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25.02.2020

Geld für Musik: SoundCloud sammelt mit Morrison & Foerster 75 Millionen Dollar ein

Neues Geld für SoundCloud: Der amerikanische Radioanbieter Sirius XM ist mit 75 Millionen US-Dollar bei dem Musikstreamingdienst eingestiegen. Sirius erwarb damit eine Minderheitsbeteiligung und erhielt zwei Sitze im Vorstand von SoundCloud.

Christoph Wagner

Christoph Wagner

Es ist das erste größere Investment in SoundCloud seit 2017. Damals hatte das Unternehmen zur Einsparung von Kosten mehr als 170 Mitarbeiter entlassen müssen. Zugleich stiegen die amerikanische Investmentbank Raine Group und Temasek, die Holding-Gesellschaft der singapurischen Regierung, mit insgesamt 170 Millionen US-Dollar bei dem Musikstreamingdienst ein. Die finanzielle Lage von SoundCloud erholte sich danach: 2019 lag der Umsatz des 2007 in Berlin gegründeten Unternehmens bei mehr als 200 Millionen US-Dollar. Juristischer Sitz von SoundCloud ist London.

Sirius XM gehört seit 2009 zu Liberty Media. Im vergangenen Jahr hatte Sirius schon das Onlineradio Pandora übernommen. Mit diesem kooperiert SoundCloud wiederum seit 2019 in der Vermarktung.

Christian Tappeiner

Christian Tappeiner

Berater Sirius/Pandora
Weil Gotshal & Manges: Michael Aiello (New York), Dr. Christian Tappeiner (Frankfurt; beide Corporate), Benjamin Marks (Konfliktlösung; New York), Ludger Kempf (Steuerrecht), Konrad von Buchwaldt (Corporate; alle Frankfurt),  Benjamin Rapp (München; Steuerrecht); Associates: Katie Simmonds, Alexander Miachika (beide Corporate), Jeremy Cain (Litigation; alle New York)

Berater Temasek
Latham & Watkins (London): Robbie McLaren; Associate: Katie Peek (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater SoundCloud
Morrison & Foerster (Berlin): Christoph Wagner (Federführung), Andrew Boyd (London; beide Corporate/M&A), Jens-Uwe Hinder (Steuerrecht), Kristina Ehle (IP), Hanno Timner (Arbeitsrecht), Felix Helmstädter (Co-Federführung; Corporate/M&A); Associates: Jennifer Buckby (Corporate; London), Jens Hackl (Kartellrecht), Lukas Kawka (Steuerrecht), Stephan Kress (IP), Christin Fieber, Philip Radlanski (beide Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (New York): Antonious Porch (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Weil Gotshals amerikanisches IP-Team war schon häufiger an der Seite von Sirius und Pandora zu sehen. Die bestehende Mandatsbeziehung erstreckt sich allerdings auch über andere Praxisgruppen. Für die grenzüberschreitende Transaktion war neben dem New Yorker Partner Aiello, globaler Leiter der Gesellschaftsrechtspraxis, auch der Frankfurter Partner Tappeiner eingebunden sowie weitere deutsche Gesellschafts- und Steuerrechtler.

SoundCloud-General Counsel Porch kam im Frühjahr 2018 vom Musikstreamingdienst Shazam, zu seinen früheren Stationen zählten der MTV-Mutterkonzern Viacom sowie Latham und Morrison & Foerster. Das Berliner Moerrison & Foerster-Büro kam nach einem Pitch im April 2018 bei SoundCloud ins Mandat und begleitet das Unternehmen seitdem nicht nur gesellschafts- und finanzierungsrechtlich, sondern auch im Steuer-, Urheber- und Lizenzrecht.

Singapurs Staatsfonds Temasek mandatierte bei dem aktuellen Deal ein Londoner Latham-Team, arbeitet ansonsten aber mit verschiedenen Kanzleien zusammen: Beim Investment in die E-Commerce-Plattform Lazada beriet etwa Freshfields Bruckhaus Deringer.

Die New Yorker Investmentbank Raine, die sich schon 2017 in die Gesellschafterriege bei SoundCloud eingereiht hatte, vertraute hier – soweit bekannt – ebenfalls auf Morrison & Foerster-Partner Wagner.

Da die Investmentstrukturen über die Kaimaninseln gehen, war aufseiten von SoundCloud noch Matthew Stockers aus der Sozietät Conyers Dill & Perma eingebunden. Die Neuinvestorin Sirius vertraute dazu auf die Offshore-Kanzlei Walkers. (Dennis Koch, Sonja Behrens)

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