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13.03.2018

Fintech: Pöllath + Partners berät Solarisbank beim Einstieg von zwei Großbanken

Die Berliner Solarisbank hat in ihrer bislang dritten Finanzierungsrunde 56,6 Millionen Euro eingesammelt. Zu den neuen Investoren zählen die spanische Großbank BBVA, die niederländische Großbank ABN AMRO, der US-Kreditkartenanbieter Visa sowie der deutsche Wagniskapitalfonds Lakestar. Mit dem Geld will das Unternehmen ihr Angebot technisch und geografisch ausweiten.

Christian Tönies

Christian Tönies

Während die bisher engagierte italienische Großbank Unicredit ausstieg und ihre Anteile an die spanische BBVA verkaufte, beteiligten sich zwei andere Bestandsinvestoren erneut: die Bertelsmann-Finanzdienstleistungstochter Arvato und der japanische Finanzdienstleister SBI. Bereits im März 2017 hatten Arvato und SBI gemeinsam 26,3 Millionen Euro in Solarisbank investiert. Zuvor war Solarisbank mit einer Frühphasen-Finanzierung über 12,2 Millionen Euro unter dem Dach des Berliner Unternehmensgründers Finleap gestartet, so dass sich die in den vergangenen zwei Jahren eingeworbenen Mittel nun auf mehr als 95 Millionen Euro addieren.

Mit der spanischen BBVA und der niederländischen ABN AMRO rücken erstmals zwei europäische Großbanken in den Investorenkreis eines Fintech. Dies deutet darauf hin, dass der Dienst in Zukunft europaweit angeboten werden dürfte.

Die erst 2016 gegründete Solarisbank besitzt eine Banklizenz, mit der sie über eine digitale Plattform Bankdienstleistungen anbietet, die von ihren Kunden als Eigenmarken genutzt werden. Einer der Kunden des Unternehmens ist etwa der neue Investor ABN AMRO. Mit ihrer Onlinebank Moneyou nutzt ABN AMRO die Solarisbank-Plattform, um in sehr kurzer Zeit Kredite an die Moneyou-Kunden zu vergeben. Technisch betrachtet vergibt die Solarisbank die Kredite an die Moneyou-Kunden. 

Berater Solarisbank
Inhouse Recht (Berlin): David Lamers (General Counsel), Eva-Maria Delfs (Legal Counsel; Corporate)
P+P Pöllath + Partners (München): Christian Tönies (Federführung; M&A/Venture Capital), Dr. Eva Nase (Aktienrecht), Dr. Sebastian Käpplinger (Aufsichtsrecht), Daniel Wiedmann (Kartellrecht; beide Frankfurt); Associates: Dr. Sebastian Gerlinger (M&A/Venture Capital), Tim Junginger, Christoph-Alexander May (beide Corporate/M&A), Dr. Georg Seitz (M&A/Venture Capital), Philipp Opitz (Aktienrecht)

Berater BBVA
Freshfields Bruckhaus Deringer (Berlin): Dr. Stephanie Hundertmark (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Gunnar Schuster (Regulierung; Frankfurt), Dr. Frank Röhling (Wettbewerbsrecht); Associates: Konstantin von Richthofen (Corporate/M&A), Dr. Uwe Salaschek (Wettbewerbsrecht), Falko Glasow, Dr. Friedrich Schlimbach (beide Regulierung), Dr. Frank Schaer (Arbeitsrecht), Dr. Michael Leicht (IP/IT; alle Frankfurt)

Kremer_Matthias-Gabriel

Matthias-Gabriel Kremer

Berater Visa
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Matthias-Gabriel Kremer (Federführung); Associates: Olaf Ehlers (Hamburg), Dr. Hendrik van Echten (München) – aus dem Markt bekannt

Berater ABN AMRO und Lakestar
Clifford Chance (Frankfurt): Frederik Mühl (Private Equity), Stefan Bruder (Corporate; beide Federführung), Dr. Marc Benzler (Bank- und Kapitalmarktrecht), Sonya Pauls (Private Equity; München), Dr. Thomas Krecek (Corporate); Associates: Rafael Lamlé, Konstantin Heilmann (München), Katharina Franitza (Düsseldorf; alle Private Equity)
Inhouse Lakestar: Natalia Neuman – aus dem Markt bekannt

Berater SBI
Taylor Wessing (Frankfurt): Dr. Volker Baas (Bank- und Finanzrecht), Hassan Sohbi (Bank- und Finanzrecht), Dr. Christian Traichel (Corporate/M&A; München)

Berater Arvato
Inhouse – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Solarisbankgibt es noch nicht sehr lange, jedoch sind bereits Mandatsbeziehungen zwischen der Solarisbank und Greenberg Traurig sowie Aderhold bekannt. Letztere beriet die Solarisbank etwa zu Fragen des Aufsichts- und des Geldwäscherechts. In Finanzierungsfragen ist Pöllath + Partners dem Vernehmen nach bereits seit der ersten Finanzierungsrunde im Mandat. Am Berliner Standort der Kanzlei ist Tönies für seine guten Kontakte zu Wagniskapitalgebern bekannt.

Freshfields, die gleich zwei Investoren zum Einstieg bei der Solarisbank verhalf, beriet beide mit unabhängigen Teams von Berlin und Frankfurt aus. Die Beziehung zwischen Visa und Freshfields ist insbesondere in Großbritannien bekannt. Bekannt ist zudem auch die Beziehung zwischen SBI und Taylor Wessing.

Den Kontakt von Clifford Chance zu Lakestar stellte Sonya Pauls über ein Cross-Selling der Fondsstrukturierungspraxis her. Die Kanzlei berät derzeit global häufig im Bereich Fintech: Ein Team um den Londoner Partner Gareth Camp hat BBVA kürzlich bei einem vergleichbaren Investment beraten. (Ludger Steckelbach)

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