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10.01.2019

Millionenschwerer Ausstieg: Alibaba übernimmt mit Hogan Lovells Berliner Start-up

Alibaba hat das Berliner Software-Unternehmen Data Artisans gekauft. Rund 90 Millionen Euro soll der chinesische Internetkonzern laut Presseberichten für das Start-up gezahlt haben. Verkäufer sind nicht nur die beiden Gründer, sondern auch frühere Investoren wie die Beteiligungsgesellschaften b-to-v Partners, Intel Capital und Tengelmann Ventures.

Daniel Dehghanian

Daniel Dehghanian

Data Artisans entstand 2014 als Spin-off der Technischen Universität Berlin. Das Team um die beiden Gründer Kostas Tzoumas (CEO) und Stephan Ewen (CTO) hat die Open-Source-Software Apache Flink entwickelt, mit der sich große Datenströme analysieren lassen. Soweit bekannt nutzt Alibaba die Technologie bereits seit zwei Jahren, das Unternehmen war auch bei einer der letzten Finanzierungsrunden dabei und dürfte die Zusammenarbeit nun weiter ausbauen.

Berater Alibaba
Hogan Lovells (Düsseldorf): Daniel Dehghanian; Associate: Christian Brenscheid

Stephan Bank

Stephan Bank

Berater Gründer/Gesellschafter Data Artisans
Schnittker Möllmann Partners (Berlin): Dr. Stephan Bank, Dr. Tim Schlösser, Dr. Frederik Gärtner 

Berater b-to-v Partners
Vogel Heerma Waitz (Berlin): Dr. Clemens Waitz

Berater Intel Capital
Taylor Wessing (München): Peter Hellich

Tengelmann Ventures
Inhouse Recht (Mühlheim an der Ruhr): Markus Halaczinsky (Senior Counsel)

Hintergrund: Alle Berater sind aus dem Markt bekannt.

Nach JUVE-Recherchen setzte Alibaba auf den Hogan Lovells-Transaktionsanwalt Dehghanian, der erst Anfang des Jahres zum Partner ernannt wurde. Bislang hatte Alibaba bei Deals auf Weil Gotshal & Manges und Sullivan & Cromwell gesetzt, beispielsweise als der Konzern die asiatischen Online-Marktplätze Lazada und Daraz erwarb. Alibaba steht auch hinter der Private-Equity-Gesellschaft Yunfeng Capital, die jüngst das bayrische Spezialpharmaunternehmen AMW kaufte. Dabei wurde das Investorenkonsortium von Bird & Bird unterstützt.

Soweit bekannt hatte das Berliner Team von Schnittker Möllmann das Berliner Start-up schon in der Aufbauphase begleitet und die Finanzierungsrunden koordiniert.

Der Venture-Capital-Geber b-to-v Partners, der rund ein Fünftel der Anteile hielt, ließ sich im Hintergrund von der Berliner Kanzlei Vogel Heerma Waitz beraten. Mit Namenspartner Waitz war er im vergangenen Jahr auch bei der Finanzierungsrunde des Logistik-Start-ups Seven Senders beteiligt.

Altgesellschafterin Intel, beziehungsweise ihr Investmentarm Intel Capital, mandatiert häufig das Münchner Corporate-Team von Taylor Wessing – so auch bei ihrer Beteiligung an dem Luftfahrt-Start-up Volocopter im vergangenen Jahr.

Tengelmann Ventures setzt bei Investments regelmäßig auf sein Inhouseteam: Unternehmensjurist Halaczinsky hatte seine Laufbahn bei Hogan Lovells in Hamburg und Schmedemann in Lübeck begonnen, bevor er 2012 in die Tengelmann Gruppe wechselte und sich dort dem Venture-Geschäft widmete. (Sonja Behrens)

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