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04.11.2019

Fußball-EM 2024: Inhouse-Teams verhandeln TV-Rechte-Deal

Die Deutsche Telekom hat das gesamte Paket für die audiovisuellen Verwertungsrechte der Fußballeuropameisterschaft 2024 in Deutschland erworben. Das Bonner Unternehmen konnte sich in einem Bieterverfahren durchsetzen, für dessen Durchführung die UEFA die Schweizer Vermarktungsagentur CAA Eleven beauftragt hatte. Über den Betrag, den die Telekom für das Paket zahlen wird, vereinbarten die Parteien Stillschweigen.

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Andreas Hoppmann

Erstmals in der 60-jährigen EM-Geschichte erhielten ARD und ZDF von der UEFA nicht den Zuschlag für die Fernsehrechte zum Kontinentalturnier. Die Deutsche Telekom sicherte sich alle Rechte für das Fußballturnier in knapp fünf Jahren in Deutschland und kann nun Sublizenzen verkaufen. Andere Sender haben aber die Chance, durch den Erwerb von Unterlizenzen doch noch Livebilder von dem Turnier zu zeigen. Auch der Privatsender RTL, der aktuell die Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft für die paneuropäische EM im nächsten Jahr in zwölf Ländern überträgt, dürfte an Sublizenzen interessiert sein.

Die Vereinbarung über die Medienrechte mit der Europäischen Fußballunion UEFA beinhaltet die exklusiven Verwertungsrechte für alle 51 Spiele. Alle Partien der DFB-Auswahl sowie weitere EM-Begegnungen werden frei empfangbar sein, hieß es. Das gilt auch für die Halbfinalspiele und das Endspiel. Die Partien müssen laut Rundfunkstaatsvertrag unverschlüsselt gezeigt werden.

Übertragen werden die Partien dann über die TV- und Streamingplattformen der Telekom. Der Konzern besitzt bisher nur kleinere Sportrechte und zeigt als Bezahlangebot etwa die Basketballbundesliga, die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und Livespiele aus der 3. Fußballliga. Zuletzt waren die Spiele der Basketball-WM bei Magenta kostenfrei im Internet zu sehen.

Berater Deutsche Telekom
Inhouse Recht (Bonn): Dr. Andreas Hoppmann (Leiter DT Legal/Content), Manuela Stahn (DT Legal/Content, Sport- und Lizenzrecht), Alexander Scheuer (Medienregulierung), Marion Stein (DT Legal/Medienrecht)
Inhouse Steuern (Bonn): Christoph Furchheim (Leiter Group Tax, Value Added Taxes), Karin Söller (Group Tax, Value Added Taxes)

Berater CAA Eleven/UEFA
Inhouse Recht (Nyon): Frazer Morris (Senior Legal Counsel)

Hintergrund: Seit dem Erwerb der Basketballlizenzen setzt die Telekom in solchen Verfahren ausschließlich auf ihre eigenen Inhouse-Juristen, die im Bieterwettbewerb eng mit den Mitarbeitern aus anderen Abteilungen des Unternehmens zusammenarbeiten. Eine besondere Herausforderung wird nun sein, die Verträge auch über mögliche Sublizenzen so zu gestalten, dass sie auch in fünf Jahren den technischen Änderungen des Marktes standhalten. 

Die Schweizer Agentur CAA Eleven ist bereits seit 2012 für die zentrale Vermarktung der kommerziellen Rechte an Nationalmannschaftswettbewerben durch die UEFA beauftragt. Auch hier führte die Verhandlungen die Inhouse-Abteilung ohne externe Berater.

Wer das Bieterverfahren für ZDF und ARD begleitete, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. In früheren Verfahren wie etwa der Vergabe der Bundesligarechte durch die DFL hatte beim ZDF der Justiziar Peter Weber die Verantwortung, bei der ARD laufen diese Angelegenheiten über die Rechtsabteilung des Bayerischen Rundfunks in München. (Anika Verfürth, mit Material von dpa)

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