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13.10.2020

Carve-out: Allgeier bereitet mit Latham & Watkins und Linklaters Nagarro-IPO vor

Zum Oktober hat der Münchner Softwareentwickler Allgeier seine Einheiten mit Technologieausrichtung abgespalten: In der Nagarro-Gruppe ist nun das globale Technologieberatungs- und Softwareentwicklungsgeschäft gebündelt. Das Unternehmen soll dann im Dezember an die Frankfurter Börse gebracht werden.

Oliver Seiler

Oliver Seiler

Im Zuge der Abspaltung erhielten die Allgeier-Aktionäre für je eine Aktie der Allgeier SE eine Aktie der Nagarro SE. Die Allgeier-Aktionäre halten nun 100 Prozent am Grundkapital von Nagarro, an der die Allgeier SE nun nicht mehr beteiligt ist. Im Dezember sollen die Nagarro-Aktien zum Handel am Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen werden.

Bereits im September hatte Nagarro die ebenfalls in München ansässige Maihiro Products aus der Insolvenz erworben. Der Anbieter von SAP-Add-on-Lösungen war zuvor aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise zur Stellung eines Insolvenzantrages gezwungen.

Nagarro ist auf digitales Produkt-Engineering, E-Commerce und Customer Experience Services fokussiert und beschäftigt weltweit 8.400 Personen in 25 Ländern. Allgeier zählt mehr als 10.500 angestellte Mitarbeiter und über 1.200 freiberufliche Experten. Die Gruppe verfügt über weltweit rund 120 Niederlassungen in 28 Ländern. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte der Allgeier-Konzern einen Umsatz von 784 Millionen Euro.

Berater Allgeier – zur Abspaltung und zum IPO
Latham & Watkins: Dr. Oliver Seiler (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Nikolaos Paschos (Corporate/M&A; Düsseldorf; beide Federführung), Anne Kleffmann (Arbeitsrecht; München), Gregory Walker (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Sebastian Goslar (Corporate/M&A; Düsseldorf); Associates: David Rath, Dr. Camilla Kehler-Weiß, Isabel Willius (alle Kapitalmarktrecht; Frankfurt), David Funken, Florian Feistle, Dr. Fabian Klumpen (alle Corporate/M&A; Düsseldorf), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht; München)
Inhouse Recht (München): Moritz Genzel – aus dem Markt bekannt

Alexander Schlee

Alexander Schlee

Berater Banken – zum IPO
Linklaters (Frankfurt): Dr. Alexander Schlee (Federführung), Dr. Marco Carbonare (beide Kapitalmarktrecht), Ulli Janssen (Gesellschaftsrecht/M&A); Associate: Tosan Kraneis (Kapitalmarktrecht)

Insolvenzverwaltung Maihiro Products
Jaffé (München): Dr. Max Liebig (Insolvenzverwalter), Dr. Fabian Vielsäcker (Insolvenzrecht), Bertram Pörschke (Vertragsrecht), Dominik Wisskirchen (Arbeitsrecht)

Hintergund: Allgeier setzte für den Carve-out erstmals auf Latham & Watkins, die sich in einem Pitch für das Mandat durchsetzen konnte. Die Kanzlei ist mit derartigen Transaktionen bereits erfahren: 2018 beriet sie etwa Siemens beim IPO seiner Medizintechniksparte Healthineers und vor Kurzem stand sie an der Seite der Banken beim Börsengang von Siemens Energy. Bei Transaktionen ließ sich Allgeier in der Vergangenheit regelmäßig von Osborne Clarke beraten. So auch 2011 bei der Übernahme des amerikanischen IT-Lösungsanbieters und Softwareentwicklers Nagarro. Auch als das Unternehmen 2018 die Mehrheit an iQuest übernahm, setzte es auf Osborne Clarke.

Linklaters zählt wie Latham bei Equity-Kapitalmarkttransaktionen zu den präsentesten Einheiten und ist auch bei Spin-offs von Konzernen mit anschließendem IPO erfahren: So beriet die Kanzlei etwa 2019 Volkswagen beim Börsengang seiner Lkw-Sparte Traton. (Claudia Otto)

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