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25.03.2016

Fernbus-Kooperation: Baker Tilly und Hogan Lovells begleiten Flixbus nach Osteuropa

Das österreichische Busunternehmen Blaguss und die deutsche Konkurrentin MeinFernbus Flixbus bauen das Liniennetz, das sie bereits zwischen Österreich und Deutschland betreiben, in Richtung Osteuropa aus: Über das neue Gemeinschaftsunternehmen FlixBus CEE wollen sie sechs Länder erschließen.

Thomas Gemmeke

Thomas Gemmeke

Zunächst werden die Linien nach Slowenien, Tschechien und Kroatien ausgebaut, in den darauffolgenden Monaten sollen neue Ziele in Rumänien, Bulgarien, Serbien sowie Bosnien-Herzegowina folgen. Blaguss, ein familiengeführtes Touristikunternehmen aus dem Burgenland, beschäftigt knapp 1.000 Mitarbeiter. Seit den 1970er-Jahren fahren etwa 35 weiß-rote Blaguss-Busse gen Tschechien, Ungarn, Kroatien und Slowenien. Künftig sollen rund 100 grüne Busse den Linienverkehr in Mittel- und Osteuropa (CEE) bedienen.

Flixbus wurde erst 2011 gegründet und baut auf ein Netzwerk aus mittelständischen Busunternehmen. Im vergangenen Jahr schloss sich Flixbus mit der Berliner Firma MeinFernbus zusammen. Während regionale Buspartner den operativen Linienbetrieb gewährleisten, koordiniert die Münchner Flixbus-Zentrale den Ausbau der Netze, das Marketing sowie den Ticketverkauf. 2015 startete Flixbus beispielsweise auch in Frankreich, Italien und Skandinavien.

Berater Flixbus
Baker Tilly Roelfs (München): Dr. Thomas Gemmeke; Associates: Felix Stützer, Janine Lanfermann, Dr. Jens Füller
Hogan Lovells (München): Dr. Nikolas Zirngibl, Peter Huber
Inhouse Recht (München): Katrin Moder (Senior Legal Counsel) 

Anne de Boer

Anne de Boer

Berater Blaguss
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Stuttgart): Dr. Anne de Boer (Federführung); Associate: Dr. Stefan Bretthauer (Kartellrecht; Hamburg), Sarah Dupont (Corporate)

Hintergrund: Heuking-Partnerin de Boer, die 2014 von GSK Stockmann + Kollegen wechselte, kam über den Transaktionsberater FAS in das Mandat. Heuking hatte im vergangenen Jahr beispielsweise auch den schottischen Busbetreiber Stagecoach zu Streckengenehmigungen in Deutschland beraten.

Zirngibl und Huber von Hogan Lovells standen Flixbus bereits beim Zusammenschluss mit MeinFernbus zur Seite. Aktuell war das Team dem Vernehmen nach für Corporate Governance tätig. Die Joint-Venture-Gründung mit Blaguss betreute der langjährige gesellschaftsrechtliche Berater von Flixbus, Thomas Gemmeke von Baker Tilly. Dieser hat das Unternehmen auch schon durch einige Finanzierungsrunden begleitet. Gemmeke kooperiert bei grenzüberschreitenden Transaktionen gen Osten häufig mit der Kanzlei Hasch & Partner, dem österreichischen Partner von Baker Tilly International.

Die Rechtsabteilung bei Flixbus leitet seit vergangenem Sommer Katrin Moder, die von der Münchner Sozietät Rösler Rasch van der Heide & Partner zum Unternehmen wechselte und dort nun ein sechsköpfiges Juristenteam führt. Die Konzessionen für die einzelnen Strecken werden entweder von den Kooperationspartnern oder von dem Flixbus-internen Behördenteam eingeholt, in dem ebenfalls Juristen tätig sind.

Als der Busunternehmer Paul Blaguss jüngst mit einer Investorengruppe Anteile an dem Wiener Donauturm von der Bank UniCredit Austria erwarb, vertrauten sie auf die Wiener Sozietät Brauneis Klauser Prändl. (Sonja Behrens)

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