GvW Graf von Westphalen

Nationaler Überblick Top 50★★☆☆☆

Bewertung: Das durchdachte personelle Wachstum und die konsequent forcierte Zusammenarbeit hat GvW zu neuem Ansehen im Markt verholfen. Dass sie in der Lage ist, große Mandate mit praxis- u. standortübergreifenden Kanzleiteams zu stemmen, beweist sie mittlerweile in schöner Regelmäßigkeit. War es im Vorjahr die Beratung des BMVerkehr zur Reform der Bundesauftragsverwaltung, ist es 2018 der Verkauf der Ferienhaussparte von Stammmandantin Wyndham. An dem Deal haben alle 5 GvW-Büros mitgearbeitet. Ausgeschöpft hat die Kanzlei ihr Potenzial aber noch lange nicht. Der vor rund 2 Jahren anvisierte Branchenschwerpunkt im Energiebereich nimmt langsam konkrete Formen an, u. auch im Gesundheitssektor bieten sich für GvW auch über die Vergaberechtspraxis hinaus Anknüpfungspunkte an andere Rechtsgebiete wie zum Beispiel das traditionell starke Baurecht. Formell aufgesetzt hat sie zudem auch eine Fokusgruppe für die Luftfahrtbranche, um vorhandene Potenziale in der Kanzlei besser identifizieren zu können u. Synergien zu heben, die sich auch durch Kontakte von Quereinsteigern ergeben. Synergien will auch die M&A-Praxis mit ihrem jüngsten Neuzugang heben: Mit Titus Walek schloss sich im Frühjahr ein Partner an, der stark internat. ausgerichtet ist, was gut zur Internationalisierung der Corporate-Gruppe passt. Traditionell stark im dt.-chin. Geschäft, an dem auch das eigene Büro in Schanghai einen großen Anteil hat, rücken zudem die USA mehr u. mehr in den Fokus. Hier bringt auch Walek neue Kontakte mit in die Kanzlei. Außerdem unterhält er gute Beziehungen in die Private-Equity-u.-Venture-Capital-Ecke – ein Feld, das GvW bisher eher verhalten beackert. In Frankfurt u. Düsseldorf schloss sie nach 2 Abgängen fachliche Lücken im Arbeits- u. Vergaberecht schnell mit erfahrenen Kräften. Wie gut sich GvW darauf versteht, ihre Quereinsteiger nach fachlicher Qualifikation auszusuchen, hat sie in der Vergangenheit bereits mehrmals bewiesen. Und doch gibt es einen Faktor bei der Aufnahme von externen Anwälten, den das Management nur bedingt abklopfen kann: die persönliche Ebene. GvW hat lange u. hart für ihre neue Kanzleikultur gekämpft – auch auf Kosten vereinzelter Partnerabgänge, die die Kanzlei mit Blick auf das Geschäft lieber vermieden hätte. Wohl auch deshalb verteidigt sie das neu geschaffene ‚Wir-Gefühl‘ nun mit aller Kraft. Deshalb gibt es immer wieder Quereinsteiger, die zwar theoretisch eine hervorragende fachliche Ergänzung bieten, die sich aber praktisch nicht zu der von praxis- u. büroübergreifender Zusammenarbeit geprägten Kanzleikultur bekennen wollen. Dass GvW an dieser Stelle keine Kompromisse macht u. sich konsequent von diesen Partnern wieder trennt, spricht für die klare Linie im Management, die Dr. Robert Theissen u. Christof Kleinmann seit ihrem Amtsantritt 2009 fahren u. dürfte ein Grund sein, warum sie im Dezember 2017 ihre 5. Amtszeit antraten.
Besondere Stärken: Außenhandel.
Siehe auch: Berlin; Düsseldorf; Frankfurt; Hamburg; München.
Anwälte in Deutschland: 110
Internat. Einbindung: Unabhängige Kanzlei mit versch. (nicht exklusiven) internat. Beziehungen, auch zu US-Kanzleien. Mitglied in den Netzwerken State Capital Global u. Cicero. Daneben regelm. Zusammenarbeit mit der britischen Kanzlei Mills & Reeve, mit der sie die Zusammenarbeit zuletzt intensivierte und neben der Mandatsarbeit auf Fortbildungen und Secondments ausweitete. Eigenes Büro in Schanghai.
Entwicklung: Die kanzleiübergreifende Zusammenarbeit ist bei GvW – anders als in vielen ähnlich aufgestellten Kanzleien – keine Theorie mehr, sondern gelebter Alltag. Kein Grund, sich zurückzulehnen. Gerade das Zusammenspiel von organischem Wachstum durch junge Anwälte der Kanzlei u. der Verstärkung mit ausgewählten Quereinsteigern führt dazu, dass in verschiedenen Ecken Potenziale schlummern, die GvW bisher noch nicht gehoben hat. Ein Beispiel ist die Gesundheitsbranche, ein anderes der Luftfahrtsektor. Externe Zugänge wie Gesellschaftsrechtler Helmut Kempf u. Öffentlichrechtler Prof. Dr. Ulrich Hösch beraten namhafte Mandanten wie Turkish Aerospace oder den Flughafen München bisher nur in ihren Fachbereichen. Aber auch langjährige GvW-Partner wie Dr. Malte Hiort verfügen über wichtige Kontakte in die Szene. Diese Puzzleteile zusammenzufügen hat sich die Kanzlei nun explizit auf die Fahne geschrieben u. Anfang 2018 eine Fokusgruppe Aviation gegründet. Dass sie durchaus in der Lage ist, aus vorhandenem Know-how etwas Neues zu schaffen, zeichnet sich im Energiesektor ab: In der Kombination von Vertriebs- sowie IT- u. Datenschutzrecht hat sie eine auf vertragsrechtliche Beratung fokussierte Energierechtspraxis entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei Produkte für den Energiehandel, immer eng gekoppelt an energierechtliche, aber auch finanzregulatorische Themen. So hat GvW Hitachi Europe bei der Entwicklung eines Softwaretools begleitet, mit dem Energieversorger die Steuerung von Erzeugungsanlagen kommerziell optimieren können. Damit demonstriert GvW auch, dass sie das Zukunftsthema Digitalisierung auf dem Schirm hat.
Bitte beachten Sie auch das Kanzleiporträt:
Graf von Westphalen Partnerschaftsgesellschaft10117 Berlin
Zum Porträt
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