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03.08.2016

Postbus-Übernahme: Hogan Lovells ist wieder für Flixbus unterwegs

Das Fernbusunternehmen Flixbus macht erneut Schlagzeilen: Das ehemalige Münchner Start-up hat die Übernahme der Fernbussparte der Deutschen Post bekanntgegeben. Das Postbus-Streckennetz mit 120 deutschen und europäischen Zielen wechselt für einen nicht genannten Kaufpreis den Besitzer. Die Post steigt damit aus dem Fernbusgeschäft aus.

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Peter Huber

Nur vier Wochen nach Bekanntgabe der Übernahme der schottischen Megabus-Linien will sich Flixbus weiter vergrößern. Ab November werden die ersten Ziele der Postbusse auf der Flixbus-Plattform angeboten. Flixbus erhofft sich von dem Zukauf zusätzliche Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro im Jahr und die Erschließung neuer Zielgruppen.

Aktuell betreibt die Deutsche Post DHL-Tochter Postbus 120 Linien in Deutschland und in Nachbarländern. Beide Unternehmen agieren als Plattform und vergeben die Linien an selbstständige Busunternehmer. Postbus war 2013 aus einer Kooperation zwischen ADAC und Deutscher Post entstanden. Der ADAC hatte sich aber bereits ein Jahr später zurückgezogen.

Künftig soll das Netz mehr Kleinstädte verbinden. Linien, die beide Unternehmen derzeit parallel anfahren, werden zusammengelegt und unter der Flixbus-Marke bedient. Außerdem haben die Unternehmen weitere Kooperationen vereinbart: Flixbus-Tickets werden künftig in den Postfilialen erhältlich sein, um Kunden zu erreichen, die ihre Fahrkarten nicht online kaufen. Außerdem läuft ein Pilotprojekt zwischen DHL und Flixbus, bei dem Pakete mittels Fernbus zwischen Hamburg und Berlin am gleichen Tag geliefert werden.

Das Bundeskartellamt hat bereits mitgeteilt, man habe die Fusion nicht geprüft, da nach Auskunft der Unternehmen die geltenden Umsatzschwellen der Fusionskontrolle nicht überschritten wurden. Deshalb sei die Transaktion nicht anmeldepflichtig. Eine Prüfung ist erst dann notwendig, wenn eines der Unternehmen insgesamt weltweit Umsatzerlöse von mehr als 500 Millionen Euro erzielt und im Inland mindestens ein beteiligtes Unternehmen Umsatzerlöse von mehr als 25 Millionen Euro und ein anderes beteiligtes Unternehmen mehr als 5 Millionen Euro erlöst.

Myriam Schilling

Myriam Schilling

Berater Flixmobility/Flixbus
Hogan Lovells (München): Peter Huber (Federführung), Dr. Nikolas Zirngibl (beide Coporate/M&A), Dr. Christoph Wünschmann (Kartellrecht), Dr. Steffen Steininger (Gewerblicher Rechtsschutz), Dr. Ingmar Doerr, Dr. Falk Loose (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Peter Lang (Coporate/M&A), Christian Ritz (Kartellrecht), Marion Fischer (Gewerblicher Rechtsschutz) 
Inhouse Recht (München): Katrin Moder (Legal Counsel), Henry Ogunrinde (Legal Counsel)

Berater Deutsche Post DHL
Oppenhoff & Partner (Köln): Myriam Schilling, Sarah Scharf (beide Corporate/M&A), Dr. Daniel Dohrn (Kartellrecht)
Inhouse Recht (Bonn): Dr. Georg Gansen, Konstantin Ulrich (beide M&A, Kartellrecht), Benjamin Heinke (Markenrecht)

Hintergrund: Auf beiden Seiten sind die Mandatsbeziehungen eingeübt. Das Hogan Lovells-Team um den federführenden Counsel Huber und Partner Zirngibl begleitet Flixbus seit Längerem bei seiner Expansion. Neben der Megabus-Übernahme im vergangenen Monat hat die Kanzlei schon beim Zusammenschluss mit MeinFernbus beraten. Zirngibl und Huber sind nach Marktinformationen auch involviert gewesen, als Flixbus im Frühjahr des Jahres seine Osteuropageschäfte ausdehnte.

Die breit aufgestellte Post-Inhouse-Abteilung löst viele juristische Fragen selbst, bei Transaktionen ist die Kölner Oppenhoff-Partnerin Schilling langjährige Ansprechpartnerin. Kanzlei und Mandantin arbeiteten hier vor allem in M&A-, Kartell- und markenrechtlichen Fragen zusammen. Im Fernbusgeschäft half Schilling der Post schon bei der Kooperation zwischen dem ADAC und auch bei der anschließenden Übernahme der ADAC-Anteile an Postbus. Zuletzt war sie an einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Post und dem österreichischen Reiseveranstalter Eurotours beteiligt. (Christiane Schiffer)

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