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25.06.2020

Sonnige Aussichten: Buse und Linklaters beraten bei Photovoltaik-Joint-Venture

SecurEnergy und Enel Green Power machen bei der Entwicklung von Solarparks in Deutschland gemeinsame Sache. Der Berliner Photovoltaik-Projektierer und die Erneuerbare-Energien-Tochter des italienischen Energieriesen Enel haben sich über ein Joint Development Agreement (JDA) zusammengeschlossen.

Thomas Schulz

Thomas Schulz

Die beiden Unternehmen haben sich die Projektrechte für 20 Freiflächenanlagen mit einem Gesamtvolumen von 210 Megawatt gesichert. Die Solarparks sollen in den kommenden fünf Jahren hauptsächlich in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt entstehen – auf ausschreibungsfähigen EEG- und vergütungsfreien PPA-Flächen. Nach Fertigstellung werden über die Photovoltaikanlagen jedes Jahr zusätzlich rund 250 Gigawattstunden subventionsfreier Solarstrom in das deutsche Stromnetz eingespeist.

SecurEnergy entwickelt und baut schlüsselfertige Photovoltaikanlagen auf ungenutzten Dächern und Freiflächen. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Module mit einer Gesamtleistung von mehr als 40 Megawatt auf knapp 250 Dächern installiert.

Enel Green Power investiert weltweit in erneuerbare Energien und verwaltet Kapazität von rund 46 Gigawatt grünem Strom, die aus einem Mix aus Wind, Sonne, Wasserkraft und Erdwärme stammen. Mit dem Kooperationsvertrag baut die Enel-Tochter ihre Präsenz im deutschen Markt für erneuerbare Energien aus, während SecurEnergy sich eine umfangreiche Projektpipeline sichert.

Astrid Zielke

Astrid Zielke

Berater Enel Green Power
Linklaters (Berlin): Thomas Schulz (Federführung; M&A), Markus Appel (Öffentliches Recht); Associates: Mathias Cordero, Michael Filipowicz (beide M&A), Tina Schmidt (Öffentliches Recht)
Inhouse Recht (Bukarest): Anamaria Toma Bianov

Berater SecurEnergy
Buse Heberer Fromm (Hamburg): Astrid Zielke, Christina Monticelli (beide M&A)

Hintergrund: Linklaters und Enel verbindet eine langjährige Mandatsbeziehung. Zuletzt beriet ein internationales Team den italienischen Konzern bei der Emission einer Anleiheserie mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro. Schulz und sein Team sicherten sich das Mandat für Enel Green Power über einen Pitch.

Buse Heberer Fromm war erstmals für SecurEnergy tätig. Der Kontakt war über Zielke zustande gekommen, als sie ihre Stammmandantin Obton beim Kauf eines Aufdachanlagen-Portfolios auf der Gegenseite von SecurEnergy beraten hatte.

Nach dem Niedergang der deutschen Solarindustrie in den vergangenen Jahren hatten Photovoltaik-Projekte bei Investoren eher Stiefkind-Status. Mit zunehmender Bedeutung des Klimaschutzes haben aber auch sie wieder an Bedeutung gewonnen, wie viele andere Investments in erneuerbare Energien auch. Da die Nachfrage hoch, das Projektangebot aber begrenzt ist, steigen Investoren früh ein – teilweise lange vor der eigentlichen Entstehung der Projekte. So entstehen Kooperationen wie die von SecurEnergy und Enel. Jüngst haben sich zum Beispiel auch der Hamburger Stromproduzent Encavis und der Projektierer Sunovis zusammengeschlossen, um ein 200 MW großes Portfolio an subventionsfreien Solarprojekten zu realisieren. (Annika Janßen)

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