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25.06.2020

Immobilien: LEG kauft mit Hengeler Wohnungen für 770 Millionen Euro

Das Wohnungsunternehmen LEG Immobilien hat in zwei Transaktionen 7.500 Wohneinheiten gekauft. Verkäufer des größten Pakets, das mehr als 6.000 Einheiten umfasst, ist die Deutsche Wohnen. Die übrigen Wohnungen gehörten einem privaten Verkäufer. LEG zahlte zusammen rund 770 Millionen Euro an die ehemaligen Eigentümer. 

Thomas Lang

Thomas Lang

Die Zukäufe sind Teil der Expansionsstrategie. Bereits im vergangenen Jahr hatte LEG sich vermehrt außerhalb ihres Kernmarktes Nordrhein-Westfalen umgesehen. Ende 2019 hatte sie ein Portfolio aus rund 2.200 Wohn- und 30 Gewerbeeinheiten in Bremen und Niedersachsen erworben. Bereits im August kaufte das börsennotierte Unternehmen 730 Wohneinheiten, die ebenfalls zur Hälfte in Niedersachsen liegen. 

Die Wohnungen, die zum Bestand der Deutsche Wohnen gehörten, liegen in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und NRW. Das größte Paket mit knapp 2.000 Wohneinheiten entfällt auf die Rhein-Neckar-Region. Das zweite Portfolio mit gut 1.000 Einheiten stammt von einem privaten Verkäufer und liegt in Flensburg und Umgebung. 

Um die jüngsten Zukäufe zu finanzieren, hat die LEG eine Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe platziert. 2,37 Millionen neue Aktien bringen dem Wohnungsunternehmen 273 Millionen Euro ein. Der Stückpreis liegt bei 115 Euro. Weitere 550 Millionen Euro bringen Wandelschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis 2028, die ebenfalls bereits bei Investoren platziert wurden, heißt es in einer LEG-Mitteilung.

Kai Mertens

Kai Mertens

Berater LEG
Hengeler Mueller (Frankfurt): Thomas Müller, Dr. Thomas Lang (beide M&A/Immobilienrecht; beide Federführung), Dr. Markus Ernst (Steuerrecht; München), Dr. Markus Röhrig; Associates: Malcolm Tiffin-Richards (Kartellrecht; Brüssel; beide Kartellrecht), Tim Würstlin (Steuerrecht; München)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Armin Hutner (General Counsel), Dr. Volker Geisel (Senior Legal Counsel), Gerd Bunzeck (Leiter Steuern) 
Linklaters (Frankfurt): Dr. Alexander Schlee, Peter Waltz (beide Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Wohnen
Squire Patton Boggs (Berlin): Dr. Kai Mertens (Federführung), Alina Navarro-Melendo, Uwe Martin (alle Corporate/M&A)
P+P Pöllath + Partners (Berlin): Dr. Hardy Fischer (Steuerrecht)
Inhouse Recht (Berlin): Dirk Sonnberg (General Cousel), Florian Berkholz, Dr. Martin Thürling – aus dem Markt bekannt

Berater Privatverkäufer – nicht bekannt

Notare
Zimmermann Hauschild: Prof. Dr. Norbert Zimmermann (Düsseldorf; Deal Deutsche Wohnen)
Dr. Marcus Kämpfer und Andrea Bergermann: Andrea Bergermann (Düsseldorf; Deal privater Verkäufer)

Hintergrund: Die Zusammenarbeit von LEG und Hengeler ist eingespielt. Die Kanzlei stand schon bei diversen Wohnungstransaktionen an der Seite des Düsseldorfer Unternehmens. Die Federführung hatte stets der renommierte Frankfurter Partner Müller. Seit Anfang 2019 ist auch Lang Partner im Frankfurter Büro und teilte sich bei diesem Deal die Federführung mit Müller. 

Auch Linklaters war schon im Zusammenhang mit Kapitalmarktfragen der LEG mandatiert. Bei der ersten Platzierung einer Wandelanleihe Anfang 2017 stand ein Team um Waltz und Schlee auf Seite der Banken. Sullivan & Cromwell beriet damals die LEG.

Die Deutsche Wohnen machte bei einem Deal dieses Volumens ebenfalls keine Beraterexperimente und setzte – wie schon bei vielen Deals in der Vergangenheit – auf Squire-Partner Mertens. So unter anderem bei der Übernahme des Telekommunikationsdienstleisters Getec Ende 2018. Auch einen Milliarden-Zukauf von Patrizia Ende 2015 begleitete sein Team. Die steuerlichen Aspekte betreute auch damals Pöllath-Partner Fischer. Bei der Übernahme von Bauprojekten und Mitarbeitern des Projektentwicklers Isaria im März dieses Jahres war Pöllath-Partner Dr. Stefan Lebek für die immobilienrechtlichen Fragen verantwortlich. (Laura Bartels)

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