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25.05.2016

WestLB-Abwicklung: Linklaters und Hengeler geleiten Dienstleistungstochter an Bad Bank

Die WestLB-Nachfolgerin Portigon überträgt ihre Dienstleistungstochter Portigon Financial Services (PFS) auf die Düsseldorfer Erste Abwicklungsanstalt (EAA). Bei PFS, die bislang fast ausschließlich für die EAA tätig war, arbeiten rund 550 Mitarbeiter, bei der Holdinggesellschaft Portigon selbst noch etwa 400.

Thomas Nießen

Thomas Nießen

Mit der Zerschlagung der WestLB 2012 war das Geschäft der maroden Landesbank in die operative Einheit Portigon und die Bad Bank EAA aufgespalten worden. Portigon beziehungsweise die 2014 dafür gegründete PFS betreuen den Abbau der in der EAA gebündelten Altlasten. Darunter waren Kredit- und Wertpapierportfolios, die von einst 155 Milliarden Euro auf rund 36 Milliarden bis Ende 2015 schrumpften. Aber auch Derivate im Nominalwert von ursprünglich gut einer Billion Euro galt es abzubauen, sie sind inzwischen reduziert auf 340 Milliarden.

Am Schicksal der PFS hatten sich im vergangenen Sommer Portigon-interne Querelen entzündet, die den damaligen Vorstandsvorsitzenden Kai Franzmeyer das Amt kosteten. Franzmeyer war dafür eingetreten, die 2014 erfolglos abgeblasene PFS-Privatisierung erneut zu versuchen. Der Aufsichtsrat favorisierte dagegen die nun erfolgte Verschmelzung auf die EAA. Entsprechend der Auflagen der EU-Kommission, die bereits treibende Kraft bei der Aufspaltung der WestLB war, muss Portigon ihre Servicegesellschaft bis Ende 2016 abgeben.

Berater EAA
Linklaters (Düsseldorf): Dr. Thomas Nießen (Gesellschaftsrecht/M&A), Prof. Dr. Georg Annuß (Arbeitsrecht; München), Dr. Sebastian Benz (Steuerrecht), Dr. Jan Endler, (Öffentliches Recht; Berlin), Dr. Sören Stöwe (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Ingo Klauß (Kartellrecht), Antje-Irina Kurz (Aufsichtsrecht, Frankfurt), Kristina Zych (Öffentliches Recht; Berlin), Associates: Philipp Basch, Renate Prinz, Anna-Livia Schulz (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Annika Juds (Arbeitsrecht; München), Christian Wegener (Steuerrecht)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Gregor Garten (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Portigon
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Frank Burmeister (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Dirk Bliesener (Bankrecht), Hendrik Bockenheimer (Arbeitsrecht), Dr. Jan Bonhage (Beihilferecht; Berlin), Dr. Martin Klein, Dr. Mathias Link (beide Steuerrecht); Associates: Dr. Martin Ulbrich, Dr. Claudia Nees
Inhouse Recht (Düsseldorf): Georg Vietor (General Counsel), Günter Röseler – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Sämtliche Beteiligten sind schon seit Beginn der WestLB-Abwicklung regelmäßig im Einsatz. Ein Linklaters-Team um den Düsseldorfer Corporate-Partner Nießen betreute als EAA-Stammberater unter anderem bereits den Transfer von WestLB-Portfolios und den langwierigen Verkaufsprozess der Immobilientochter Westimmo, die 2015 an die Aareal Bank ging.

Hengeler Mueller zählte bereits vor der Finanzkrise 2007 zu den Stammberatern der WestLB. Sie begleitete das Institut und seine Nachfolgerin Portigon unter Federführung wechselnder Partner aus Frankfurt und Düsseldorf durch sämtliche Schritte des Umbauprozesses, von der Stützung durch die öffentliche Hand über diverse Fusions- und Teilverkaufsszenarien bis zur Zerschlagung.

Im laufenden Geschäft setzen Portigon und EAA auf einen größeren Kreis von Beratern. Bei Prozessen, etwa rund um Swap-Geschäfte der WestLB mit diversen Kommunen, waren zuletzt Noerr, Görg und Clouth im Einsatz. Zahlreiche Transaktionen im Rahmen des EAA-Portfolioabbaus begleitete regelmäßig Hogan Lovells. Bei einer Anleihenemission kam das angesehene Inhouse-Team der Bad Bank dagegen ohne externe Unterstützung aus. (Norbert Parzinger)

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