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25.02.2016

Hymer goes America: Caravanhersteller kauft mit tkslegal Konkurrenten in Kanada

Der deutsche Wohnmobilhersteller Hymer übernimmt seinen kanadischen Wettbewerber Roadtrek und tritt damit als erster europäischer Hersteller in den umkämpften amerikanischen Markt ein. Hymer kauft alle Anteile an der Roadtrek Motorhomes und ihrer US-Tochter. Verkäufer ist die Private-Equity-Gesellschaft Industrial Opportunities Partners (IOP). Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

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Thomas Kaiser-Stockmann

Aus Roadtrek wird nun die Erwin Hymer Group North America. Der neue Name zeigt, dass Hymer dort einiges vorhat. Unternehmenschef Martin Brandt hatte Mitte vergangenen Jahres bereits angekündigt, den Caravanhersteller auch international groß rauszubringen. Roadtrek und Hymer arbeiten schon seit November zusammen. Roadtrek beschäftigt in USA und Kanada etwa 300 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 86 Millionen Euro erwirtschaften. Hymer kommt auf jährlich 1,4 Milliarden Euro und rund 4.400 Beschäftigte.

Hymer will sein neues Modell Hymercar am kanadischen Stammsitz von Roadtrek fertigen lassen. Das Modell soll die Eintrittskarte für den weltweit größten Markt für Caravans und Wohnmobile sein. Frisches Geld in dreistelliger Millionenhöhe für die Expansion hatte sich Hymer kürzlich bei einem Bankenkonsortium besorgt. Das Finanzierungsmodell besteht aus einem Konsortialkredit mit fünfjähriger Laufzeit und einem syndizierten Immobilienkredit mit zehnjähriger Laufzeit. Finanzierende Banken sind unter anderem die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ Bank und die LBBW.

Berater Erwin Hymer Group
tkslegal (Berlin): Dr. Thomas Kaiser-Stockmann (Corporate/M&A)
Linklaters (Frankfurt): Dr. Carl-Peter Feick; Associates: Michael Schnurr, Dr. Tobias Chowdhury, Dr. Angela Kerek (alle Bank- und Finanzrecht)
Aird & Berlis (Toronto): Martin Kovnats (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Mintz Levin (Boston): Rich Kelly (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Industrial Opportunities Partners
McDermott Will & Emery (Chicago): Laurence Bronska (Private Equity) – aus dem Markt bekannt
Stikeman Elliott (Toronto) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken:
King & Wood Mallesons (Frankfurt): Clemens Niedner (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Markus Hill (Steuerrecht); Associates: Maike Schöber, Dr. Michael Beyer (beide Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund: tkslegal hat Hymer zum ersten Mal beraten und war über eine Empfehlung ins Mandat gekommen. Kaiser-Stockmann leitete die Transaktion und koordinierte die Arbeit der kanadischen und der US-Kanzlei. Die Kanzlei war Mitte vergangenen Jahres aus dem Berliner Büro der schwedischen Großkanzlei Magnusson hervorgegangen.

Linklaters hat Hymer bereits 2011 beraten, als das Unternehmen wieder in Familienbesitz übergegangen ist und sich von der Börse zurückzog. Beim aktuellen Deal bezog sich das Mandat von Linklaters auf die Finanzierungsberatung.

Auf IOP-Seite hat das Chicagoer Büro von McDermott nach JUVE-Informationen schon häufiger beraten.

Als Wirtschafts- und Steuerberater hat Hymer dem Vernehmen nach Simon Faiß aus dem Stuttgarter KPMG-Büro hinzugeholt. Die US-Investmentbank Piper Jaffray fungierte als Transaktionsberater für IOP. (Christiane Schiffer)

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