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25.03.2020

Corona-Impfstoff: Freshfields und Paul Hastings bringen BioNTech und Fosun Pharma zusammen

Der Mainzer Biopharmaspezialist BioNTech will gemeinsam mit einem chinesischen Partner einen Impfstoff gegen die vom Corona-Virus verursachte Krankheit Covid-19 entwickeln. BioNTech und Fosun Pharma in Schanghai haben dazu gemeinsame klinische Studien vereinbart.

Regina Engelstädter

Regina Engelstädter

Angaben für die erwartete Dauer der Entwicklung machte BioNTech nicht. Bei einer Zulassung soll Fosun Pharma den Impfstoff in China vermarkten. Die Rechte zur Vermarktung außerhalb Chinas sollen bei BioNTech liegen. Die Vereinbarung sieht vor, dass BioNTech bis zu 120 Millionen Euro von Fosun Pharma als Vorauszahlung für künftige Investitionen erhält. Die Gewinne aus der Vermarktung in China wollen sich beide Unternehmen teilen.

Für die Forschung erhält BioNTech bis zu 120 Millionen Euro aus China, davon 44 Millionen Euro im Austausch gegen BioNTech-Aktien. Die 1,58 Millionen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, Fosun Pharma übernimmt dadurch einen Anteil von 0,7 Prozent an BioNTech.

Der Kandidat für einen geplanten Impfstoff mit der Bezeichnung BNT162 soll, ähnlich wie bei dem Projekt der Tübinger Firma Curevac, Körperzellen dazu anregen, Wirkstoffe zur Abwehr des Virus zu erzeugen.

Berater Fosun
Paul Hastings (Schanghai): Jia Yan (Federführung), Ting Wang (Peking; beide Corporate), Scott Flicker (Öffentliches Recht; Washington), Regina Engelstädter (Corporate/M&A; Frankfurt), Keith Pisani (Aktienrecht; New York); Associate: Sebastian Ens (Corporate/M&A; Frankfurt) 

Peter Versteegen

Peter Versteegen

Berater BioNTech
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Peter Versteegen (Corporate/Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt
Covington & Burling (London): Paul Claydon (Corporate/M&A)
Stephenson Harwood – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Fosun mandatiert mit Paul Hastings eine vertraute Beraterin – die Kanzlei ist für das Unternehmen und dessen Tochtergesellschaften regelmäßig bei Transaktionen im Einsatz. Als Fosun eine Mehrheitsbeteiligung an einem österreichischen Luxustextilhersteller übernahm, war auch schon Paul Hastings beauftragt. Auch damals war der Schanghaier Partner Jia Yan im Lead und arbeitete, ebenso wie bei der aktuellen BioNTech-Kooperation, Hand in Hand mit dem Frankfurter Paul Hastings-Büro, diesmal mit Corporate-Partnerin Engelstädter. 

Eingespielt ist auch die Zusammenarbeit zwischen BioNTech und Freshfields. Der Hambuger Partner Versteegen, hier dem Vernehmen nach für die Kapitalerhöhung zuständig, beriet BioNTech in der Vergangenheit regelmäßig bei Transaktionen und war auch bei beim Nasdaq-Börsengang 2019 für den deutschrechtlichen Teil zuständig. Auch damals war Covington als US-Berater des Unternehmens mit an Bord. Der General Counsel von BioNTech James Ryan ist ein ehemaliger Special Counsel von Covington. (Helena Hauser, Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

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