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31.01.2017

WestLB-Abwicklung: Briten übernehmen Milliardenportfolio mit Berwin Leighton

Die WestLB-Rechtsnachfolgerin Erste Abwicklungsanstalt (EAA) hat ihre Portfolio-Management-Tochter verkauft. Die Tochterfirma EAA Portfolio Advisers (EPA) verwaltet rund 29 Milliarden an Krediten. Neue Eignerin wird die britische Mount-Street-Gruppe, sofern die Behörden zustimmen. Zu dem Interessentenkreis gehörte auch Crestline Investors.

Thomas Prüm

Thomas Prüm

Die Düsseldorfer EAA baut weiter ihre Altbestände ab. Ihre Tochterfirma EPA hatte sie 2014 gegründet. Die Mitarbeiter dafür kamen seinerzeit von dem Dienstleister Portigon. Rund 90 Beschäftigte verwalten von New York, London, Madrid und Düsseldorf aus das milliardenschwere Kreditportfolio. Für die Privatsierung der EPA, die auch künftig als eigene Einheit agieren soll, wurde im Vorfeld ein Vergabeverfahren aufgesetzt.

Mount Street wird als Finanzdienstleister das EPA-Personal übernehmen und bis 2020 das EAA-Portfolio betreuen. Das britische Unternehmen hat reichlich Erfahrung in der sogenannten ‚Servicierung‘ internationaler Kreditportfolios. 2014 übernahm Mount Street das europäische Immobilienteam von Morgan Stanley, damit sind die Briten bereits im deutschen Immobiliensektor und bei strukturierten Krediten verankert.

Der Handel mit Darlehenportfolios nimmt derzeit an Fahrt auf. Häufig sind sie in sogenannten Debt Fonds gebündelt. Zuletzt schlug die HSH Nordbank größere Altlasten los. Im vergangenen Herbst kam ein Paket an Insolvenzforderungen auf den Markt, das sich auf besicherte Unternehmenskredite stützte. Dieses wechselte unter dem Namen Silberpfeil den Besitzer.

Albrecht von Breitenbuch

Albrecht von Breitenbuch

Berater Mount Street
Berwin Leighton Paisner
(Frankfurt): Dr. Thomas Prüm (Finanzierung), Dr. Albrecht von Breitenbuch (Berlin; M&A; beide Federführung), Stephan Krampe (Steuerrecht), Boris Strauch (Öffentliches Recht), Daisy Reeves (Bankrecht), Catherine Shirley-Brown (Corporate), James Marshall (Kartellrecht), Usman Wahid (IP/IT; alle vier London), Berthold Kusserow (Finanzierung), Wolfgang Klövekorn (Steuern); Associates: Dr. Katharina von Rosenstiel, Mark Kay (London; beide Arbeitsrecht), Dennis Bree, Eike Neugebauer, Christian Stedler (alle Finanzierung), Engin Gürpinar (Öffentliches Recht), Friederike Stiller (Real Estate)

Berater EAA
Hogan Lovells (Düsseldorf): Dr. Franz-Josef Schöne (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Tim Gero (Arbeitsrecht), Dr. Heiko Gemmel (Steuer- und Bilanzrecht), Dr. Marcus Schreibauer (Gewerblicher Rechtsschutz), Dr. Marc Schweda (Kartellrecht; Hamurg), Dr. Richard Reimer (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt), Daniel Dehghanian; Associates: Dr. Michael Schröpfer, Alexandra Bleser, Dr. Johannes Lau (alle Gesellschaftsrecht/M&A); Dr. Manuel Knebelsberger (Kartellrecht; Hamburg), Andreas Doser (Bankaufsichtsrecht; Frankfurt)
Deloitte (Düsseldorf): Ulrike Seibt – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Gregor Garten, Dr. Ronald Seidel – aus dem Markt bekannt

Berater Crestline Investors
Reed Smith (Frankfurt): Rolf Hünermann (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Simon Grieser (Bankrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Für das hiesiege Berwin Leighton-Team ist die Transaktion ein Erfolg. Finanzierungspartner Prüm hatte Mount Street bislang nur bei Verbriefungstransaktionen unterstützt. Der Kontakt zur Mandantin stammt noch aus der Zeit, als er bei Linklaters tätig war. Von dort wechselte er 2010 zunächst zu Ashurst und zwei Jahre darauf zu BLP. Während Prüm sich hier nun um die Verträge zum Portfoliomanagement und zur Weiterentwicklung der Dienstleistungplattform kümmerte, koordinierte der Berliner Partner von Breitenbuch die M&A-Transaktion. Unterstützt wurden sie unter anderem von dem bekannten Finanzrechtler Kusserow. Der langjährige Linklaters-Partner ist seit Herbst 2015 of Counsel bei BLP.

Franz-Josef Schöne

Franz-Josef Schöne

Die Erste Abwicklungsanstalt vertraut schon länger auf Hogan Lovells. Franz-Josef Schöne war auch Teil des Teams, das 2010 deren Gründung begleitet hatte. Durch die Abspaltung eines 70 Milliarden Euro schweren Kredit- und Wertpapier-Pakets von der WestLB ist seinerzeit die erste deutsche „Bad Bank“ entstanden. Beurkundet wurde die Transaktion von dem Frankfurter Notar Dr. Alexander Jänecke von Noerr.

In die sogenannte Silberpfeil-Transaktion im vergangenen Herbst war nach JUVE-Informationen ein Team von Heuking Kühn Lüer Wojtek um Dr. Günther Bredow eingebunden. Für eine große Landesbank hatten sie das Bieterverfahren zu den Insolvenzforderungen mit aufgesetzt. Die Investoren, die dort schließlich zum Zug kamen, hatten Prof. Dr. Christoph Schalast von Schalast & Partner mandatiert. (Sonja Behrens)

 

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