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20.11.2020

Begehrte Bausoftware: EQT angelt sich Hengeler-Mandantin Thinkproject mithilfe von Milbank

EQT hat sich eine Mehrheitsbeteiligung an dem Münchner Unternehmen Thinkproject gesichert. Die Beteiligung an dem Softwareentwickler für das Bau- und Ingenieurwesen soll sich das Investmenthaus laut Medienberichten 700 Millionen Euro kosten lassen. Anteilsverkäufer sind die Wachstumskapitalgesellschaft TA Associates und Thinkproject-Mitbegründer Thomas Bachmaier, die zusammen mit dem aktuellen Management auch zukünftig beteiligt sein werden.

Steffen Oppenländer

Steffen Oppenländer

Thinkproject wurde im Jahr 2000 gegründet und bietet cloudbasierte Kollaborationstools für die Baubranche an. Über einen vollständig digitalisierten Informationsfluss wird die Zusammenarbeit zwischen Bauträgern, Projektentwicklern und den unterschiedlichen Gewerken optimiert. Rund 2.000 Kunden weltweit nutzen das Angebot des Softwareunternehmens.

Die in Boston beheimatete Private-Equity-Firma TA Associates war 2017 an Bord gekommen. Das börsennotierte Beteiligungshaus EQT investiert in das Münchner Unternehmen über den noch jungen Fonds EQT IX, der ein Gesamtanlagevolumen von 15 Milliarden Euro erreichen soll. Der Abschluss der Transaktion wird bis zum Jahresende erwartet und unterliegt unter anderem noch behördlichen Genehmigungen.

Der Markt für Bausoftware ist in Bewegung. Bereits im Frühjahr war mit RIB Software ein deutsches Bausoftware-Unternehmen verkauft worden. Nach Medieninformationen interessierten sich neben EQT weitere Fondsgesellschaften für das Münchner Unternehmen Thinkproject.

Berater EQT
Milbank (München): Dr. Steffen Oppenländer (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Thomas Kleinheisterkamp (Steuerrecht), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht); Associates: Dr. Fritz Schuchmann, Dr. Pascal Härdtner, Johannes Wohlmuth (alle Corporate/M&A), Odilo Wallner (Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Arne Hammerich (Steuerrecht), Susanne Schricker (Kartellrecht)

Emanuel Strehle

Emanuel Strehle

Berater Thinkproject und TA Associates
Hengeler Mueller: Dr. Emanuel Strehle (München), Dr. Andreas Hoger (Frankfurt; beide Federführung; beide Corporate/M&A) Dr. Matthias Scheifele (Steuern; München), Dr. Daniela Böning (Finanzierung), Hendrik Bockenheimer (Arbeitsrecht; beide Frankfurt), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Matthias Berberich (IP; Berlin); Associates: Dr. Jakub Lorys, Dr. Florian Dendl, Dr. Christian Lutz, Johannes Schmidt, Dr. Caspar Conzen, Malte Christians (beide Frankfurt; alle M&A), Dr. Jan Krusche (IP; Berlin)
Travers Smith (London): Paul Dolman (Private Equity/Corporate) − aus dem Markt bekannt

Berater Thomas Bachmaier
Ego Humrich Wyen (München): Dr. Jan-Henning Wyen (Corporate/M&A)

Berater Thinkproject-Management
P+P Pöllath + Partners (München): Dr. Benedikt Hohaus (Federführung; Private Equity), Dr. Marco Ottenwälder (Steuerrecht; Frankfurt); Associate: Johanna Scherk (Private Equity)

Notar
Schwab Weiler (München): Dr. Simon Weiler, Dr. Martin Schwab − aus dem Markt bekannt

Jan-Henning Wyen

Jan-Henning Wyen

Hintergrund: Das Team um Milbank-Partner Oppenländer ist nicht zum ersten Mal für EQT im Einsatz. Es hatte das schwedische Beteiligungshaus beispielsweise auch unterstützt, als es sich vor zwei Jahren das Nürnberger Softwarehaus Suse sicherte, das hinter dem Open-Source-System Linux steht. Den Kontakt zu EQT hatte Oppenländer aus seiner Zeit bei Hengeler Mueller mitgebracht.

Auf der Gegenseite traf Oppenländer seine alten Kollegen. Die Hengeler-Partner Strehle und Hoger bereiteten mit ihrem Team für TA Associates den Teilverkauf weitgehend vor, bevor die Auktion dann publik wurde und in einem sehr zügigen Prozess zum Abschluss gebracht wurde.

Dabei kam auch die britische Sozietät Travers Smith zum Zug. Sie ist regelmäßig an der Seite von TA Associates zu sehen und klärte hier dem Vernehmen nach unter anderem Aspekte, die eine britische Tochtergesellschaft betrafen. In den Transaktionsprozess waren nach Marktinformationen auch PricewaterhouseCoopers und KPMG eingebunden.

Benedikt Hohaus

Benedikt Hohaus

Auf Empfehlung Hengelers kam für den Firmengründer Bachmeier der Münchner Transaktionsanwalt Wyen zum Einsatz. Auch Wyen hat eine Hengeler-Vergangenheit, gründete 2015 aber mit weiteren ehemaligen Hengeler-Kollegen die Münchner Corporate-Boutique Ego Humrich Wyen.

Pöllath-Partner Hohaus, der hier mit seinem Team die rechtlichen und steuerlichen Fragen für das Management-Team klärte, ist regelmäßig im Umfeld von EQT-Beteiligungen zu sehen. Er war beispielsweise auch involviert, als der EQT Infrastructure-Fonds Anfang des Jahres bei der Deutschen Glasfaser an Bord ging, um diese mit der Inexio-Gruppe zusammenzuführen. (Sonja Behrens)

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