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14.09.2020

Für mehr Umsatz: Cheplapharm kauft mit Latham Wirkstoffe von Takeda und Leo Pharma

Innerhalb von zehn Tagen hat das Pharmaunternehmen Cheplapharm für insgesamt rund 750 Millionen Euro Produktrechte von Leo Pharma und Takeda Pharmaceutical erworben. Mit dem weiteren Ausbau ihrer Produktpalette folgt das familiengeführte Greifswalder Unternehmen seiner Strategie, sein Umsatzwachstum jährlich zu steigern. Die Transaktionen müssen noch von den zuständigen Regulierungsbehörden genehmigt werden.

Christoph Engeler

Christoph Engeler

Das Produktportfolio von Leo Pharma umfasst vier Arzneimittel aus den Bereichen Knochenerkrankungen, Dermatologie und Gynäkologie und kostete das Unternehmen rund 300 Millionen Euro. Für weitere 450 Millionen Euro ergänzt Cheplapharm ihr Rechteportfolio mit verschreibungspflichtigen Arzneien von Takeda Pharmaceuticals, einem der größten japanischen Arzneimittelhersteller.

Cheplapharm kauft regelmäßig Arzneirechte. Im Herbst 2019 erwarb das Unternehmen sowohl Marken- als auch Marktzugangsrechte von AstraZeneca für rund 500 Millionen Euro. Die Transaktion galt bislang als größte Mecklenburg-Vorpommerns. Erstmals sicherte Cheplapharm die Finanzierung eines solchen Deals über den Kapitalmarkt.

Cheplapharm wurde 1998 in Freiburg von dem Pharmamanager Kurt Teubner gegründet. 2003 verkaufte Teubner das Unternehmen an die Familie Braun, die seinen Sitz nach Mecklenburg-Vorpommern verlegte. Das Unternehmen in Familienbesitz ist auf ausgewählte Wirkstoffe und Indikationen spezialisiert und verfolgt eine international ausgerichtete Buy-And-Build-Strategie. Aktuell hat Cheplapharm 310 Mitarbeiter.

Leo Pharma verkauft ihr Paket, um sich auf ihr Kerngeschäft, die Dermatologie, zu fokussieren. Takeda arbeitet seit einiger Zeit ebenfalls daran, seine Produktpalette auszudünnen.

Zum Leo Pharma-Deal

Berater Cheplapharm Arzneimittel
Inhouse Recht (Greifswald): Dr. Jan Klumb (Leiter Recht)
Inhouse Steuern (Greifswald): Franziska Weigel (Leiter Steuern)
Latham & Watkins (Hamburg): Christoph Engeler (Federführung; Corporate/Gesundheitsrecht), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Jana Dammann (Kartellrecht); Associates: Dr. Daniel Kreutzmann (Corporate/M&A), Dr. Kristina Steckermeier (Arbeitsrecht; München)

Berater Leo Pharma
Accura (Kopenhagen): Christina Heiberg-Grevy, Louise Hilligsøe Nørgaard, Alan Pai – aus dem Markt bekannt

Zum Takeda-Deal

Berater Cheplapharm Arzneimittel
Inhouse Recht (Greifswald): Dr. Jan Klumb (Leiter Recht)
Inhouse Steuern (Greifswald): Franziska Weigel (Leiter Steuern)
Latham & Watkins (Hamburg): Christoph Engeler (Federführung; Corporate/ Gesundheitsrecht), Dr. Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Susan Kempe-Müller (Corporate/IP; Frankfurt); Associates: Jacob Ahme (Private Equity), Verena Seevers (Steuerrecht)
Mäger von Bernuth (Berlin): Dr. Stefan Mäger (Kartellrecht)

Philip Trillmich

Philip Trillmich

Berater Takeda
White & Case: Michael Immordino (Mailand), Leonardo Graffi (London; beide Federführung; beide M&A/Corporate), Dr. Philip Trillmich (IP; Frankfurt), Monica Holden (M&A/Corporate), Nicholas Greenacre (Arbeitsrecht), Martin Forbes (Private Equity; alle London), David Dreier, Isaac Tendler (beide Steuern; beide New York), Axel Schulz (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Heidi Blomqvist (London), Agmal Bahrami (Frankfurt; beide M&A/Corporate), Kate Russell (Arbeitsrecht; London), Alessandro Piga (Finanzierung), Mariasole Maschio (Kapitalmarktrecht; beide Mailand), Ajita Shukla (IP; Washington), Tommaso Poli (Kartellrecht; Brüssel) 

Hintergrund: Mit rund 80 Transaktionen hat Cheplapharm seit seiner Gründung sein heutiges Produktportfolio aufgebaut. Bereits seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen dabei mit Latham & Watkins zusammen. Zuerst bei Kreditfinanzierungen und zuletzt auch bei Bondemissionen mandatierte das Unternehmen die amerikanische Kanzlei, von der das hier beauftragte Health-Care-Team um Partner Engeler neben Transaktionen auch regulatorisch berät. Chefsyndikus Klumb war vor zweieinhalb Jahren zu Cheplapharm gewechselt. Davor arbeitete er bei Morgan Lewis und beim Kreditinstitut IKB.

Leo Pharma setzte bei dem Rechteverkauf dem Vernehmen nach auf die dänische Sozietät Accura, mit deren Hilfe sie bereits verschreibungspflichtige Dermatologika von Bayer erwarb. Zum deutschen, französischen und britischen Recht hatte das Unternehmen seinerzeit ein Team um den Ashurst-Counsel Dr. Philip Cavaillès mandatiert, der im Sommer 2019 zu Taylor Wessing wechselte.

Takeda vertraut regelmäßig auf White & Case. White & Case hat den japanischen Großkonzern bereits beim Verkauf bestimmter rezeptfreier und verschreibungspflichtiger Arzneimittel im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika, Russland, Georgien und einer Reihe von weiteren Ländern beraten. Die US-Kanzlei steht mit ihrer Frankfurter Finanz- und Kapitalmarktpraxis auch oft den Banken bei, wenn diese die Sicherheiten von Cheplapharm prüfen. Aufgrund seiner Erfahrung im internationalen Pharmaumfeld war auch der deutsche IP-Partner Trillmich involviert. (Melike Becker, Sonja Behrens)

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