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11.02.2020

Neuer Breitbandriese: Latham-Mandanten EQT und Omers kaufen Deutsche Glasfaser

Der Breitbandspezialist Deutsche Glasfaser kommt in neue Hände: Der schwedische Finanzinvestor EQT übernimmt zusammen mit dem kanadischen Pensionsfonds Omers den Konzern von den Finanzinvestoren KKR und Reggeborgh. Medienberichten zufolge lag die Bewertung noch einmal deutlich höher als erwartet.

Rainer Traugott

Rainer Traugott

Als EQT im vergangenen Herbst für eine Milliarde Euro den saarländischen Glasfasernetzbetreiber Inexio erwarb, war bereits von einer hohen Wertsteigerung die Rede. Nun legt EQT zusammen mit Omers Medienberichten zufolge 2,8 Milliarden Euro für die Deutsche Glasfaser hin, deren Wert zuvor allenfalls auf das Doppelte von Inexio geschätzt wurde.

Dass der schwedische Investor neben Inexio auch an der Deutschen Glasfaser interessiert war, wurde bereits im Vorfeld spekuliert. Probleme, beide Unternehmen zu übernehmen, sahen Beobachter im Klumpenrisiko, dem EQT sich mit dem Doppelinvestment aussetzt. Dieses Risiko mindert EQT durch die 49-prozentige Beteiligung von Omers.

Die Deutsche Glasfaser war 2011 vom niederländischen Investor Reggeborgh gegründet worden. 2015 war KKR eingestiegen und hatte das Management mit knapp 10 Prozent beteiligt. EQT will die Deutsche Glasfaser und Inexio nun fusionieren.

Dem Vorhaben muss allerdings die Wettbewerbsaufsicht noch zustimmen. Mit Einwänden der Kartellbehörden wird jedoch nicht gerechnet, denn das fusionierte Unternehmen könnte helfen, die Konkurrenzsituation im deutschen Breitbandmarkt zu verbessern. Dafür spricht auch, dass EQT und Omers in den kommenden Jahren rund sieben Milliarden Euro in den deutschen Glasfaserausbau investieren wollen. Im Vorfeld der Transaktion gab das Unternehmen vor wenigen Wochen bekannt, den zur Verfügung stehenden Finanzierungsrahmen auf 1,8 Milliarden Euro erhöht zu haben.

Neben EQT sollen zahlreiche weitere Finanzinvestoren an der Deutschen Glasfaser interessiert gewesen sein, darunter auch die Infrastrukturfonds Antin sowie Brookfields.

Berater EQT/Omers
Latham & Watkins (München): Dr. Rainer Traugott, Nils Röver (Hamburg; beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Stefan Süß (Steuerrecht), Georg Weidenbach (Kartellrecht; Frankfurt), Brendan Moylan (Gesellschaftsrecht/M&A; London), Susanne Decker (M&A), Thies Deike (IT), Joachim Grittmann (Öffentliches Wirtschaftsrecht; alle Frankfurt), Dr. Dirk Schnelle (Arbeitsrecht), Seonaid Todisco (Bank-/Finanzrecht; London); Associates: Dr. Malte Ingwersen, Jacob Ahme, Philipp Thomssen (alle Hamburg), Hanno Witt, Dr. Stephan Hufnagel (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Judith Kreher (Kartellrecht), Alexander Wilhelm (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Wolf-Tassilo Böhm, Valentino Halim (beide Datenschutz; alle Frankfurt), Verena Seevers (Steuerrecht; Hamburg), Dr. Thomas Freund (Frankfurt), Rebecca Crowley (London; beide Bank-/Finanzrecht)
Loschelder (Köln): Dr. Raimund Schütz, Dr. Kristina Schreiber (beide Öffentliches Wirtschaftsrecht)
Ernst & Young (Stuttgart): Matthias Franz (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Barbara Koch-Schulte

Barbara Koch-Schulte

Berater EQT
P+P Pöllath + Partner (München): Dr. Benedikt Hohaus (Private Equity/M&A), Dr. Barbara Koch-Schulte (Steuerrecht); Associate: Lorena Echarri (Private Equity/M&A)

Berater KKR/Reggeborgh
Clifford Chance (München): Markus Muhs, Frederik Mühl (beide Federführung; beide Private Equity/M&A), Barbara Mayer-Trautmann (Bank-/Finanzrecht; beide Frankfurt), Dr. Mathias Elspaß (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht; beide Düsseldorf), Steffen Amelung (Vergaberecht; Frankfurt); Associates: Gerd Hegele, Dr. Nico Basener, Maria-Franziska Röntsch, Liza Laube, Friedrich von Bülow, Caroline Lutz (alle Private Equity/M&A), Christoph Nensa (Bank-/Finanzrecht), Susanne Werry, Dr. Michael Kümmel (beide Datenschutz), Dr. Philipp Büsch (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Düsseldorf), Timo Heppner (Vergaberecht; Frankfurt), Anne Filzmoser (Kartellrecht; Düsseldorf) 
Ernst & Young (München): Christian Ehlermann, Helmut Mendel (beide Steuern) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Borken): Sonja Tröster (Leiter Recht)

Berater Deutsche Glasfaser-Management
Eversheds Sutherland (München): Dr. Michael Prüßner, Dr. Christophe Samson (beide Federführung), Dr. Sebastian Zeeck (Hamburg; alle Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Simon Weppner (Steuerrecht, Düsseldorf); Associates: Jörg Hoffmann, Benjamin Schikora, Dr. Stephan von Harder (Hamburg; alle Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater Antin
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Martin Ulbrich, Dr. Christian Schwandtner, Dr. Christof Jäckle (alle Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Brookfield
Gleiss Lutz (Frankfurt): Dr. Andreas Löhdefink, Dr. Cornelia Topf (beide Gesellschaftsrecht/M&A) – aus dem Markt bekannt

Markus Muhs

Markus Muhs

Hintergrund: Noch im vergangenen Herbst war Clifford-Partner Muhs für EQT bei der Inxio-Übernahme tätig, die EQT nun mit der Deutschen Glasfaser zusammenlegen möchte. Nun musste EQT, die rund um die zahlreichen Infrastrukturinvestments regelmäßig auf Muhs setzen, sich andere Berater suchen. Denn Muhs und Mühl begleiten die Deutsche Glasfaser bereits seit dem Einstieg von KKR. Partnerin Mayer-Trautmann beriet die Gesellschaft zuletzt auch zur Ausweitung des Finanzierungsrahmens.

So kam Latham ins Mandat, die vor allem für ihre Kontakte zu Omers bekannt ist. Den kanadischen Pensionsfonds begleitete die US-Kanzlei zuletzt bei der Finanzierung der Übernahme von VTG durch Warwick, einer Morgan Stanley-Beteiligungsgesellschaft. Kontakte zu EQT pflegt nicht zuletzt der Münchner Partner Traugott, der das Konsortium hier federführend mit dem Hamburger Partner Röver beriet. Für regulatorische Fragen etwa zu Kooperationsverträgen mit Kommunen und TK-Unternehmen war zudem der Regulierungsspezialist Schütz aus der Kölner Kanzlei Loschelder im Mandat.

Michael Prüßner

Michael Prüßner

Die Minderheitsgesellschafter aus dem Management ließen sich bei dem Deal von Eversheds-Partner Prüßner beraten, wobei das Mandat über den Kontakt von Samson in die Kanzlei gekommen war. Prüßner verhandelte ebenso die zukünftige Beteiligung des Managements, wozu EQT die auf solche Beratung spezialisierten Pöllath-Partner Hohaus und Koch-Schulte mandatierten. Pöllath begleitet EQT seit rund 18 Jahren zu Managementbeteiligungen und deren vertraglicher Ausgestaltung. (Martin Ströder; mit Material von dpa)

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