Bunte (Hamburg; beide Öffentliches Wirtschaftsrecht), Nicole Bohn (Vertragsrecht; Nürnberg), Anna Melikov, Franz-Jakob Schipp, Arijan Shaboviq (alle Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Kassel): Dr. Jens Keuthen (General Counsel), Markus Ludwig (Corporate/M&A), Albert Kipp (allgemeines Wirtschaftsrecht) 
PricewaterhouseCoopers (Berlin): Volker Booten, Holger Dallwitz, Lea Algermissen (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Notar
Schmidt von der Osten & Huber (Essen): Dr. Ulf Rademacher 

Hintergrund: K+S setzte bei einem Projekt dieser Art erstmals auf KPMG, nachdem K+S den Rechtsarm der Big-Four-Gesellschaft im April 2020 auf sein Panel berufen hat. Dem Vernehmen nach stand KPMG Law dem Bergbau- und Düngemittelkonzern K+S bereits in der Vergangenheit im laufenden Corporate-Geschäft zur Seite.

Remex setzt bereits seit mehreren Jahren regelmäßig auf Grüter. Ein Team um Corporate-Partnerin Böning beriet das Unternehmen unter anderem 2019 beim Kauf von ETH Umwelttechnik. Auch die Muttergesellschaft Remondis holte sich in der Vergangenheit Rat bei Grüter, zum Beispiel 2012 beim Verkauf von Xervon Energy an Hitachi Power Europe.

In der jüngeren Vergangenheit ließ sich Remondis allerdings regelmäßig von der Frankfurter Kanzlei Greenfort beraten, etwa bei der versuchten Übernahme des DSD. Greenfort-Partner Gunther Weiss stand zuletzt aber auch auf der Seite des Tochterunternehmens TCR Recycling. Im Kartellverfahren mandatierte Remondis Gleiss Lutz-Partner Dr. Ingo Brinker. (Johanna Heidrich, Martin Ströder; mit Material von dpa)

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