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05.11.2018

Multiplex-Kino: Britische Vue kauft mit Allen & Overy deutschen Marktführer Cinestar

Der britische Kinobetreiber Vue will den deutschen Marktführer Cinestar kaufen. Mehr als 200 Millionen Euro sollen an die australische Event Hospitality & Entertainment Limited (EVT) fließen. Wenn das Bundeskartellamt zustimmt, befinden sich die beiden größten deutschen Kinobetreiber unter demselben Konzerndach. Denn der direkte Konkurrent Cinemaxx gehört den Briten bereits.

Michiel Huizinga

Michiel Huizinga

Der Kaufpreis setzt sich nach Angaben von Vue aus einer Abschlagszahlung von umgerechnet 130 Millionen Euro und einer späteren Zahlung von bis zu 91,8 Millionen Euro zusammen. Dabei will Vue die Transaktion aus vorhandenen liquiden Mitteln und einer Fremdfinanzierung in Höhe von 114 Millionen Euro bezahlen.

Die Vue-Tochter Cinemaxx, die seit 2012 zur Vue-Gruppe gehört, betreibt in Deutschland und Dänemark 32 Kinos. Mit Cinestar aus Lübeck kommen bundesweit 55 weitere Kinocenter hinzu. Zwei weitere sollen bis Mitte 2019 eröffnet werden. Auf die Standorte und die rund 2.700 Mitarbeiter soll der Verkauf keine Auswirkungen haben.

Für Vue ist der anvisierte Zukauf der deutschen Cinestar nicht der erste in diesem Jahr: Mit Cinema3D in Polen und Showtime Cinemas in Irland war der Kinobetreiber bereits gewachsen.

Nico Abel

Nico Abel

Berater Vue International
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Michiel Huizinga (Federführung; Corporate/M&A), Christian Hilmes (Immobilienrecht), Vanessa Xu (London; Finanzierung); Associate: Dr. Roman Kasten (Corporate/M&A ) – aus dem Markt bekannt
HVG Holland Van Gijzen (Brüssel): Kiran Desai (Federführung), Margarita Peristeraki, Manu Mohan (alle Kartellrecht)
EY Law (Stuttgart): Marcus Mayer (Kartellrecht)
EY (London): Tim Goodman – aus dem Markt bekannt

Berater Event Hospitality & Entertainment Limited (EVT)
Herbert Smith Freehills (Frankfurt): Dr. Nico Abel (Federführung), Rüdiger Hoffmann (beide Corporate/M&A), Moritz Kunz, Dr. Anja Lingscheid (beide Arbeitsrecht); Associates: Tatiana Guenster (Corporate/M&A), Dr. Marcel Nuys (Düsseldorf; Kartellrecht)
KPMG – nicht bekannt

Hintergrund: Allen & Overy und die britische Vue kennen sich seit 2013. Seinerzeit beriet die Kanzlei die Omers Private Equity bei der gemeinsamen Übernahme der Vue Kinokette. Für den aus Frankfurt und London gesteuerten Deal war damals unter anderem Allen & Overy-Partner Dr. Michael Bernhardt federführend tätig, der die Kanzlei Ende 2016 in Richtung Milbank Tweed Hadley & McCloy verließ. Vue blieb allerdings Allen & Overy treu. Für den Zukauf in Deutschland übernahm der Frankfurter Partner Huizinga die Federführung.

Huizinga war im März 2017 von King & Wood Mallesons zu Allen & Overy gewechselt und ist dort an der Schnittstelle von Private Equity und Gesellschaftsrecht tätig. Im Juli gehörte er bereits zum Team, das den belgischen Netzbetreiber Elia beriet, als dieser auf Betreiben der Bundesregierung seine Anteile am deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz aufstockte, um den Einstieg der State Grid Corporation of China zu verhindern.

Die weitere kartellrechtliche Beratung übernahm für Vue die belgische HVG, die regelmäßig an der Seite der Briten steht. HVG arbeitet eng mit EY Law zusammen. Für die Anmeldung beim Bundeskartellamt ist bei EY Law der Leiter der deutschen Kartellpraxis Mayer verantwortlich. Von London aus beriet EY zudem zu Steuerfragen.

Herbert Smith Freehills war mit Managing-Partner Abel das erste Mal für EVT tätig. Die Mandatierung kam über eine Empfehlung des Bankhauses Rothschild zustande, das die Transaktion begleitete. Dem Vernehmen nach beriet KPMG an der Seite von EVT zu steuerlichen Themen. JUVE-Informationen zufolge war Latham & Watkins als Bankenberater mandatiert. (Helena Hauser; mit Material von dpa)

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